Besenreiser an den Beinen

Ich habe mich jetzt endlich mal getraut.

Das Ganze fing damit an, dass ich eine Presseinformation bekam – und zwar von „Hautmedizin Kelkheim“ (Link). Ich bekomme öfter solche Mitteilungen, aber die fand ich interessant, denn da wurden keine Wunder versprochen, sondern sehr gut informiert. Zum Beispiel darüber, was Besenreiser eigentlich sind und auch was bei der Behandlung wichtig ist. Ich hatte eh einen anderen Termin in Frankfurt und habe mich dann einfach mal angemeldet – als ganz normale Patientin.

Ich finde, das ist ein schwieriges Thema. Die Besenreiser habe ich von meiner Mutter „geerbt“ und ich dachte mir, bevor es noch schlimmer wird… wehret den Anfängen und dann dabei bleiben. Also so ähnlich wie mit dem Hyaluronfiller im Gesicht. Da habe ich wenig Probleme mit Bildern aller Art, aber meine nackigen Oberschenkel mag ich hier dann doch nicht präsentieren – im Schwimmbad gerne, aber im Netz? Ach nein. Weswegen es hier auch nur ein eher „unverfängliches“ Bild gibt.

Aber zur Behandlung. Ich hatte einen Termin bei Dr. Jokisch und das war von A-Z eine gute Sache. Er hat sich am Anfang Zeit genommen und genau erklärt, was warum gemacht wird und auch alle Nachfragen geduldig beantwortet.

Eine ganz wichtige Sache vorab

Es muss sicher gestellt werden, dass die Venen gesund sein. Denn Besenreiser können durch ein Krampfaderleiden verursacht werden – und das ist dann eine ernste Geschichte, die genau beobachtet werden muss. Und natürlich auch anders behandelt.

Also gab es als erstes eine Ultraschalluntersuchung der Venen an beiden Beinen. Und zwar eine sehr genaue. Das beruhigende Ergebnis bei mir: meine Venen sind tipptopp in Ordnung, keine Krampfadern in Sicht.

Diese Untersuchung kostet knapp 200 Euro, wird aber durchaus auch von der Krankenkasse übernommen – also vorher dort nachfragen!

Und dann kamen die Spritzen…

Das Mittel der Wahl heißt Polinodacol und es wird ganz einfach in die Äderchen gespritzt. Das Mittel schädigt die Innenwände der Blutgefäße, wenn er direkt in Venen gespritzt wird. Dann kommt ein Druckverband darauf und das Blutgefäß verhärtet – und wird dann vom Körper in Bindegewebe umgewandelt.

Hört sich sehr simpel an, ist es aber nicht und zwar aus zwei Gründen. Erstens muss man die Vene genau treffen – was durch Einsatz von Ultraschall mit einer 20-fachen Vergrößerung (sieht ehrlich gesagt etwas unheimlich aus auf dem Bildschirm) sicher gestellt werden kann. Der zweite Faktor ist unberechenbarer – wie verteilt sich das Mittel in der Vene. Das kann auch der beste Arzt nicht vorhersagen.

Hier kommen die Vorher-Nachher-Bilder:

Bild vorher Besenreiser Beine

Bild Nachher Besenreiser Beine

Wie man sieht, ist es deutlich besser geworden (bitte berücksichtigen, dass solche Nahaufnahmen grundsätzlich IMMER schrecklich aussehen) – aber noch nicht ganz weg. Stichwort Unberechenbarkeit. An meinen Oberschenkeln sind die Ergebnisse etwas gemischt, zum Teil sehr gut (man sieht nichts mehr), zum Teil waren die kleinen Biester hartnäckig.

Das deckt sich aber auch mit den Informationen, die Dr. Jokisch mir am Anfang gegeben hatte. Er meinte nämlich, das man normalerweise zwei bis vier Sitzungen braucht. Die Kosten übrigens je nach Umfang zwischen 60 und 200 Euro. Wobei 200 Euro schon eine richtig große Sitzung bedeuten.

So sieht das Ganze übrigens aus:

Mein Fazit

Das wird noch was mit meinen Besenreisern – ich werde im Herbst die zweite Sitzung machen. Die wird dann etwas umfangreicher und Anfang nächsten Jahres dann die letzten Reste.

Meine Tipps:

  • Wie immer bei medizinischen Maßnahmen dem Arzt auf den Zahn fühlen! Und lasst auf jeden Fall eure Venen untersuchen – falls der Arzt „einfach so“ spritzen will, wäre ich misstrauisch.
  • Was sich über Jahre und Jahrzehnte angesammelt hat, ist nicht mit einer Sitzung verschwunden. Also keine Wunder erwarten. Und auch das Ergebnis lässt ein wenig auf sich warten, vier bis acht Wochen sollte man einplanen.
  • Die Sache mit dem Ultraschall während der Spritzen fand ich gut, also nachfragen, ob der Arzt das anbietet.

Insgesamt: noch so ein Problemchen, das ich endlich in Angriff genommen habe. Nochmal ein dickes Dankeschön an Dr. Jokisch – auch für die Erlaubnis der Videoaufnahme!

Und nun ihr: hat das schon jemand machen lassen? Erfahrungswerte?

10 Kommentare

  • Liebe Irit,
    aufgrund einer vererbten Bindegewebsschwäche hatte ich schon früh Last mit Krampfadern. Habe mich vor 7 Jahren operieren lassen (stripping) und gehe 2x/Jahr zur Sklerosierung zu meinem Gefässchirurgen. Meine Beine sind top für mein Alter (52) ich liebe es, Kleider und Röcke zu tragen. Versuche aber auch, so oft es geht, Kompressionsstrümpfe zu tragen. Das ist in der kühlen Jahreszeit natürlich leichter als aktuell ;-). Liebe da die Strümpfe von Medi Bayreuth, denen man den „orthopädischen Strumpf“ echt nicht ansieht, tolle Farben, super angenehm zu tragen.
    Bin froh, mich zu dieser Behandlung durchgerungen zu haben und ärgere mich nur, dass ich das nicht schon viel eher gemacht habe. Also – nur Mut – es lohnt sich definitiv!
    … und leg die Beine hoch sooft es geht bei diesen Temperaturen;-)

  • Irit, ist das Ergebnis dauerhaft ?

  • Sabine W.

    vor ein paar jahren habe ich mir auch erst besenreiser, dann auch krampfadern wegspritzen lassen.

    den namen des mittels weiss ich nimmer, aber es war eine schaumartige substanz die die adern verkleben sollten.

    habe damals nur eine besenreisersitzung machen lassen – das ergebnis war schon überzeugend, allerdings haben sich

    aufgrund meiner venenschwäche neue gebildet.

    lg sabineW

  • Hallo, auch ich habe dieses Erbe meiner Mutter angetreten. Habe schon mit Anfang 20 das erste Mal sklerosieren lassen. Mittlerweile mache ich es regelmäßig im Winter. Aber die Biester sind hartnäckig….. macht man sie an einer Stelle weg, bilden sich an anderer Stelle neue. Ganz weg bekomme ich die Besenreiser nicht, aber ich habe auch keinen blauen Beine mehr und trage wieder Röcke und kurze Hosen. VG, Laura

  • Kann man Besenreiser nicht auch mit einem Laser wegmachen lassen? Ich habe Panik vor Spritzen.
    Liebe Grüße

    • Exilberlinerin

      Also ich bin sehr wehleidig, und deshalb vielleicht eine wirkliche Referenz, aber ich finde, Laser ziept auch ganz schön. Weiss nicht, ob das wirklich weniger weh tut….

  • langer Tag im Büro.. aber jetzt ein paar Antworten

    @Chris: orthopädische Strümpfe werde ich mir auch mal ansehen, im Winter sieht man den Unterschied ja wirklich nicht

    @cs: an der Stelle ja, weil die Adern ja „weg“ sind – aber wie weiter unten geschrieben: sie können an anderer Stelle wiederkommen

    @Sabine: der „Schaum“ ist dasselbe Mittel, die genaue Verwendung hängt davon ab, wie genau es bei dir aussieht

    @Laura: das lässt mich jetzt hoffen!

    @Nelly: ja, kann man auch mit Laser wegmachen lassen. Der Arzt kann beraten, was die schlauere Lösung ist. Und ganz ehrlich: ich habe ja auch schon so einiges lasern lassen (Haare, rote Äderchen im Gesicht) und angenehm ist das nicht. Die Spritze tut überhaupt nicht weh

  • Liebe Irit, erstmal: Schön, dass du wieder da bist! :-)

    Zu den Besenreisern … da bin ich ja leider auch ein Opfer meiner Gene. Keine Krampfadern, Gott sei dank, aber eben diese unschönen Äderchen, die ich leider bereits in meinen Zwanzigern gekriegt habe. Damals habe ich sie mir immer wieder veröden lassen, musste dann aber immer die Beine „wickeln“ und Kompressionsstrümpfe tragen. Das hat mir die Sache ganz schön verleidet, mehr als die Kosten und der Aufwand. Und sie kamen ja eh immer wieder.

    Nun lese ich bei dir nichts von Kompression nach der Behandlung. Macht man das heute nicht mehr? Dann würde ich in der Sache doch mal einen neuen Versuch starten.

    • ich habe es so verstanden, dass man Kompressionsstrümpfe tragen kann, aber nicht muss. Vielleicht hängt das auch mit der individuellen Situation zusammen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.