Wohnung aufräumen – aber hopphopp

Ich gebe zu: irgendwann bin ich zum Ordnungsfanatiker mutiert und nach Jahren des Ausmistens (Minimalismus), Umräumens (Marie Kondo.. alles an einem festen Platz) und Leben sortieren ist es bei mir immer ordentlich. Mein Leben ist hektisch, vollgestopft und oft chaotisch und ich kann eine unordentliche Umgebung nicht ertragen, das ist dann einfach ein bisschen zu viel. Nun lebt nicht jede so wie ich und deswegen: die besten Tipps zum Aufräumen. Im Eiltempo. Falls Besuch kommt. Oder man es selbst nicht mehr sehen kann.

1. Flur aufräumen

Schuhe in den Schuhschrank (ok, ein Paar kann stehen bleiben), alle außer der aktuell getragenen Jacke ab in den Kleiderschrank (gilt auch für Mäntel), Schals, Mützen usw ab in die Schublade – und schon betritt man nicht das Chaos, sondern das gemütliche, eigene Heim.

2. Küche

Geschirrspüler EINRÄUMEN und nach Benutzung AUSRÄUMEN. Die Tassen auf der Arbeitsplatte spülen sich nicht von selbst.

Arbeitsplatten, Herd, Spüle abwischen – sieht doch gleich viel schöner aus, wenn keine Essensreste am Herd kleben.

Müll ist übrigens nichts zum Sammeln, sondern zum zur Mülltonne tragen. Alternativ Altglas, Altpapier etc

3. Schlafzimmer

Bett machen. Morgens. Jeden Morgen. Immer.

Schmutzige Wäsche ab in die Wäschetonne (oder wo auch immer ihr die Schmutzwäsche aufbewahrt).

4. Bad und Toilette

Nach jeder Benutzung kurz das Waschbecken mit einem Mikrofasertuch trocken wischen (also den Rand) und Glasduschwände “abziehen”. Damit ist da meiste schon geschafft.

5. Böden

Alle 2-3 Tage durchsaugen, geht schneller als alle 1-2 Wochen Riesenstaubberge zu beseitigen und es sieht immer ordentlich aus.

6. Fertig

Naja, noch nicht so ganz. Ich kaufe mir jede Woche einen schönen Blumenstrauß und stelle ihn ins Wohnzimmer. Und freue mich jedesmal, wenn ich ihn sehe. In aufgeräumter Umgebung kommt er natürlich auch besser zur Geltung…

Ich weiß, dass einige von euch auch sehr reduziert und aufgeräumt leben – Geheimtipps? Nützliche Hinweise?

16 Kommentare

Guten Morgen Irit,

da kann ich Dir nur Recht geben: in einer aufgeräumten Wohnung fühle ich mich auch am Wohlsten. Ich gehe genauso wie Du vor.
Schönes Wochenende
Birgit

Mir geht es genauso. Du bist die einzige, die ich bis jetzt kenne, die den Mantel nach dem Tragen auch in den Kleiderschrank und nicht an die Flurgarderobe hängt. Volle Flurgarderoben sehen nicht einladend aus, fallen einem aber irgendwann selber nicht mehr auf und bei vollem Kleiderschrank geht es auch nicht.

Regelmäßig aufräumen und vor allem Saubermachen ist eine gute Motivation, seinen Haushalt insgesamt schrumpfen zu lassen, fiel mir auf.

In volleren Räumen und Regalen rafft man sich dazu schwerer auf und es geht auch lange nicht so schnell. Tische abräumen (Briefe, Stifte etc.) bringt auch viel und ist schnell gemacht. Ich lege Decken auch nach Benutzung zusammen und schüttle die Kissen auf, wenn ich morgens gehe und abends ins Bett gehe. Sonst kann ich mir nur anschließen. Ich hab nicht das Gefühl, viel zu machen, ich achte nur auf paar Rituale, die ich immer mal wieder um eins erweitere und regelmäßig mache. Waschbecken und Spüle abzuwischen fällt mir z. B. gar nicht mehr auf. Dafür hab ich vor paar Wochen erst die Blumengeschichte entdeckt, bei der du schon dabei bist. 🙂

naja, sagen wir mal so: es hängt immer nur EIN Mantel an der Flurgarderobe, direkt in den Schrank mag ich nicht und da ich nicht sehr viele Mäntel besitze, ist die Wahrscheinlichkeit auch groß, dass er alsbald wieder ran muss

Hallo Irit,

bei uns ist es auch immer aufgeräumt und sauber, ich kann nicht anders. Der Geheimtipp ist “Disziplin”. Von Zeit zu Zeit nervt es mich, dass meine Männer so belehrungsresistent sind, es ist schon besser geworden aber da ist noch Luft nach oben.
Eine große Sache habe ich noch vor der Brust und das ist das Ausmisten des Speichers. Die allermeisten Sachen dort oben sind von den Kindern und von meinem Mann, ich trenne mich von Sachen die ich nicht mehr brauche. Allerdings will ich da nicht alleine ran, somit brauche ich eine gute Taktik um meine Männer in Bewegung zu setzen (Ideen?). Das muss keine Hauruck-Aktion werden, aber wir sollten da endlich mal anfangen, mir brennt das unter den Nägeln.

Nun werde ich den Staubsauger schwingen und dann bin ich so gut wie durch, für heute 😉

Mit besten Grüßen und ein schönes Wochenende
Silvia

Liebe Silvia,

Ich überlege, ob das Wort “Disziplin” hilfreich ist. Du hast ja völlig recht, dass Disziplin vor allem einen selber profitieren lässt, aber das Wort finde ich zu negativ und spaßbefreit konnotiert, um andere mitzureißen. Bei mir funktioniert das am besten über die Abenteuerschiene. Wie fühle ich mich in der nächsten Zeit, wenn ich durchgängig morgens das Bett mache? Fühlt sich der Tag besser an oder nicht? Was viel zu wenig beachtet wird, ist dass Ordnung zu haben in erster Linie Genuß ist. Ich las vor vielen Jahren mal ein Buch über das Thema von Thomas Ritter “endlich aufgeräumt”, der entdeckt hatte, Ordnung zu bekommen als “Stück Torte” zu betrachten, das man sich gönnt und nicht, dass man das Stück Torte endlich mal wieder essen muss. 😀
Was mich betrifft, fühle ich mich in mir zuhause, wenn ich die Dinge, die mich umgeben, einfach händeln kann und ich keinen Beginnstress habe, wenn ich die Wohnung vom Dreck befreie. Steht viel auf dem Boden herum, ist das natürlich viel aufweniger. Bei mir gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen friedlicher und ausgeruhter Seele und äußerer Ordnung. Vielleicht hilft es deinem Mann, das zu wissen, wenn es dir ähnlich geht und du das brauchst, um ihn nicht aus subtiler Unzufriedenheit anzuraunzen, z.B. , denn andere müssen Ordnung gar nicht so segensreich empfinden. Man kann den Bereich super anders kompensieren, z.B. kann man das unmittelbare Umfeld ausblenden. Aber auch das macht was mit uns. Vielleicht zeigt es, dass wir zuviel haben, um es nebenbei zu händeln und finden unser Leben festgelegt und unveränderbar.

Ordnung als Selbstzweck finde ich schwer vermittelbar. Aber ich liebe Ordnung, weil sie was mit mir macht und mir das Gefühl gibt, Dinge gut bewältigen zu können. Dazu zählt auf jeden Fall das unmittelbare Wohnumfeld. Wenn da Dinge kaputt bleiben, lange herumliegen usw. Hab ich unterschwellig immer das Gefühl, mir nicht zu genügen. Das Gefühl hat für mich eindeutig mit (wachsendem?) Selbstwertgefühl zu tun. Ich bin es mir wert, mein Umfeld erst mal zu regeln, bevor andere Bedürfnisse dazwischengrätschen (Pflichttermine usw.) das tut in erster Linie mir gut, auch wenn man sich das vorher bei Ordnung kaum vorstellen kann.

Hallo liebe Iridia,

du sagst es “Ordnung ist Genuss”!
Genau wie du versuche ich den Aufwand so gering wie möglich zu halten, somit räume ich regelmäßig, damit sich nicht ein Berg an Aufgaben ansammelt. Mir geht es sehr gut damit, denn nach achteinhalb Stunden im Büro, habe ich keine Lust auf einen Großeinsatz im Haus.
Meine Männer und ich haben einen gemeinsamen Weg gefunden und den Speicher schaffen wir auch noch (irgendwann), da bin ich mir sicher.

Tja, Keller und Speicher sind in der Tat ein Problem. Ein Patentrezept habe ich da auch nicht. Vielleicht mal schauen, was man noch verkaufen kann und vom Erlös etwas langersehntes anschaffen?

Mir wäre es ein Graus, getragene Jacken/Mäntel in den Kleiderschrank zu hängen. In meinem Kleiderschrank sind grundsätzlich nur gewaschene Teile. Alles andere könnte ich nicht ertragen.

Mir wäre es ein Graus, 5-6 Jacken/Mäntel im Flur hängen zu haben . Dafür habe ich einen Schrank im Flur. ?
Und was ist mit den Cashmere-Pullovern ?
Die wasche ich nicht nach jedem Tragen und die kommen trotzdem in den Schrank .

Ordnung ist das halbe Leben hat mir immer meine Mutter eingetrichtert, in einer Praxis zu arbeiten wo jedes Teil seinen festen Platz hat, hat mich geprägt und so halte ich es auch zu hause. Nach jedem Händewaschen, nach dem duschen wird alles trocken gewischt, den tollen microfasertüchern sei dank.?
Und je weniger rumsteht umso schneller bin ich mit dem Saubermachen fertig. Das befriedigt mich.
Meine neue Errungenschaft ist der Dyson v6flexi.. ich mag dieses Teil,ist in der Handhabung genial, brauche meinen “großen ” Staubsauger nur alle zwei Wochen.
Dafür hab ich dann mehr Zeit zum lesen und entspannen.

*reusper* ich habe auch einen “normalen” Dyson und einen Dyson Handstaubsauger – zwischendurch mal schnell die Staubmäuse weg und es sieht schon viel besser aus

Ach herje kriege gleich ein schlechtes Gewissen wenn ich das lese…
Bin ich die Einzige die Aufräumen gar nicht leiden kann?

Nö 🙂 Ich bin da auch nicht an vorderster Front dabei. Es hängt definitiv mehr als eine Jacke an der Garderobe und auch mehr als ein Paar Schuhe im Flur 🙂

Und wisst ihr, worauf ich echt stolz bin? Hier können alle ihre Meinung schreiben und keiner lästert rum. Danke euch dafür.

Ich hab mir letztens auch das Buch von Marie Kondo gekauft und bin nun fleissig am Ausmisten und Platz finden für die übrig gebliebenen Sachen. Und seit ich weniger Zeug rumliegen habe, habe ich schon fast einen Putzfimmel entwickelt… Früher war mir das Chaos wurscht, jetzt geht es mir auf die Nerven, und genau so sollte es sein. 🙂 Fühle mich viel wohler zu Hause!

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