Frauen im Beruf oder warum ich wirklich nie wieder die FAS abonnieren werde

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Zeitpunkt 28.12.2014, Frühstück. Mein Mann hat eine FAS mitgebracht. Auf Seite 2 bleibt mir schon das Brötchen im Hals stecken. Natürlich nicht wortwörtlich, dafür war die Leberpastete zu lecker. Der Anlass: Simona Pfister, Hospitantin bei der FAS, lässt sich über Frauen, Männer, Karriere etc aus.

Kurz mal zum Inhalt: die Frau hat gelesen, dass die Männer ihren Aufstieg verhindern wollen und sich deswegen zwei Ratgeber gekauft, die sie nun umsetzen möchte. Plus Termin bei einem weiblichen Coach in Frankfurt. Eines der Bücher kenne ich sehr gut (Spiele mit der Macht), bei der Autorin war ich vor Jahren auf einem Seminar und es ist auf der Top3-Liste aller jemals besuchten Seminare und Trainings.

Ich schwanke immer noch zwischen Entsetzen und Amusement über die Naivität, die aus diesem einseitigen Artikel spricht. Da schreibt eine absolute Berufsanfängerin mit einem spöttischen bis herablassenden Unterton über Dinge, von denen sie mit Verlaub nichts versteht. Bestes Beispiel ist die Redaktionssitzung, bei der die Hälfte der Anwesenden weiblich ist. Das ist schon mal nicht schlecht. Mich würde mal interessieren: welches Geschlecht hat denn die Führungskraft im Ressort Politik? Sollte es etwa ein Mann sein? Wenn ich mir auf der FAZ-Seite die Redaktion Politik anschaue, scheint es mir da doch ein beträchtliches männliches Übergewicht zu geben.

Die Frauenquote-Initiative für Verlagshäuser scheint an Frau Pfister auch vorbei gegangen zu sein. Es kann natürlich auch sein, dass sich das zwischenzeitlich erledigt hat – man weiß es nicht bzw. kenne ich nicht die Frauenquoten in den Führungsetagen der großen Zeitungen und Zeitschriften.

Um ehrlich zu sein: ich habe früher (also vor 25 Jahren) genauso gedacht. Alles gut, die sind doch nett zu mir und so weiter und so weiter. Ist ja nur seltsam, dass Frauen trotz gleich guter oder besserer Leistungen nicht so recht vom Fleck kommen und auf den gut dotierten Posten aus unerfindlichen Gründen immer nur die Männer landen. Und zwar unabhängig von der zu Hause befindlichen Kinderschar.

Liebe Frau Pfister, wir können uns in zehn Jahren noch mal unterhalten und ich würde heute schon wetten, dass Sie mit 90% Wahrscheinlichkeit kurz vorm Kotzen sind angesichts der Sachen, die Sie 2014 geschrieben haben.

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8 Kommentare

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Hallo Irit,

die Frauenqote ist in den Verlagen nicht so schlecht:
Zeit-Verlag:

Januar 2015: 51 Prozent September 2010: 50 Prozent
Burda:
Januar 2015: 44 Prozent September 2010: 23 Prozent
Axel Springer:
Januar 2015: 28 Prozent September 2010: 16 Prozent
Condé Nast:
Januar 2015: 50 Prozent September 2010: 50 Prozent
Gruner+Jahr:
Januar 2015: 30 Prozent September 2010: 30 Prozent
Spiegel-Verlag:
Januar 2015: 32 Prozent September 2010: 23,5 Prozent

Viele Grüße
Martina

Nicht zu bekommen, die verhökern ihre alten Artikel kostenpflichtig, für 2,50 -hätte ich ja noch ausgegeben, aber Mindestrechnungsbetrag ist 5,00. Das fand ich dann doch zuviel. Noch ein Grund mehr, diese Zeitung nicht zu lesen…

Ja, mach mal bitte, hab heute extra unsere Remittenden durchgeguckt , FAS war leider nicht dabei. Grumpf
Vllt sollte ich sie nicht mehr verkaufen ….

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