Kryoform

Das ist ein Review, mit dem ich mich sehr schwer getan habe und den ich immer wieder vor mir her geschoben habe. Es geht um das Unternehmen Kryoform, die ein Verfahren namens Kryolipolyse anbietet – oder zu deutsch: Fettreduktion durch Kälte. Um genau zu sein, wird den Fettzellen, die man nun wirklich nicht haben möchte, kurzerhand der Kältetod bereitet. Das ist jetzt an sich nicht schwierig zu beschreiben, aber natürlich interessieren die Ergebnisse. Und da hatte ich ein Problem.

Aber erstmal der Reihe nach. Kryolipolyse geht zurück auf Dieter Manstein (übrigens ein Deutscher) und Rox Anderson, beide Dermatologen an der Harvard Medical School. Die Idee war, dass Fett bei einer höheren Temperatur gefriert als Wasser. Folglich kann man Fettzellen „erfrieren“ ohne das umliegende Gewebe zu schädigen – das hält die Temperaturen unbeschadet aus. Ergebnis der Forschungsarbeit war „CoolSculpting“, die erste nichtinvasive Behandlung zur Entfernung von Fett, das je von der FDA genehmigt wurde. Die FDA (Food and drug administration) ist die US-amerikanische Zulassungsbehörde für derlei Dinge.

Die Methode fand natürlich schnell Anklang – es geht schnell, ist höchstens ein bisschen schmerzhaft und wirksam. Ich habe seit einigen Jahren in der amerikanischen Allure darüber gelesen und dann kam von einer PR-Agentur das Angebot, das Verfahren bei Kryoform auszuprobieren. Wer kann da nein sagen?

Nun reden wir hier nicht über irgendeine Feuchtigkeitscreme, sondern über eine handfeste Maßnahme. Also habe ich mich vorher mal ein wenig schlau gemacht.

Kryoform verwendet Geräte namens „lipocryo“. Diese haben eine CE-Kennzeichnung für Medizinprodukte nach ISO 13485 (mehr Informationen gibt es hier). Dazu habe ich auch noch eine interessante Veröffentlichung gefunden (Link). Dort gibt es auch eine umfassende Würdigung der Risiken.

Auf der Website von Kryoform (Link) gibt es auch sehr viele Informationen, ich empfehle jedoch sich mit dem Thema etwas näher zu befassen – wie gesagt, wir reden hier nicht über eine neue Creme.

Kryoform selbst hat mir sehr gut gefallen, ich war in Düsseldorf, es gibt weitere Filialen in München, Hamburg, Berlin, Frankfurt und Stuttgart. Die Mitarbeiterin war nicht nur ausgesprochen nett, sondern hat auch offen über zu erwartende Ergebnisse gesprochen. Außerdem finde ich die Preispolitik sehr gut, die ist nämlich komplett transparent und man kann sich einfach ausrechnen, was die Wunschbehandlung kostet. Das wünscht man sich an anderer Stelle auch. Die Beratung war sehr ausführlich. Wichtig ist, dass dies hier keine Diät ist, die Methode eignet sich nur für kleine Areale wie z.B: Reiterhosen oder die „Rückenringe“. Für stark Übergewichte kommt das Ganze nicht in Betracht.

Kryoform gibt es seit zwei Jahren, dem letzten Newsletter konnte ich entnehmen, dass in dieser Zeit über 4.000 Behandlungen durchgeführt wurden. Bei den von Kryoform durchgeführten Kryolipolyse-Behandlungen sind weder Kälteverbrennungen noch andere Gewebeschädigungen aufgetreten. Es wird auch ausdrücklich empfohlen, Behandlung ausschließlich mit zertifizierten Geräten durchführen zu lassen.

Insgesamt: ich finde das Unternehmen vertrauenswürdig.

Kommen wir nun mal zum interessanten Teil, nämlich den Ergebnissen. Ich habe zwei Körperareale behandeln lassen, die Unterseite der Oberarme und die Innenseiten der Oberschenkel. Es gab jeweils zwei Sitzungen im Abstand von einem Monat, die endgültigen Ergebnisse kann man nach etwa drei Monaten sehen.

Wie sieht das nun aus? Ganz einfach, nach genauer Lokalisierung der Fettzellenansammlung legt man sich auf eine Liege und das Gerät wird angesetzt. Die betreffende Partie wird mit Unterdruck „eingesaugt“ und dann 30-40 Minuten auf 3-4 Grad herunter gekühlt. Das sieht etwa so aus:

Kryoform Behandlung Innenseite Oberschenkel

Kurz zur Einordnung des Ganzen: ich trage Gr. 46 und bin das NICHT auf dem Photo…

Ergebnisse:

An den Oberarmen hatte ich nach zwei Behandlungen und drei Monaten etwas mehr als einen Zentimeter weniger auf beiden Seiten. Ich habe natürlich Vorher-Nachher-Photos gemacht und man sieht es auch. Nun verwandelt keine Behandlung dieser Welt meine Arme mal eben kurz in etwas Madonna-ähnliches (oder so), dazu sind sie insgesamt zu kräftig, aber sie gefallen mir jetzt besser. Und es ist halt einfach etwas weniger Speck dran.

Ihr merkt schon, ich eiere etwas mit den Photos rum. Es ist ja eine Sache, sein Gesicht ungeschminkt in die Kamera zu halten, aber Körperteile? Nackt? Wo womöglich Kollegen mitlesen? Also gibt es hier keine gut ausgeleuchteten Ganzkörperansichten, aber einen Eindruck.

Mit der Behandlung der Innenseite Oberschenkel bin ich nämlich richtig glücklich. Ich gehöre zu den Frauen, die keine Reiterhosen haben, aber dafür eben die Polster an der Innenseite. Ich kenne auch das Problem, dass man im Sommer unter Röcken eine abgeschnittene Strumpfhose trägt, weil sonst die Innenseiten aneinander reiben.

Das Thema hat sich mittlerweile erledigt, ich kann es an manchen Tagen selbst kaum glauben. Es sind satte 3 cm auf jeder Seite und zwar genau an der richtigen Stelle. Hier ein kleiner Eindruck:

Kryoform

Ich finde das einfach phantastisch!

Mein Fazit: wer „isolierte“ Fettpölsterchen hat, sollte diese Methode in Betracht ziehen. Genaueres dazu kann man auch auf der Kryoform-Website nachlesen. Die Kosten sind genau kalkulierbar und auch nicht im utopischen Bereich. Und ich finde, die Ergebnisse sprechen für sich.

ABER: wir reden hier über einen richtigen Eingriff, auf jeden Fall vorher gut informieren und vor allem die Beratung ernst nehmen.

Ich überlege ja, ob ich nicht noch diese lästigen Rollen auf dem Rücken… hm, mal sehen.

Auf jeden Fall ein dickes Dankeschön an Kryoform – die Behandlung hat mir diesen Sommer deutlich angenehmer gestaltet.

(Quelle Bildmaterial oberes Photo: Kryoform, die Behandlungen habe ich kostenlos bekommen)

13 Kommentare

  • Irit, das sieht ja großartig aus. Das werde ich mir genauer ansehen. Danke für diesen Beitrag.

  • Hab ich dank deiner Review gleich für meinen Heimatort recherchiert, aber typisch, in der Schweiz kostet das mal wieder das dreifache…

  • Ergänzend: wie hat deine Haut an den betr. Stellen darauf reagiert? Kryoform empfiehlt begl. Maßnahmen für Stoffwechsel. Hast Du dich daran orientiert? Ich finde das total spannend.

    • die Haut hat überhaupt nicht reagiert außer dass sie natürlich brauchte, bis sie wieder warm wurde. Aber keine Erfrierungen *Horror* oder sonstige unschöne Dinge. Ich hatte allerdings blaue Flecken, mal ganz was anderes, sie waren nämlich rechteckig, also genau die Stelle, die „eingesaugt“ wurde. Die waren aber auch nach einer Woche wieder komplett verschwunden.

      Bzgl. Stoffwechsel habe ich nichts zusätzliches unternommen, ich mache aber eh 2x Woche Krafttraining und steppe munter durch die Gegend. Außerdem bin ich ein Vieltrinker (Wasser, nicht Wein…).

      Ich nehme mittlerweile ungern irgendeine Nahrungsergänzung zu mir (außer Biotin).

  • Exilberlinerin

    Vielen Dank ! Das nenne ich doch mal Information !! Klingt interessant, das wäre auch was für mich !

  • Claudia O.

    Geht das alles nicht etwas zu weit? Mir gefallen meine Röllchen auch nicht unbedingt aber zu so drastischen Maßnahmen greifen? Es ist schon schlimm genug dass Frau in jeder Zeitschrift mit Diäten und Magermodels genervt wird.Ich finde man sollte sich so annehmen wie man ist ( bzw. sich beim Älterwerden verändert).
    Sorry..meine Meinung
    LG Claudia

    • das ist doch ok – jeder wie er meint.

      Ich kann dich aber beruhigen, ich habe noch diverse Röllchen übrig und ich denke, bei Diäten usw bin ich komplett unverdächtig ;-)

      Ein Punkt ist natürlich das Annehmen wie man ist. Das mache ich nicht. Ich bin seit längerem dabei, mich zu verändern und zwar aktiv. Das bezieht sich aber nicht nur auf Botox und Co, sondern hauptsächlich auf das, was im Kopf ist. Ich denke nicht, dass ich bisher mein Potential ausschöpfe und ich versuche, die Grenze zu finden. Aber es gibt eben auch äußerliche Dinge, die mich stören. Und die ändere ich – in gewissen Grenzen. Nach der OP würde ich nur im äußersten Fall nochmal zu einer solchen Maßnahme greifen – aber ich liebe es, meine Augen wieder richtig schminken zu können. Ich freue mich jedes Mal darüber. Das hat dann auch nichts mit Jungsein zu tun, ich sehe aus wie Mitte 40 und das ist auch völlig in Ordnung. Aber ich mag mich auch nicht über Denkerfalten auf der Stirn ärgern. Sie stören MICH, egal, was andere dazu sagen.

      Aber wie gesagt: da gibt es persönliche Grenzen und die muss man halt finden. Bei mir liegt sie ganz klar bei weiteren OPs. Ach ja, und Fraxellaser im Gesicht – niemals nicht lasse ich mich in ein Brandopfer verwandeln.

  • Für mich wäre das auch was – Stichwort Bäuchlein :) Werden hier die Fettzellen eigentlich auch dauerhaft zerstört wie bei Fettabsaugungen? Dort habe ich ja viel zu viel Schiss vor der OP.

    • Das würde ich nicht machen lasen. Da habe ich schon einige üble Sachen gesehen, nekrotische Stellen usw., die dann nur noch plastisch korrigiert werden konnten bzw. mussten.
      Aber ich überlege, wohin die zukünftig zu üppigen Mahlzeiten und Kalorien wandern ?

      • naja, es wird ja auch explizit nicht als „Diät“ oder für Übergewichtige empfohlen, sondern als gezielte Maßnahme an Stellen, die bei schlanken Frauen „abnahmeresistent“ sind – wie die besagten Reiterhosen etc

        von daher stellt sichd as Problem dann eigentlich nicht

  • ja, die sind dauerhaft weg. OP möchte ich deswegen auch auf keine Fall haben…

  • Hallo, ist der Beitrag gekauft? Ich war Kunde bei Kryoform und der Laden ist das Letzte. Die Koordination funktioniert gar nicht und das Beratungsgespräch war wie eine Kaffeefahrt. Was ich nicht alles für Mittelchen kaufen solle. Zum Thema Fachpersonal. Die haben irgendwo in der Verwaltung einen Arzt rumlaufen, aber in den Filialen sitzen und angelente Hilfskräfte. Ich habe mich NICHT gut aufgeheben gefüllt aber jeder macht wohl andere Erfahrungen.

    • Hier gibt es keine gekauften Beiträge.

      Warum bist du dahin gegangen, wenn es dir nicht gefallen hat? Ich hatte ein gutes Beratungsgespräch, habe keine Mittelchen gekauft und Terminprobleme gab es auch nicht.

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