Kino: Violette

Weil du so hässlich bist.

Dieser Film läuft seit Ende Juni in den Kinos, wer ihn also sehen will, muss sich wohl beeilen. Aufgrund des Trailers war ich nicht sicher, ob ich in einen Kostümfilm gerate. Na, wenn schon, dachte ich, die Französinnen bestechen meist durch ihre schicke Kleidung, und das ist ja mal nicht schlecht.

Aktuell gibt es keine Literatur mehr in Deutsch von Violette Leduc. Ich besitze das Buch „Die Bastardin“, welches mir eine Freundin 1989 (!) schenkte. Ich denke, ihr Buch ist so ´ne Art „Feuchtgebiete“ der 50/60ger Jahre, also daran erkennt ihr, wie diese Frau ihrer Zeit voraus war.

Der Film breitet ihr Leben in all seiner Kompliziertheit und Unangepasstheit aus, nimmt dabei Bezug auf die gesellschaftlichen Umstände. Er spielt von den (2.Welt-)Kriegsjahren bis zu ihrem Rückzug aufs Land: VL lebte von 1907 bis 1972.

Sie konnte sich einfach nicht so gut „verkaufen“, aber sie lernte Simone de Beauvoir kennen, die sich sehr für sie einsetzte. Der Film zeigt die unkonventionelle unangepaßte Violette und ihre Obsessionen. „Ich bin eine Wüste, die mit sich selber spricht.“

Simone de Beauvoir ist eine wichtige Nebenrolle in dem Film, gut gespielt von Sandrine Kimberlain, sie ist modern gesprochen die Mentorin von Violette, die sie anhimmelt bis hin zu stalkenden Zügen. Gut fand ich, dass das so häufig mit präsentierte Beziehungsleben von Beauvoir/Sartre hier absolut außen vor bleibt.

Es macht Spaß, diese wichtige feministische Autorin näher kennen zu lernen und die Kostüme sind wie schon gesagt bestechend.

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