Lasst euch nicht instrumentalisieren, Teil II, oder

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worauf ich nun hinaus will, ist Folgendes: Die Diskussionen um die richtige Art zu leben, wenn man Kinder hat, und darüber, ob man Kinder haben sollte oder nicht, ist immer emotionsgeladen. Aber sie wird immer sehr schnell richtig hart, wenn Frauen diskutieren.

Mein Eindruck aus dem beautyboard und auch teilweise hier im Blog ist, dass Frauen sich sehr schnell angegriffen fühlen, wenn eine andere Frau hierzu eine abweichende Meinung vertritt. Berufstätigen Müttern schlägt dieser kollektive Vorwurf, sie kümmere sich ja nicht „richtig“, täglich von nichtberufstätigen Müttern entgegen. Mir wurde schon vorgehalten, ich sei ja nie in der Schule, weil ich mich ja nicht interessiere, und neulich, als ich ausnahmsweise meine Tochter abgeholt habe, wurde ich von den ständig dort präsenten Müttern ganz erstaunt gefragt „Was machst du denn hier?!?“. Ich denke eigentlich, ich darf mein Kind auch abholen.

Natürlich bin ich ebenso wenig wie Irit frei von Urteilen, wir finden ja eigentlich auch, dass unser Leben das einzig Senkrechte ist. Aber warum ist das so? Definieren wir Frauen uns immer noch so sehr über unsere Mutterrolle, dass wir unseren Schwestern nicht mal zubilligen können, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen? Können wir nicht akzeptieren und vor allem respektieren, dass nicht jede Mutter arbeiten will? Dass nicht jede Frau Mutter sein will? Dass manche Frauen ohne ihre Arbeit eingehen würden, ohne dass das bedeutet, dass sie ihre Kinder nicht lieben? Müssen wir immer noch die Bestätigung von anderen Frauen haben, dass sie es genauso machen wie wir, damit wir zufrieden mit unseren Entscheidungen sein können?

Naja, wenn ich so frage, dürfte die richtige Antwort klar sein, oder? Natürlich sind Respekt und Akzeptanz die richtigen Haltungen zu den Lebensentscheidungen anderer Frauen. Und deswegen habe ich mir vorgenommen – und hier schließt sich der Kreis zu dem Artikel über das unsinnige, ja schädliche Abwerten anderer Frauen -, in Zukunft offener und wacher zu sein und andere Frauen nicht immer innerlich oder tatsächlich abzuwerten und anzugreifen, nur weil sie anders leben wollen als ich es tue.

Und das ist mein Wunsch an euch, dass ihr dieses Thema im Herzen bewegt, mitnehmt, mit anderen Frauen diskutiert: Wir sollten uns nicht gegenseitig fertig machen, diese Gesellschaft ist frauenfeindlich genug, auch ohne, dass wir die Abwertungen von Frauen noch gegeneinander vollstrecken.

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