Braucht man eigentlich Beautyblogger?

Achtung: Werbung! Lesen auf eigene Gefahr*

In letzter Zeit denke ich öfter mal über das Bloggen an sich nach. Für mich ist es einfach die Möglichkeit über meine Lieblingsthemen zu schreiben – von Beauty über Musik, Bücher bis hin zum Nachdenken über das Leben. Janne geht es ähnlich, das hier ist unser Privatvergnügen. Das wohl gerne von vielen anderen Frauen geteilt wird. In letzter Zeit beobachte ich jedoch erstaunliche Trends in der Bloggerszene.

Zum einen gibt es offensichtlich immer mehr Artikel gegen Geld, das steht zum Teil dabei (wie bei der immer ehrlichen Andreea von MyBeautyBlog), manchmal aber auch nicht. Da die eine oder andere Anfrage auch bei mir eintrifft, kommt einem das eine oder andere dann doch bekannt vor.

Ich denke, ich muss es nicht nochmal sagen: weder Janne noch ich würden jemals gegen Geld einen guten Review schreiben, wir schreiben nur über Dinge, die wir mögen. Und wir machen uns auch nicht über Werbekunden abhängig.

Der nächste seltsame Trend sind „professionelle“ Blogs. Soll heißen: Leute, die im Hauptberuf eh in der Branche unterwegs sind, betreiben einen Hochglanzblog. Der natürlich richtig gut programmiert ist, das Layout stimmt und so weiter (apropos: unseren habe ich selbstgemacht). Prominentestes Beispiel ist mit Sicherheit Bobbi Brown, aber mittlerweile haben fast alle Frauenzeitschriften Blogs, von Brigitte über Myself bis Vogue.

Warum ich den Trend seltsam finde? Ganz einfach: wenn ich z.B. bei den Brigitte Stylenotes über Besuche der Kosmetikfirmen in der Redaktion lese, denke ich mir so meinen Teil. Das sind zum einen überlebenswichtige Werbekunden, zum anderen hat man als Magazin natürlich eine Poleposition in Sachen Information, an die der gewöhnliche Blogger niemals rankommt. Und ob die Berichte an der Stelle wirklich die persönliche Meinung wiederspiegeln? War das nicht Sinn und Zweck eines Blogs? Die persönliche Meinung?

Ich bin eigentlich ganz froh, dass wir nie auf diesen Zug aufgesprungen sind, als erste über irgendetwas zu berichten, sondern einen Großteil des Blogs mit eher zeitlosen Themen gestalten. Und ist es wirklich wichtig, ob ich über die neue Foundation vier Wochen früher oder später berichte? Nö, finde ich nicht.

Ach ja, angeregt zu meinen Gedanken über Blogger wurde ich übrigens durch die Financial Times, s. dieser Link. Beautyblogs statt Aktienkurse, mal was anderes.

Ich glaube, wir werden uns in der nächsten Zeit noch mehr vom klassischen Beautybloggen lösen und unser Ding hier machen. Lieber gute Hautpflege und warum man was machen sollte als der fünfte pinkfarbene Lippenstift. Wenn ich mir die Trends so anschaue, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die deutsche Liza Eldridge auftaucht und den Hobbyschminkern das Wasser abgräbt. Ich bin mal gespannt, wie es weiter geht.

Ach so, natürlich braucht man Blogger. Und natürlich Beautyblogger. Wer sollte denn sonst über den fünften roten Lippenstift schreiben?

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