Weitergedacht von Iridia: Minimalistisches Reisen

Ich habe es gerne minimalistisch , durchaus auch bei Reisen. Wie zum Beispiel letzten

Beim Reisen bin ich im letzten Sommer auf den Minimalismus gekommen. Wir sind seit paar Jahren jeden Sommer 14 Tage in London. Da ist Fluggepäck ein totales Thema. Letztens flog ich mit Leuten, die erzählten, auch so lange zu fliegen und die flogen nur mit Rucksack. Ich konnte es nicht fassen.

Wir fliegen zwar mit Koffer, aber mein Ehrgeiz war geweckt, so wenig wie möglich mitzunehmen um gar nicht erst in die Nähe des maximalen Gepäcks zu kommen. Das war im Jahr davor schon ein Thema. Inzwischen fliege ich auch öfter eine knappe Woche zu meiner Tochter, Schwiegersohn und Enkelkind und da nehme ich wirklich nur noch Handgepäck, ebenso bei anderen Städtereisen.

Bei mir Punkt eins und ganz wichtig geworden: wenn ich was kaufe, lass ich dafür was da. Ich kaufe nichts Schweres oder Unhandliches mehr, packe in Cubes und sinnvolle Einheiten, z.B. Slip und Socken in einem Knäuel. Ich hab viel mit Reiseprofis geredet und viele gute Tips bekommen.

Es gibt kleine, leichte, faltbare Reisebügel, die Waschen ermöglichen, ich hab gelernt, dass Pulverwaschmittel besser ist als Reisetuben, man aber auch Shampoo aus dem Hotel nehmen kann und ich suche mir Klamotten zum Layern raus, die ich zum Teil erst vor Ort vervollständige. Ich nehme immer eine Daunenjacke mit, die zusammengerollt so groß ist wie ein halbes, kleines Brot und über die Sachen passt, sowie Thermounterwäsche, auch im Sommer. Das spart oft Pullover oder Jacken und dicke Hosen, wenn es kühler wird.

In London erzählte eine, sie hat auf dem Weg zu einer Gartenparty vorher ein Thermounterhemd gekauft und tatsächlich auch spät nicht gefroren, als sie es an hatte. Das Besondere war, dass es unter dem dünnen Kleid nicht auftrug und die Silhouette versaute, für mich bedeutet nicht auftragen aber auch weniger Packvolumen.

Ich hatte im letzten Sommer ein längeres ärmelloses, dunkelblaues (ich liebe Ton in Ton) Kleid, darüber einen dünnen Merinopullover und darüber eine Daunenjacke, als es wirklich mal paar Tage kalt und regnerisch war. Flache Schuhe mit Sneakersocken drin, Rucksack. Es passte wirklich überall und obwohl ich mehr mit hatte, hab ich nur das angezogen. Ich liebte die Kluft heiß und innig und wollte gar nichts anderes tragen. Hier trug ich den Pullover dazu, weil es morgens noch frisch war. Ich fühlte mich leicht, unbeschwert und hatte alles mit, was ich brauchte. Es war perfekt.

Den Rucksack hatte ich Jahre davor für den Flug gekauft, damit ich die Hände frei hatte, aber der war in der Stadt so perfekt, man konnte Jacke, Schirm (Teflon, kann man abgeschüttelt und fast trocken wieder in die Tasche werfen), Wasser und Einkäufe problemlos transportieren. Da wir uns selbst versorgt haben (wir wohnen immer im Gästehaus eines Colleges), brauchten wir immer was zu essen zum Diner.

Solche Zusammenstellungen suche ich auf Reisen. Im Jahr davor hatte ich Jeans an, die ich dort gegen neue ersetzte und die alten dort ließ, genauso wie Sneaker. Ich bin zwar noch nicht ganz dort, wo ich hin will, denn ich brauche Zeug, das gleichzeitig schön und praktisch ist. Ich will nicht das Gefühl haben, mich künstlich beschränken zu müssen, aber ich will auch nur so viel wie wirklich nötig mit hin nehmen.

Das mal paar Worte dazu, was der Grund dafür war, das ist halt ein Langzeitprojekt. So nach und nach gibt es viele Details dazu. Ich habe inzwischen eine Schublade zuhause, in der die Cubes sind, z.B. auch ein Küchenmodul, das ich einpacke, wenn wir hauptsächlich im Hotel essen. Wir sind riesige Fans ausländischer Supermärkte. In London im Sommer essen sowieso die meisten draußen im Park, es gibt auch sehr viel frisch und fertig.

Wenn ich zu meiner Tochter fliege, ist das meist so eine knappe Woche, dafür habe ich einen größeren Rucksack aus regenfestem Stoff, grau, sehr minimalistisch.
Mir fällt gerade ein, dass ich auch ein Technikcube packe, mit Kabeln, Kindle, Steckern, iPad (falls ich das überhaupt mitnehme), damit ich alles Wesentliche sowohl bei der Sicherheitskontrolle als auch vor Ort zusammen habe.

Wie reist ihr denn?

11 Kommentare

  • Iridia schön dich hier zu lesen! ich finde du schreibst immer sehr anschaulich und detaliert, das gefällt mir sehr! Ich reise leider meist mit viel zu viel Gepäck, aber ich bin dran und bei der letzten Reise, habe ich auch ganz genau überlegt. Mein Koffer war wesentlich leichter und ich war trotzdem immer gut gekleidet. Dies werde ich bei meiner nächsten Reise noch optimieren.
    Viele Grüße und schöne Ostern

    • Vielen Dank, dir auch schöne Ostern. :)

      Ich neige schon zu Hause dazu, Sachen, in denen ich mich wohlfühle, pausenlos zu tragen. Komischerweise bin ich ausgerechnet auf Reisen selten auf die Idee gekommen, das genauso zu machen. Mit leichten Abwandlungen ist wirklich für jeden Anlass was dabei gewesen.

  • Den besten Tipp den ich klamottentechnisch je bekommen habe, ist Sportfunktionskleidung. Ich backpacke seit meiner Jugend leidenschaftlich gern, früher noch mit meinen 3 besten Freundinnen für 1 Monat mit Interrail quer durch Europa. Heute gern in ferne Länder. Und da ist es oft schwül. So richtig schwül, mit gefühlten 100% Luftfeuchtigkeit. Der erste Impuls ist ja dann immer, so wenig Kleidung wie möglich zu tragen, weil wirklich alles sofort am Körper pappt. Dumm nur, dass der Sonnenschutz an exponierten Stellen keine 10 Sek . halt vor lauter Luftfeuchtigkeit und Geschwitze und die feuchte Kleidung die Haut aufrubbelt. Die Lösung: enge Leggins und Shirts, die man auch z.B. zum Joggen trägt. Die scheuern null (sehr wichtig!), schützen vor Sonnenbrand, wenn man die lange Variante kauft, man klebt dann auch nicht an Stühlen o.ä. fest und sie transportieren den Schweiß von der Haut weg. Die Sachen sind ja so dünn und leicht, man kann sie easy bei Bedarf unter einer langen luftigen Hose oder einem Kleid tragen. Die nehmen kaum Platz im Gepäck weg, sind selbst nur mit Wasser gut waschbar und trocknen auch bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit noch blitzschnell. Nie wieder ohne!

    • Sportklamotten wusste ich zwar noch nicht, aber ich finde die neuen Funktionsfasern auch perfekt. Was ich bei sehr warmem Wetter am meisten genieße: schnelltrocknende Unterwäsche.
      Ich hab in London bei Uniqulo einige Slips in Airism- Material gekauft und fand es wunderbar. Das war beim Schwitzen ruckzuck wieder trocken. Leider kriege ich keinen BH, bei dem das genauso funktioniert, Standardgrößen passen mir da nicht.

      Ich weiß noch, wie ich vor vielen Jahren das erste Mal bei Globetrotter ein Kleid aus so einer neuen Faser gekauft habe. Es war nach dem Waschen nach 2 Stunden trocken. Nachts waschen und trocknen, jeden Tag anziehen, zusammengelegt wie eine Tafel Schokolade. Ich bin mal mit nur 2 von diesen Kleidern und einer Strickjacke losgezogen. Damals gab es noch keine der jetzigen Wärmefasern und ich hatte extra noch so einen dünnen Angorabauchwärmer mit. War es kalt, zog ich das Teil aus der Handtasche auf der Toilette an und schon war das Problem gelöst.
      Später fand ich noch eine Bluse, die ähnlich schnell trocken war. Da ich normalerweise aber eher zum Frieren als zum Schwitzen neige und ich den Text im tiefen Winter geschrieben habe, fiel mir vor allem die Wärmefunktion wirklich dünner Sachen ein. Ich friere auch im Sommer bei zu kalt eingestellten Klimaanlagen oder wenn es mal kühler, feuchter und windig wird.

      Was auch toll ist: T-Shirts, die unten leicht glockig geschnitten sind. Da geht der Wind drunter und man schwitzt so gut wie gar nicht. Dazu kommt, dass sie vielen Figuren, auch meiner, sehr schmeicheln. Sieht als T-Shirt etwas ungewöhnlich aus, wenn es unten weiter ist, ist aber perfekt für den Sommer.

      In feuchten Regionen bin ich eher selten, sehr interessant, was du dazu schreibst. Ich bin froh, dass es Firmen gibt, die direkt Mode mit diesen Materialien machen. In Städten muss ich auch an einem Tag in verschiedene Orte passen (wir waren auch nach so einem Tag im Theater oder in einer Bar). Was mir gerade beautymäßig einfällt: in England gibt es viele Körperpuder, die ich wunderbar finde, er trocknet zusätzlich, reizt nicht und duftet zart. Es gibt sogar kleine Reisepudergrößen.

      • Bei mir ist heute der Fehlerteufel unheimlich aktiv und ich kann nicht korrigieren. Es heißt Uniqlo.

        • Oh, ich sehe gerade, dass es Uniqlo mittlerweile auch in D gibt. Hab mir vor Jahren in NY Trägerhemdchen mit eingearbeitem BH auch aus diesem Material gekauft und liebe die!
          Ich hasse BHs und brauche eigtl. auch keinen mit meinem B-Cup. Nicht mal zwingend beim Sport. Aber irgendwas muss man ja unter Blusen und Shirts anziehen. Ich friere nämlich auch leicht und, äh ja, das sieht man dann auch ganz deutlich. Bustiers sind zwar bequemer, aber vom Stoff her immernoch zu dünn, um das 100% abzudecken. Das ist mir im beruflichen Umfeld doch unangenehm. Da kommen so Hemdchen mit einem stärkeren Einsatz und Gummibund unter der Brust gerade recht.
          Außerdem kann man die gut in die Hose/den Rock stecken, dann zieht es nicht an den Nieren. Dass ich mich das mal noch sagen höre! Was hat meine Mutter sich da früher den Mund fuselig geredet! Man wird halt älter! Da geht die Gesundheit vor Schönheit. Obwohl ich diese extremen Hüftjeans eh gar nicht mehr schön finde und mir nicht erklären kann, wie ich die jemals cool finden konnte. Mein Oberkörper ist nämlich etwas länger als die Beine und wenn ich mir die Bilder von früher so ansehe… sehr, sehr unvorteilhaft! 🤦

          • Ich fand interessant, dass die Sachen, die ich mir eigentlich hauptsächlich für die Reise angeschafft habe, in den normalen Alltag übergehen und sich dort genauso bewähren. Mein Kleiderschrank hat viel mehr Platz, seitdem ich auch hier angefangen habe, zu layern. Wärme ohne Volumen ist nicht nur ein toller Figurschmeichler, es reist sich auch besser und spart zu Hause Platz. Ich hab mir diesen Winter diese Teddymäntel angesehen und sie verworfen, weil sie im Schank einfach viel Platz fressen. Dafür trug ich unter meiner längeren Jacke eine Fleecejacke. Eigentlich zum Sport gekauft, hat die für mich die Jacke aufgewärmt. Gut war, dass die ziemlich hoch ging und ich das erste Jahr auch ohne Schal verbracht hab. Ich staune, was man ohne Verlust weglassen kann, wenn ich mal vom Bewährten weg gehe, nach dem Motto „Andere Wege haben auch schöne Steine.“
            Ich liebe z.B. Stockschirme und hab sie mein ganzes Leben getragen. Erst bei der Gepäckoptimierung ist mir aufgefallen, wie unbequem das war, wenn man unterwegs noch noch kaufte oder mitnahm – was häufig vor kam. Ich wollte immer freie Hände und nichts Sperriges. Dabei ist mir aufgefallen, dass es inzwischen ganz andere Arten von Schirmen gibt, die mir viel mehr entgegen kommen. Manchmal braucht man einen anderen Plan, um das zu verbessern, was schon in der Gewohnheit aufging. ;)

            Mit Handgepäck reisen wollte ich seit dem Moment, als ich gegen Mitternacht noch fast eine Stunde todmüde am Gepäckband stand und neben mir ein Viertel der Leute einfach mit Rucksack oder der kleinen Reisetasche raus gingen. Aber ich stelle fest: so lebe ich auch leichter und sogar besser.

  • Nur Handgepäck für Städtekurztrips schaffe ich mittlerweile auch gut, schlicht und ergreifend, weil ich zu geizig bin, soviel für einen Koffer draufzuzahlen. Das ist oft teurer als der Flug selbst. Das Warten am Gepäckband mag ich auch nicht, es ist kostbare Zeit, die ich bei Kurztrips gern anderweitig verbringen möchte. Da warte ich lieber an der Bushaltestelle draußen, da bekomme ich wenigstens was von Land und Leuten mit.
    Das mit dem multifunktionalen Aspekt und Layern bei Kleidung finde ich sehr gut. Da schneide ich mir noch eine Scheibe von Dir ab. Ich bin schon froh, dass ich es geschafft hab, nun hauptsächlich kombinierbare Basics zu besitzen, die ich auch oft anziehe!
    Vor allem in einem anderen Bereich ist mir aber der multifunktionale Aspekt aufgefallen. In der Küche! Wozu brauche ich je eine Reibe für Muskatnüsse, Zitronenschalen, Käse o. sonst was? Eine, die alles kann, tut’s auch. Oder extra Zwiebelschneider, Apfel- und Eierteiler, etc.? Dafür gibt’s Messer! Mit denen kann man schneiden, zerkleinern, teilen, schaben,… eine ganz wundersame Erfindung! 😄 Ich lebe allein und muss morgens weder 5 Pausenbrote schmieren noch 10 Kartoffeln am Abend schälen. Ich hab aber sowieso das Gefühl, dass ich heute weniger brauche als früher. Natürlich auch, weil man sich mit der Zeit einen gewissen dauerhaften Grundstock zugelegt hat, z.B. die etwas teureren Weingläser oder das hochwertige Kaffeeservice. Aber sonst? Ich bin ebenso wie du, oft erstaunt, wie wenig man eigtl. wirklich braucht bzw. benutzt. Ich besitze eine Lieblingstasse und wenn ich’s mir recht überlege, ist sie die einzige Tasse, die ich letztes Jahr benutzt habe! So viel zum Kaffeeservice 😂
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall ein paar schöne Osterfeiertage, liebe Iridia!

  • Interessante Anregungen! Letztendlich ist es ja echt immer so, dass man von den mitgenommenen Sachen ohnehin nur einen Bruchteil anzieht. Ich nehme daher im Sommer auch immer nur eine lange Jeans mit, eine kurze Hose, 2-3 Oberteile und einen Hoody (und Unterwäsche natürlich^^). Mehr brauche ich in der Regel nicht und bis auf einen einzigen Urlaub, in dem ich mir ein Regencape für ein paar Euro kaufen musste, weil es einfach so gar nicht mehr aufhören wollte zu regnen, kam ich bisher mit allem gut klar.

  • Hallo Irit, von wem ist denn das Kleid, Ich bin schon länger auf der Suche, oft gibt es aber nur kurze.
    Liebe Grüße Monika

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