Minimalismus: was kann weg?

Der Anfang alles Minimalismus ist: aussortieren, verschenken, wegwerfen. Denn mit viel Krempelkram wird es nichts mit dem Minimalismus. Ich habe dabei hauptsächlich über zwei Fragen nachgedacht: wie identifiziere ich Überflüssiges? bereue ich das später?

Die erste Frage ließ sich für mich relativ einfach beantworten, indem ich mir einfach drei Fragen gestellt habe:

  1. benutze ich den Gegenstand überhaupt? (im weitesten Sinne natürlich, bei Deko ist das schwierig mit dem benutzen)
  2. macht der Gegenstand mich glücklich?
  3. behalte ich den Gegenstand, weil er halt da ist oder mit voller Absicht?

Insbesondere bei Frage 1 sollte man mit Augenmaß an die Sache herangehen. Natürlich benötige ich meine Plätzchenausstecher nicht jede Woche, aber jedes Jahr an Weihnachten. Ich frage mich derzeit, ob ich wirklich einen Dampfgarer brauche, ich glaube, ich habe den das letzte Mal vor einem Jahr benutzt und seither nicht vermisst. Meine Küche ist sowieso nochmal „dran“, da gibt es Dinge wie eine Geflügelschere, die ich seit dem Kauf vor 12 Jahren NOCH NIE benutzt habe, weil ich eh immer nur Hähnchenbrust kaufe.

Hinter alldem steht natürlich die Frage, ob man es nicht bereut, wenn man aussortiert. Vielleicht passt man ja doch nochmal in den Rock Gr. xx (Wunschzahl einsetzen) oder man braucht das exotische Messer oder liest doch nochmal das Buch. Und man behält alles für den Fall, der mal eintreten könnte. Kleiner Tipp: dieser Fall wird niemals eintreten. Schwierig ist es trotzdem.

Ich denke, man sollte sich schlicht aufs Bauchgefühl verlassen und langsam anfangen. Und auf gar keinen Fall sollte man sich von Ratschlägen wie „man braucht nur 30 Kleidungsstücke“ oder ähnlichem Unsinn verrückt machen lassen. Ich habe bei einigen Dingen sehr lange gebraucht, weil ich unsicher war. Also zunächst mal mit einfachen Fällen beginnen. Zum Beispiel Kleidung, die nicht mehr passt oder Bücher, die man nie wieder liest, weil man sie schon beim ersten Lesen nicht sooo toll fand.

Das Schöne ist: hat man erstmal angefangen, geht es immer besser.

Ich habe sehr viel entsorgt, verschenkt und so weiter und bisher habe ich noch nichts vermisst. Fertig bin ich noch nicht, aber das wird noch. Ausmisten ist eine sehr individuelle Angelegenheit und was notwendig ist, entscheidet jeder für sich.

Genau wie die Anzahl der Dekogegenstände auf der Fensterbank.

5 Kommentare

  • manuuu_39

    Liebe Irit,
    ich hatte vor 2 Jahren einen Wäschetrocknerbrand und der Rauch zog vom Keller bis unter das Dach😕 in der Aufräumphase hatte ich wirklich jeden Gegenstand und jedes Kleidungsstück unseres 4 Personenhaushalts+Hund in der Hand. Die Entscheidung ob sich diese Reinigung lohnt aber auch ob ich das alles brauche viel schnell und spontan. Es war aber auch manchmal hart. Jetzt 2 Jahre später: ich vermisse die aussortieren Teile nicht, lebe gut mit 3 Handtaschen, bummel gerne mit meiner Freundin durch diese Geschäfte aber kaufe meist nichts. Mein Kleiderschrank enthält nur Lieblingsteile die mir passen und wenn ich etwas neues kaufe, ist es ein besonderes Teilchen an dem ich lange Freude habe. Minimalismus befreit auch im Badezimmerschrank, Körper und Gesichtspflege…nur Sachen diese ich gerne mag und nur in einfacher Ausführung. Dekoration habe ich auch, aber 1 Schublade reicht dafür und ich verändere sie öfter als vor dem Brand.
    Liebe Grüße
    Manuela
    Mein Text ist ja nicht sehr minimalistisch geworden😊

    • Hm, eine radikale Methode… bei dir der Trocknerbrand, bei mir die Trennung

      • … und häufiges Übersiedeln 🙂 … berufsbedingt bis vor einigen Jahren viele Male wirken ähnlich wie ein Wohnungsbrand – bevor man das wenig gebrauchte oder geliebte, aber geschenkte Ding XY neuerlich aufwendig für den sicheren Transport verpackt, schmeißt man es dann doch endlich weg, wenn man es – der Idealfall – bisher nicht an jemanden verschenken konnte, der damit wirklich Freude hat!

  • Schon drastisch hier… Trennung, Hausbrand, Übersiedeln.

    Ich kann alle anderen beruhigen: es geht auch mit wesentlich weniger Drama 😀

  • Bisher zog ich alle paar Jahre um…und in dessen Rahmen wurde immer ausgemistet.
    Nun wohne ich schon ueber 8 Jahre im gleichen Haus,…demnach sammelt sich vieles an…..🙄😏
    Ich muss uuuunbedingt aussortieren,……..,dein Artikel motiviert mich (mal wieder),….

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