Minimalismus als Bloggerin

Das Leben als Bloggerin in Sachen Hautpflege, Makeup und Beauty allgemein? Je nach Bekanntheitsgrad wird man fast überschüttet mit Produkten aller Art. Und irgendwann hatte ich damit ein Problem.

Und auf diesem Bild kann man das Problem sehr schön sehen: es ist ein bisschen viel. denn nach Herausforderung Nr. 1 „wann soll ich das alles ausprobieren“ kommt Herausforderung Nr. 2a „wann soll ich das jemals aufbrauchen“ bzw. 2b „wie werde ich die Sachen los?“. Gut, Nr. 2b ist schnell gelöst mit Hilfe von Freundinnen und Bekanntenkreis.

Nr. 2a ist unterschiedlich, Cremes etc leeren sich dann doch immer schneller als man denkt, schwieriger ist dieser Fall:

Diese Massen an Makeup kann absolut niemand aufbrauchen. Und da ich Sachen nicht aufbewahre, um irgendwelche Vergleichsswatches etc zu machen, habe ich im Lauf des letzten Jahres mein ganz persönliches Machbarkeitskonzept für den Blog entwickelt.

Pflegeprodukte

Ich arbeite nur noch mit wenigen Firmen zusammen, von deren Produkte ich überzeugt bin und die ich auch in den meisten Fällen gut vertrage. Ich mag mir einfach keine parfümierte Massenware egal welcher Preisklasse ins Gesicht packen, sondern ich erwarte wirksame Pflege mit vernünftigen Inhaltsstoffen. Und da ich mittlerweile auch ein wenig Geld mit dem Blog verdiene, reinvestiere ich und kaufe mehr Sachen, z.B. The Ordinary oder NIOD oder koreanische Produkte.

Das macht mich unabhängiger und ich suche mir mittlerweile ganz gezielt aus, worüber ich schreibe. Das hat so mancher Marke nicht gepasst, aber für mich ist das Konzept einfach klasse.

Und siehe da: die Sachen, die ich für gut befinde, leeren sich dann auch immer und das ein oder andere kaufe ich nach – das hatte ich lange Jahre nicht, weil es sich immer getürmt hat. Und alles andere, was nicht 100% stimmt – weg damit. Wahlweise als Körperpflege aufbrauchen oder verschenken.

Makeup

Ich habe Anfang des Jahres gnadenlos aussortiert. Ich brauche keine zwanzig roten Lippenstifte und zwölf Foundations benutze ich auch niemals. Das führte dazu, dass sich der oben abgebildete Schminkwagen zusehends leerte, meine Umgebung dank großzügiger Geschenke glücklich war und ich auch.

Blieb jedoch Herausforderung Nr. 4 – die schönen Sachen. Makeupsachen, die sooooo toll aussehen. Und die ich seltenst benutzt habe. Da half nur die Brachialmethode: alles weg, was nicht benutzt wird, sei es auch noch so schön. Wir reden hier schließlich nicht von Kunst, sondern von Schminke.

Das hat mich Überwindung gekostet. Und ging auch nicht leicht von der Hand. Aber mittlerweile ist es geschafft. Mein alter Bobbi Brown-Koffer wurde wieder hervorgeholt und alles passt locker rein. Und mal abgesehen von einer gewissen Winter-Sommer-Spanne bei Foundations benutze ich alles davon. Ich gebe zu: so richtig minimal ist das nicht, aber Beautyblog-minimal. Und das ist doch auch schon was.

Und jetzt arbeite ich noch an meiner Badschublade mit den diversen Pflegeprodukten… naja, andererseits, macht Spaß.

12 Kommentare

  • Toller Artikel, ich hab mich schon immer gefragt, wie das läuft, wenn so vieles zugeschickt wird. Mir ging es schon bei der Glossybox so, irgendwann türmten sich suboptimale Produkte, die man evtl. später…. 😉

    Lippenstifte und Rouges sind bei mir tatsächlich die Ausnahme, sowie seit Jahrzehnten ein und dieselbe Art von Augenbrauenstift, der leider jetzt aus der Reichweite geht (Astor). Ausnahme auch deswegen, weil eine kleine Nuance neben der sich wandelnden Hautfarbe und des Lichtspektrums der sich wandelnden Jahreszeiten ein Ton von mir superschnell als „falsch“ erkannt wird. Ich wechsle tatsächlich ständig aller 14 Tage. Ich hab trotzdem für mich veraltete Finishs (glänzende) weg gegeben und konzentriere mich auf Matte, die vor allem im Sommer besser halten oder ab und zu gleich mal einen Gloss, wenn es denn wirklich mal glänzen soll.

    Ich bin auch schon auf einem guten Weg, aber es geht bei weitem noch besser. Deine Artikel zum Thema lassen mich immer gleich anfangen, die Sache weiter zu betreiben und am Ende steht ein übersichtlicheres Leben, bei den man irgendwie tiefer durchatmen kann. Das ist in unseren Zeiten, wo man mit Anregungen und Produkten zum Haben zugeballert wird, eine für mich regelrecht notwenige Regulation. Herzlichen Dank dafür, mir gibt das wirklich viel und lässt einen auch nicht ganz von der Kosmetik abfallen. Wenn etwas seine Schuldigkeit getan hat, für einen Zeitraum Freude und Spaß an der Entdeckung gemacht hat, darf es doch in Frieden gehen. Die Kosten für das Produkt über diesen Zeitpunkt hinaus versuchen, wieder reinzuholen, funktioniert nicht. Weg damit.

    🙂

  • Diesem Post und dem Kommentar darauf kann ich _nichts_ Neues hinzufügen. 😊

    Danke Irit! Danke Iridia! (Über die Namensähnlichkeit und die Kogenialität musste ich schon mehrmals schmunzeln. Kennt ihr beiden euch? Seid ihr befreundet? Verwandt? 😀)

    Liebe sonnige Grüße!
    Ulrike

    • Nein, wir kennen uns nicht – aber haben schon oft erstaunliche Übereinstimmungen festgestellt! Sozusagen mein digitaler Zwilling

      • Ja, leider nicht. Falls du mal in Dresden bist, sollten wir mal einen Champagner oder Kaffee zusammen trinken, das gilt auch für dich, Ulrike. 🙂

        Wäre sicher interessant und lustig. Im Moment haben wir viele Übereinstimmungen und sogar ähnliche Ehegeschichten, wie ich interessiert lese. Ich bin zwar etwas älter, aber mit dem tollen, neuen Mann jetzt auch 10 Jahre verheiratet und immer noch wild glücklich. Gehört irgendwie alles zum Ordnung machen, um sich wohler zu fühlen. 😀
        (Und auch das Alte hat ohne uns eine neue Chance verdient, wir liebten es ja.)

        • hm, Dresden steht jetzt nicht so ganz unmittelbar auf der Reiseliste… aber vielleicht bist du mal im Ruhrgebiet??

          • Vermutlich ja, meine Schwiegereltern wohnen in Unna, sind trotzdem selten dort. Leider komme ich oft nicht nach Dortmund. Aber, wenn sich mal die Gelegenheit ergibt, würde ich dir das schreiben.
            Ulrike, vielleicht willst du dazu kommen? Das wäre doch mal nett. 🙂
            Mein Angebot mit Dresden steht trotzdem. Wer weiß, was die Zukunft bringt. Behalten wir es im Auge.

  • Oder in Hannover?

    Ich glaube, altersmäßig tendiere ich eher zu Iridia, vielleicht sogar von der anderen Seite?😀
    Ähm – ehegeschichtlich hätte ich 30 Jahre mit dem gleichen tollen Mann zu bieten. 😉

  • Hannover ist ja auch nicht so weit weg…

  • Ihr könntet auch mit dem Zug kommen.
    Ich wohne zentralst und/aber im Grünen. 😀
    Neugierig?
    Kaffee und Champagner gibt es beides. Jetzt noch mit Erdbeer/-kuchen. 😋

  • Lustige Kommentare! 😀
    Beim Minimalisieren stehe ich noch ganz am Anfang, ich habe so lange Freude am Hereinholen gehabt, dass ich mich nun nur langsam an das Herauslassen gewöhnen kann. Aber da die Option eines größeren Hauses (lieber Villa, Herrenhaus, Schloß) leider nicht zur Verfügung steht, bleibt nur das Sichtrennen. Iridas letzten Satz in ihrem 2. Kommentar finde ich schön, das ist für mich ein guter Ansatz zum Weggebenkönnen.
    Gerade bei dekorativer Kosmetik hat mich zu oft die Optik verführt und tut es immer noch, aber der Wunsch des Besitzens ist schon deutlich kleiner geworden. Doch der Gedanke, alles in einem so übersichtlichen Köfferchen, auf einen Blick, zu haben, gefällt mir sehr. Bei Pflege wiederum probiere ich nicht (mehr) viel, seitdem ich gut funktionierende Produkte gefunden und meine Haut sich sehr gut entwickelt hat.
    Deine Artikel zum Minimalismus sind für mich ein sehr hilfreicher Ansatz. Danke dafür und bitte weitere davon!
    Viele liebe Grüße, April

    • keine Bange, ich habe noch gefühlte 20 Posts in der Pipeline, da gibt es tatsächlich sehr interessante Aspekte. Zum Beispiel auch im zwischenmenschlichen Bereich

  • Liebe Irit, dein Kosmetikkoffer gefällt mir sehr gut, da könnte ich ja glatt mein Nähkästchen zweckentfremden, im Bezug auf Kosmetika bin ich dann mal eine Minimalisten, aber nur wenn ich vergleichsweise Deine Kostemetika betrachte, aber meine Tiegelchen und mein Bad sind meine Freude und mein Ausgleich zum stressigen Alltag, sonst wie es so schön heißt, „der Weg ist das Ziel“, ich bewege mich zumindest mal in die richtige Richtung,
    alles Liebe Gabriele

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