Der Unterschied zwischen Minimalismus und Ausmisten

Wenn man sich meine bisherigen Beiträge zum Thema Minimalismus anschaut (geht übrigens hier), gibt es schon einen starken Fokus auf die Themen Aufräumen und Ausmisten und Wegwerfen und weniger auf den eigentlichen Sinn von Minimalismus. Und darum geht es heute.

Eigentlich ist es ganz einfach: es geht darum zu identifizieren, was man selbst als die wirklich wichtigen Themen betrachtet. Und sind die gefunden, kann man alles Überflüssige loslassen und verschenken oder verkaufen oder wegwerfen. Das reduziert den „Lärm“ im Leben. Dabei geht es übrigens nicht nur um Gegenstände, sondern durchaus auch um Personen, das ist aber ein weiteres Themenfeld.

Es geht darum, das Leben zu vereinfachen und Dinge wertzuschätzen – aber eben mit Bedacht und nicht aufgrund von Masse. Es geht um den Wechsel der Perspektive, anstatt immer mehr haben zu wollen zu einem zufriedenen „genug haben“ zu gelangen. Und das ist eben viel mehr als aufräumen und ausmisten.

Genug haben ist natürlich eine ganz individuelle Angelegenheit – die einen besitzen 333 Dinge insgesamt, andere mehr. Oder viel mehr. Persönliche Entscheidung. wichtig finde ich die Wertschätzung der Dinge, die man besitzt.

Ich habe ein Beispiel für euch. Das hier ist mein Kleiderschrank, das ist die gesamte Kleidung, die ich besitze. Es ist mir genug. Ab und an muss schäbig gewordenes ersetzt werden, aber mir reicht, was ich da habe.

 

Und das hier ist mein Schuhregal.

Das sind ehrlicherweise nicht alle Schuhe, die ich habe, aber fast 😉

Ja, es sind viele. Und ich mag jedes einzelne Paar davon und möchte keins abgeben, ich wertschätze sie alle. Habe ich genug? Jein. Meine Schuhkaufphase ist so ziemlich vorbei, insbesondere bei High Heels. Das eine oder andere Paar flache Schuhe brauche ich noch. Grundsätzlich: ich bin zufrieden, stehe mit Freude davor oder gehe daran vorbei. Und das ist dann eben auch Minimalismus.

Der Ansatz ist wirklich interessant, oder?

10 Kommentare

  • Ich finde dieses Thema unheimlich spannend. Gestern lag meine Tochter mit mir auf der Couch. Sie schaute um sich und meinte, „unser Haus gefällt mir jetzt wirklich gut. Alles ist hell, offen und sieht freundlich aus.“ Ich strahlte nur. Im letzten Jahr habe ich unwahrscheinlich viel ausgeräumt. Alles alleine. Meinem Mann gefiel weniger immer besser. Ich war diejenige die eingekauft hat wie eine Furie. Alles musste dekoriert sein. Hier noch ein Regal, da eine Kommode und nur keine freie Wand. Bloss nicht ohne Stores und Vorhang, da noch ein Bistro Gardinchen und immer dieses denken, „WIR BRAUCHEN MEHR PLATZ!“ Tja…irgendwie hat es „Klick“ gemacht. Ich bin noch nicht fertig, aber das ist ok so. Es wird immer weniger, und ich werde dabei immer glücklicher. Mein Kleiderschrank hat sich gewaltig geändert. Ich trug sonst immer eher Vintage Style. Viele Röcke, Kleider, Rüschen, Strickjäckchen…aber für das Alltägliche irgendwie doof. Als ich für den letzten Sommerurlaub beim Kofferpacken wirklich nicht wusste WAS ich mitnehmen sollte, platzte mir irgendiwe der Kragen. So, nun ist alles schwarz/weiss/grau (und ein kleines bisschen Pink). Alles passt zusammen. Es ist viel moderner und sportlicher geworden. Unser Osterurlaub war genial. Alle meine Teile passten zusammen…und ich gefiel mir jeden Tag (sonst hatte ich im Urlaub immer ein Misch-Masch an Einzelteilen mitgenommen). Mein Einkaufsverhalten hat sich gebessert. Ich kann mich im Geschäft freuen etwas zu sehen…habe aber nicht diesen DRANG es mitnehmen zu MÜSSEN! Ich möchte noch mehr loswerden…aber langsam. Unser nächstes Haus oder nächste Wohnung wird VIEL kleiner. Wir stehen gerne bei IKEA in den Musterwohnungen um zu definieren wie klein wir aushalten. Ich habe unglaublich viel Spaß dabei und es steckt auch an. Meine Kinder machen ein bisschen mit, (mein Mann war schon immer extrem Minimalist)…sogar meine Eltern und Schwester berichten stolz von ihren Aktionen. Ich bin keine Minimalistin, aber es tut sich viel!

    • Den Drang zu Gardinen und Rüschen hatte ich noch nie, aber ansonsten kann ich das sehr gut nachvollziehen. Ich wohne in einer sehr großen Wohnung und stelle mehr und mehr fest, dass ich das überhaupt nicht brauche. Und denke über die Zeit nach dem Kinderauszug in ein paar Jahren nach. Derzeit träume ich von einer eher kleinen Dachgeschoßwohnung mit einem sehr großen Balkon.

      Ich glaube, so richtig zur Minimalistin tauge ich auch nicht, aber über Dinge nachzudenken ist schon ein großer Schritt. Und nicht kaufen MÜSSEN ist wunderbar!

  • Ich finde das Thema auch sehr interessant und lese mit Freude Deine Berichte.
    Das erste, was ich heute dachte : “ Dein Kleiderschrank ist toll !“. Alles passt farblich zusammen ; keine Experimente oder farblichen Ausrutscher . Da möchte ich auch hinkommen ! Respekt !

    • hm, ja, mit schwarz-grau-weiß ist das nicht sooo schwierig 😉 uups, meinen hellblauen Pulli vergessen 😀

      Such dir einfach zwei oder drei Farben, die du gerne magst und die zueinander passen und dann ist der größte Teil geschafft!

    • Hi Kora- bei youtube habe ich neulich von Justine Leconte Officiel ein Video geguckt in dem genau erklärt wird wie ein neutraler Kleiderschrank entsteht…so damit man sich damit auch freut und zufrieden fühlt. Sie schlägt vor als erstens ein oder zwei neutrale Farben auszusuchen und dann mit Hilfe einer Farbskala ein Paar Farben rein zu mischen. Sie sollten aber den gleichen Ton haben (warm/kühl) damit alles zusammen passt. Wir waren im April in Belgien und das Wetter war von Tag zu Tag unterschiedlich. Es war einfach toll mich morgens aus dem Koffer anzuziehen. Es war egal was, alles passte zusammen. Kein, „oh, Mist…hätte ich lieber die Hose gestern nicht angezogen, weil heute dieses Shirt überhaupt nicht zu der anderen passt.“ Ich war im Sommer in Mailand bei Prada (hab‘ mir nur einen Duft gegönnt). Als ich aber wieder draussen stand, schwor ich mir alles um zu stellen. Meine Familie dachte ich spinn. Egal. Die Damen bei Prada waren so alt wie ich…aber Sie sahen (alle in schwarz/weiss gekleidet) top aus. Es war aber nicht streng…sondern peppig. Teilweise auch lustig (Söckchen und Schnürschuhe). So wollte ich auch aussehen. Fast ein Jahr später, und mein Mann flüsterte mir neulich zu, „I like your Prada-Style!“☺️ (Übrigens…fast alles bei H&M gekauft!

  • Dieses Thema ist wirklich interessant. Ich glaube die Reduzierung auf wenige, neutrale Farben hilft enorm bei der Kleiderauswahl.

    • ja, und kein Stilmischmasch. Bei mir ist es immer schlicht, eher eng und absolut kein Schnickschnack. Muster: immer in schwarz-weiß (abgesehen von meinem geliebten Paisleykleid). Da passt eigentlich alles zu allem, sehr praktisch. Wie Susie auch oben geschrieben hat.

  • Hallo Iri,
    Stil- und Farbenmäßig bin ich auch weitgehend eine Minimalistin. Meine Freundin sagt immer: „Heute hast du aber ein buntes Grau an, mal was anderes…“ , mengenmäßig aber leider noch/ nicht. Dein Kleiderschrank hat mich schwer beeindruckt, noch mehr aber dein Schuhschrank. Wie kannst du denn in den Dingern laufen? Hast du auch Alltagsschuhe oder fährst du nur Taxi?Ich kann nur auf flachen Sohlen laufen, sonst ist bei mir Beinbruchgefahr. Schon meine schwarzen Pumps mit 5 cm sind eine Hersusforderung für mich. Aber toll sieht deine Sammlung schon aus.
    Liebe Grüße
    Nora

    • Hohe Hacken sind Übungssache, aber den ganzen Tag darauf rumlaufen mag ich auch nicht. Büro ist ok, Stadtbummel nicht…

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