Startups: Kunde, Kunde, Kunde

Vor drei Wochen habe ich das Business Canvas Modell vorgestellt (Link) und auch geschrieben, dass die beste Idee absolut nichts nützt – wenn man keine Kunden hat. Aber wie packt man das an?

Nehmen wir mal an, ich möchte eine alte Idee verwirklichen und meine eigene Pflegelinie auf den Markt bringen. Ich beschäftige mich schon lange mit dem Thema Pflege, weiß etwas über Inhaltsstoffe und habe auch sehr genaue Vorstellungen, welche Produkte ich gerne hätte. Einen Namen habe ich auch (verrate ich aber nicht, vielleicht mache ich es ja tatsächlich eines Tages). Alles klar, let’s go. Produkte entwerfen, Design überlegen und schauen, wo man Geld herbekommt.

Nicht so ganz, denn: das gefällt MIR und vielleicht auch noch meinen Freundinnen. Das nennt man dann biased, sie mögen mich und sagen natürlich nicht, dass das totaler Unsinn ist. Glücklicherweise habe ich meine liebste Nanna, die als erstes schlaue und kritische Fragen stellt und zweitens alles zerpflückt. Denn: nur weil ich mir bestimmte Pflege wünsche und irgendetwas toll finde, heißt das noch lange nicht, dass es viele andere gibt, die es auch toll finden und ihr Geld dafür ausgeben wollen.

Also die potentiellen Kunden genauer anschauen. Ganz genau.

Wen möchte ich ansprechen und vor allem wie? Bei mir wären es Frauen (und Männer) ab 35, die Wert auf eine gute, wirksame und nicht zu aufwendige Hautpflege legen. Sie müssen auch Internet-affin sein (Vertriebsweg Onlineshop) und nicht zu arm (gute Produkte gibt es nicht für 2 Euro). Und warum sollen sie bei mir kaufen (meine Expertise als Bloggerin ist bei Pflegeproduktion wohl eher zweifelhaft)? Was unterscheidet meine Produkte von den 100.000 anderen Cremes? Was macht sie begehrenswert für meine Zielgruppe? Wie sind deren Bedürfnisse?

Und überhaupt: die Zielgruppe ist noch viel zu diffus. Welchen Hauttyp haben sie? Über welche Kanäle kaufen sie ein? Wer ist das überhaupt?

Damit kommen wir dann zur Wunderwaffe in Sachen Kunden: die Persona. Man erschafft eine künstliche Person mit möglichst vielen Details – und gibt ihr einen Namen, nehmen wir mal Karola. Und dann überlegt man sich: was würde Karola einkaufen? worauf legt sie Wert? Und so weiter und so weiter.

Erkenntnis: bevor man Produkte designt etc, viel weiter vorne anfangen und sich als erstes Gedanken über den Markt machen.

Ich bin übrigens immer noch neugierig – plant eine von Euch ein eigenes Business? Oder hat es schon ans Laufen gebracht? Wie geht Ihr mit der Kundenthematik um?

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