Worklife Balance oder die Decke ist nicht zu kurz

Nur das, was man unter die Decke packen will, ist zu viel. Oder andersrum: die ToDo-Liste ist gar nicht sooo lang, aber die Wunschliste. Und dann muss man halt mal überlegen, ob die Wunschliste denn ein Produkt der Vergangenheit ist oder ob es sich wirklich um Wünsche handelt.

Ok, ich schreibe in Rätseln. Fange ich also mal vorne an. In meinem Leben gibt es vier extrem wichtige „Dinge“: meine wunderbaren Töchter, die mir eigentlich immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und dann sind da noch – Reihenfolge entspricht nicht Gewichtung – mein Job, den ich sehr liebe, der tolle, neue Mann, der mich unfassbar glücklich macht und meine Freunde, allen voran meine allerliebste Nanna, ohne die mein Leben sehr sehr viel ärmer wäre.

Das allein füllt schon fast 24 Stunden abzüglich der sieben Stunden Schlaf, die mir glücklicherweise reichen.

Aber dann sind da ja noch ein paar andere Sachen: mein Blog, tanzen, Sport überhaupt, lesen, faulenzen, Musik hören, schwimmen und so weiter und so weiter.

Der gefühlte ewige Zeitmangel ist wohl bei allen ein Thema, dieses Jahr war das ein großes Thema bei mir und ich habe sehr viel darüber nachgedacht, wie ich damit umgehen soll. Möglichkeit 1 ist, mich noch mehr zu organisieren. Fand ich dann nicht so toll, irgendwie habe ich dieses Jahr so etwas wie eine neue Lässigkeit entdeckt und kann tatsächlich ab und an mal fünf gerade sein lassen. Und ich habe auch gemerkt, dass ich einfach Nichts-tun-Zeiten brauche, in denen ich einfach nur auf dem Balkon sitze und mir den Himmel anschaue oder meine Gedanken schweifen lasse. Alternativ geht auch Sofa. Oder auf einem andern Balkon mit grandiosem Blick.

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Also Möglichkeit 2: priorisieren. Das mache ich schon sehr lange, am liebsten megadurchorganisiert mit Jahreslisten etc. Aber ich habe dann auch herausgefunden, warum sich das nur bedingt gut anfühlt. All die Dinge, die man realistischerweise nicht schafft – man muss sie freundlich gehen lassen. Und das fällt mir schwer, sehr schwer – schließlich bekomme ich grundsätzlich alles auf die Reihe.

Nein, bekomme ich nicht.

Also habe ich diesen Urlaub mal wieder für eine Bestandsaufnahme genutzt und ein paar Dinge wehmütig, aber mit gutem Gefühl gehen lassen. Ja, ich würde sehr gerne gut französisch sprechen, aber andererseits: wozu? Meine paar Brocken reichen, um in französischsprachigen Ländern nicht zu verhungern und ein paar nette Worte sagen zu können, ist doch auch gut. Ja, ich hätte gerne einen megadurchtrainierten Körper und würde gerne steppen wie Fred Astaire und schwimmen wie eine 15-Jährige. Ja, aber wozu. Ich finde meine eher unterentwickelten Steppkünste auch schön, es macht mir Spaß und ich bin jedesmal gut gelaunt, wenn ich meine Schuhe anziehe. Ich schwimme gerne und schön (ha!), aber eben nicht mehr so schnell – so what?

Also genieße ich lieber meine Zeit mit den Dingen, die mich freudig stimmen. Und lasse los. Ist ungemein entspannend.

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