Urlaubsrückblick Teil 5: Bücher

Ein Highlight noch vor dem Urlaub und zehn im Urlaub… vielleicht mache ich doch meine „50 Bücher im Jahr“-Liste wieder auf.

Andreas Gruber Apocalypse Marseille

Die Short Stories von Andreas Gruber (Link*) hatte ich schon Mitte Juni bekommen und dann lag es erstmal herum. Im Juli wurde es dann ruhiger (Kinder im Urlaub, der tolle neue Mann auch) und ich las dann mal kurz rein. Und konnte nicht mehr aufhören. In der Einleitung schreibt Andreas Gruber über seine SF-„Laufbahn“ und das kam mir sehr bekannt vor. Die Geschichten sind ein Streifzug durch sämtliche SF-Genres, die ich gerne mag. Zeitreise, Space Opera (=Geschichten, die irgendwo im Weltraum spielen), Mayatempel, Philip K. Dick/Bladerunner usw usw. Und die Geschichten sind gut, richtig gut. Ich habe in den letzten 32 Jahren eine Menge SF gelesen und manche Ideen wiederholen sich und ich habe ab und an den „das kenne ich doch irgendwoher“-Effekt. Hier nicht.

Wer sich noch nie an SF heran getraut hat – dieses Buch ist ideal! Übrigens auch als Geschenk für SF-freudige Lebensgefährten.

201608 Djerba Buecher

Meinen dicken Bücherstapel habe ich in den zwei Wochen fast geschafft, nur den neuen Eberhofer von Rita Falk habe ich noch nicht gelesen. Aber diese Woche.

Und die anderen? Sehr gemischt. Von oben nach unten und ich verwende hier die Amazon-Affiliate-Links. Hat gleich mehrere Vorteile: man sieht das Cover mit den Infos und kann es im Zweifel auch gleich kaufen oder auf die Merkliste packen. Mit Affiliate Links wird man übrigens entgegen mancher Annahmen nicht reich, es sind nur ein paar Cents für mich.

Noelle Hancock ist eine Schreiberin aus New York und in dem Buch erzählt sie von dem Jahr nach ihrer Kündigung, von dem Loch, in das sie gefallen ist und wie sie sich ihren Ängsten stellte und gelernt hat, mit ihnen umzugehen. Ich persönlich habe jetzt nicht den Bedarf Fallschirm zu springen oder mit Haien zu tauchen, aber der Anstoß, die Ängste als solche wahrzunehmen und sich ihnen zu stellen. Bei einer habe ich das auch schon gemacht und siehe da: im hellen Tageslicht stellte sie sich als unbegründet heraus.
Der Film „Gone Girl“ wurde schon von Sabine besprochen (Link). Ich habe 80 Seiten gelesen und es dann an die clubeigene Bücherei gespendet, ich fand es gräßlich. Vermutlich bin ich keine Psychokrimi-Frau.
Keine große Literatur, ziemlich vorhersagbar und einfach schön im Liegestuhl zu lesen. Ich finde ja, es muss nicht immer etwas aus dem Feuilleton der FAZ sein, manchmal amüsiere ich mich einfach gerne und lasse mich gut unterhalten. Das kann Frauke Scheunemann ganz ausgezeichnet. Wer Astrid Ruppert mag, mag das auch.
Auf diesen Krimi bin ich aufmerksam geworden, nachdem ich „Meine wundervolle Buchhandlung“ von Petra Hartlieb (Link) gelesen hatte.  Es ist eine Berlin-Wien-Zusammenarbeit und eine gut gelungene. Hardcore-Krimifans werden damit nicht glücklich, aber wer Krimis mit ein bisschen Drumherum und dem Flair der Städte plus Zeitgeschichte mag – der ist hier richtig. Ich habe mir die anderen drei Krimis auch auf meine Merkliste gesetzt.
Das war das erste Urlaubsbuch und gleich ein Volltreffer. Ich hatte es schon vor einiger Zeit eher zufällig erstanden, ich mag Lily Brett. Ihre Bücher haben immer einen starken Bezug zu ihrer jüdischen Herkunft und der von Auschwitz geprägten Familiengeschichte – aber das ist nur der Rahmen, in dem ihre Geschichten stattfinden. In diesem Fall fand ich mich in den verrückten 60er Jahren mit diversen musikalischen Größen wieder. Das Buch hat starke autobiographische Züge und es ist ein Genuss, in diese Zeit abzutauchen und die Gedankenwelt von Lola kennen zu lernen. Meine Nr. 2 aus dem Bücherstapel (naja, wer kann schon gegen John Scalzi anschreiben?)
Harte Konkurrenz für Platz Nr. 2 war Doris Knecht. Ich hatte leichte Eingewöhnungsschwierigkeiten mit dem Schreibstil, aber das legt sich nach ein paar Seiten. Und dann kommt eine grandiose Story über Liebe, Ehe, Konventionen und Kindheitserlebnissen, denen man doch nie entkommen kann. Grandios!
 – „Gut gegen Nordwind“ von Glattauer war ein Bestseller – ich kann mir nicht erklären warum. Vermutlich, weil ich für verschwurbelte fernschriftliche Liebesgeschichten nichts übrig habe. Es könnte auch mit meinen persönlichen Erfahrungen der letzten drei Jahre zusammenhängen. War dann eine Spende für die Bücherei.
Sachbuch im Urlaub? Aber ja, insbesondere, wenn das Thema so interessant ist. Hanna Rosin beschreibt, wie sich die Gesellschaft in den letzten hundert Jahren gewandelt hat und sich immer noch ändert. Nicht nur in Europa oder in den USA, sondern auch in Asien und Afrika. Die Frauen sind auf dem Vormarsch und stellen die Wertesystem in Frage – manchmal schlicht durch die Umstände gezwungen, manchmal, weil sie es einfach wollen. Eine hochinteressante Sammlung von Fakten und Interviews. Und eine gute Erinnerung daran, dass ich ungern in den 50ern erwachsen gewesen wäre.
John Scalzi kann es einfach: geniale SF-Bücher schreiben. Ich gebe zu, das ist nur etwas für Liebhaber dieses Literatur-Genres, aber da ist er einer der Besten. Seine Geschichten haben immer einen völlig unerwarteten Dreh und daraus entsteht dann der Rest des Buches – meine Nr. 1 im Bücherstapel.
Den ersten Krimi von Pierre Martin mit seiner weiblichen Protagonistin habe ich vor zwei Jahren im Urlaub gelesen (Link), der zweite ist besser. Stimmiger, nicht mehr so klischeehaft und eine Freude zu lesen. Wer die Provence und starke Frauen mag, das Ganze gewürzt mit einem guten Kriminalfall – der ist hier richtig. Mittlerweile gibt es auch den dritten Band, ist auch schon auf der Merkliste. Ich hoffe, da kommt noch mehr.

So, das waren sie, die Urlaubsbücher. Was hattet Ihr denn dabei? Was sind eure Tipps?

5 Kommentare

  • Ich liebe „Gut gegen Nordwind“ – aber dieses Genre muss man für das Buch auch mögen, sonst ist es eben nichts.

  • Frauke Scheunemann hab ich noch ungelesen hier liegen, aber ich war auch noch nicht im Urlaub. 😉 Insofern freu ich mich auf leichte Lektüre.
    Ich bin total erleichtert, dass du Gone Girl auch nicht zu Ende gelesen hast. Es liegt schon seit Jahren bei mir und ich habe schon mehrere Versuche gestartet, aber ich bin nie weit gekommen und verstehe den Hype um dieses Buch überhaupt nicht.
    Nachdem mit die Wundervolle Buchhandlung von Petra Hartlieb so gut gefallen hat, werde ich dann auch mal einen Versuch mit den Krimis wagen.
    Danke für die Tipps und ein wunderschönes Wochenende. Liebe Grüße, Britta

    • Das wünsche ich dir auch. Und pünktlich am Montag kommt ja auch der Sommer zurück…. Lesewetter am Wochenende

  • liebe irit
    vielen dank für deinen sf-tip – habe ich vor hmmmm elend vielen jahren sehr gern gelesen bzw ekzessiv verschlungen
    dann wurds mir irgendwann langweilig:)

    danach zur fantasy gewechselt, der ich auch – immer mal wieder – treugeblieben bin. (Ja ja ich weiß realtitätsflüchtling und so – aber letzendlich ist es das, was ich von meiner lektüre erwarte)

    lg sabineW

  • Andreas Gruber ist übrigens ausgesprochen nett – wir haben ein bisschen gemailt und ich freue mich, wenn er Bücher verkauft 🙂

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