Der Weichzeichner, Filler und schön sein

Ich denke schon seit längerem übers Älterwerden, Schön sein und das ganze Drumherum nach. Schwieriges und vor allem vielschichtiges Thema. Die Diskussion und die Kommentare letzte Woche haben mir mal wieder gezeigt, dass man als Bloggerin sehr im eigenen Saft schmort – also noch ein bisschen weitergedacht.

Sehr ins Nachdenken haben mich die Beiträge von Iridia und lala gebracht. Und ziemlich viele Gedanken geistern in meinem Kopf umher, die ich derzeit noch nicht in eine nachvollziehbare Reihenfolge bringen kann. Also kommt jetzt die Sammlung:

  • Klar, wir benutzen alle Weichzeichner: Foundation, Haarfarbe usw usw. Und wenn man es gut macht, merkt es niemand. Gilt natürlich auch für minimalinvasive Verfahren. Ich kenne keine Frau über 30, die nicht gerne jünger eingeschätzt wird.
  • Wobei das natürlich spätestens ab 45 Unsinn ist, die reproduktive Phase ist vorbei, es ist also eigentlich völlig egal, ob ich für 45 oder 50 oder 55 gehalten werde. Die Attraktivität beruht nicht mehr auf einem biologischen Mechanismus, sondern auf anderen Dingen.
  • Welche??? Lebensfreude? Klugheit? Geld? Erfahrung? Warmherzigkeit?
  • Warum benutze ich eigentlich Filler? Warum nicht einfach in Würde altern? Schwierige Frage und ich kann sie nur in Teilen beantworten. Ich rette natürlich ein Stückchen meines jüngeren Ichs hinüber. Aber ist das wünschenswert? Und ich bin mir noch nicht mal sicher, ob es das wirklich ist. Ich habe noch nie mit meinem Alter hinterm Berg gehalten.
  • Definitiv möchte ich schöner aussehen. Und zwar schöner nach meiner Definition. Genau wie ich auch Makeup benutze und zwar die Sachen, die mir gefallen und die meinem Schönheitsideal entsprechen.
  • Dieses Schönheitsideal ist witzigerweise sehr heterogen. Ich habe Altersflecken an den Händen und käme nicht auf die Idee, sie entfernen zu lassen, sie stören mich überhaupt nicht, eigentlich mag ich sie gerne. Es gibt viele Dinge an mir, mit denen ich gerne lebe und die keinem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Müdes Aussehen gehört nicht dazu.
  • Das Schöne an Filler ist, dass man trotz Schlafstörungen in der Menopause halbwegs frisch und erholt aussieht. Derzeit ein ganz dicker Pluspunkt.
  • Was stört mich wirklich an Bildbearbeitung? Bei nochmaligem und nochmaligen Nachdenken ist es überhaupt nicht der Filter. Mich stört schlecht gemacht.
  • Außerdem frage ich mich: wie lebt man mit diesem inkonsistenten Bild von sich selbst? Dabei habe ich übrigens etwas interessantes festgestellt: irgendwie hat sich meine Stirn ohne Botox zu etwas entwickelt, das nicht so recht zu mir gehört. Gefühlt gehören die Dackelfalten da nicht hin. Hm, auch schon gestörte Selbstwahrnehmung.

Interessantes Thema und ich würde gerne mit Euch darüber weiter diskutieren. Was meint Ihr? Und wie geht es Euch dabei?

Und ich muss noch etwas in Sachen vergnügt los werden. Ich bekam kürzlich alte Photos von mir – 1984.

Irit 1984

Ich schaue auf das Photo und finde mich vergnügt und schön. So werde ich nie wieder aussehen. Die Frage ist aber: wenn ich mit 75 hoffentlich auf Photos anno 2016 schaue, denke ich dann auch: ich war vergnügt und schön? Letzteres weiß ich nicht, aber ich gehe mal davon aus. Ersteres ist in den letzten Monaten wieder mehr und mehr in den Vordergrund gerückt.

Sollte ich weiter ausbauen 🙂 (ja, ja, die Meditation steht immer noch auf dem Zettel) und soll doch weichzeichnen wer will. Ha, ich bin gelassener…

22 Kommentare

  • Hallo allerseits,
    ich bin jetzt 48 und finde „Altern in Würde“ auch ein schwieriges Thema. Einerseits halte ich den Selbstoptimierungswahn, der in den letzten Jahren immer stärker wird, auch für bedenklich, andererseits fühle ich mich bedeutend wohler, wenn ich etwas Geld und Zeit in meinen Hautzustand investiere. Die meisten meiner Freundinnen schütteln nur den Kopf über den Aufwand, den ich mit Pflege treibe und sind der Ansicht, man sieht halt so aus, wie man aussieht. Minimalinvasiv war ich noch nicht tätig, denke aber schon länger über eine Oberlidstraffung nach und werde das Thema demnächst auch angehen (btw Kennt jemand vielleicht einen guten Arzt in Berlin?).
    Viele Grüße
    rosalili

    • Bella Barbara Sauter

      Oh ja-ich kenne eine super Ärztin in Berlin!Sie hat mir 6/15 meine Lider gestrafft und nun sind meine Augen dazu noch gleich groß ….Ja, ja…Wir haben alle 2 nicht identische Gesichtshälften,aber bei mir wurde es mit zunehmendem“Hängen“ der Oberlippe echt arg😩Frau Dr Danisevski arbeitet absolut top!ÜBER 20 Jahre bereits!Kann ich nur wärmstens, mit bestem Gewissen und eigener sehr guter Erfahrung empfehlen-bin jeden Tag froh darüber!!Herzlichen Gruß aus Wilmersdorf😊

      Anmerkung Irit: ich bin mir nicht sicher ob der rechtlichen Situation, weise aber vorsorglich darauf hin, dass ich diesen Kommentar zum einen nicht für Werbung halte und zum anderen die Ärztin nicht kenne, es ist also ein Tipp von einer Leserin zu anderen

      • Bella Barbara

        Ja-habe ich beim Schreiben auch dran gedacht.Es ist wirklich ein Tipp einer deiner Leserinnen, die sehr zufrieden mit der Ärztin ist!!!!!!!!!

  • Moin, schon sehr viel besser, dieser Post. Mich hat der erste auch irritiert und ich wusste so gar nichts damit anzufangen. Ich bin auch 48 und mit einigem nicht zu frieden. Oberlidstraffung, vermehrte Pflege – das sind Sachen, die ich für mich ganz alleine vornehmen lassen möchte. Für mich, damit derjenige, der mich anschaut mein Bild von mir zu sehen bekommt. Ich möchte gern aussehen, wie ich mich fühle. Die hängenden Oberlider vermitteln oft ein müdes und mürrisches Aussehen bei mir – das bin ich aber nicht. Dazu ziehen die Hängebäckchen die Mundwinkel runter – sieht auf Schnappschüssen, auf denen ich nicht in die Kamera lächele fies aus. Wenn da was zu machen ist, warum nicht und bevor ich ein fieses Bild von mir irgendwo zu sehen bekomme, lösche ich es oder versuche es zu verbessern. Schöne Woche!

  • ZUm Thema Fillern hab ich mal einen Artikel einer Frau gelesen, die das hat machen lassen, weil die Zornesfalte im Gesicht sie jeden Tag an ihre schwierige Scheidung erinnert hat und sie mit diesem Kapitel einfach rundherum abschließen wollte.

    Es ist vielleicht also auch die Art der Falten…wenn man sich seine Dackelfalten anguckt, denkt man ja nicht „Hach, was hab ich da gelacht“, sondern vielleicht eher „Gnaaa, ich glaube das hab ich alles Excel zu verdanken.“ (Ich liebe das Programm, aber es treibt mich ab und an in den Wahnsinn).

    Im Gegensatz zum Beispiel stehen vermehrten Sommersprossen oder Altersflecken für schöne Urlaube in warmen Gefilden oder laue Sommerabende mit Wein aufm Balkon. Geht zumindest mir so.

  • Liebe Irit,

    „Ich schaue auf das Photo und finde mich vergnügt und schön. So werde ich nie wieder aussehen.“ Da widerspreche ich mal vehement. Ich folge Dir auch auf Instagram und was ich da sehe, ist eine vergnügte, selbstbewusste und schöne Frau. Punkt.

    Zu allem anderen möchte ich sagen: Leben und leben lassen. Die einen mögen es mit Fillern, die anderen mit Photoshop und wieder andere lehnen Eingriffe kategorisch ab. Alles hat seine Berechtigung.

  • Exilberlinerin

    @Kristin, ich glaube, Irit meinte nicht, dass sie jetzt nicht mehr vergnügt und schön aussehen kann, aber halt nicht mehr auf die gleiche Art und Weise wie 1984 sondern auf eine andere Weise 🙂 Jedes Alter hat seine Vorzüge, und ich (50 Jahre) denke, man denkt immer beim Anblick von alten Fotos „was sah ich da noch jung aus“. Das ist ja auch logisch, mit 75 werden wir definitv anders aussehen als jetzt. Es ist halt so eine Sache, wenn einem auffällt, dass man sich vielleicht doch mehr über seine sexuelle Attraktivität definiert, als einem so klar war. Und dass man dennoch, auch wenn die fruchtbaren Jahre vorbei sind, durchaus schön sein kann, und das man das verdammte Recht hat, für sich selbst zu definieren, was das für einen bedeutet. Und um das heraus zu finden, darf man sich ruhig ab und zu mal hinterfragen.

    • Was hat denn (sexuelle) Attraktivität mit Fruchtbarkeit zu tun? Und warum wird Fruchtbarkeit mit Schönheit gleichgesetzt?

      • Exilberlinerin

        Glatte Haute z.B. wird evolutions-biologisch mit Fruchtbarkeit gleichgesetzt, so wie ein praller Busen, Po etc etc. und deswegen läuft da so ein unbewusstest Programm ab, wieso glatte Haut etc angeblich schöner sein soll. Ich erspare uns jetzt mal die Theorien zu den sexualreifen Männchen und ihrem Fortpflanzungstrieb und nehme es einfach mal als gegeben, dass das für uns keine Rolle spielt.

  • mich beschäftigt das thema auch, geordnete gedanken habe ich dazu aber (noch) nicht. Warum habe ich einen minimalinvsiven eingriff gemacht und liebäugele noch mit anderen ? Es fällt mir schwer diese Frage genau zu beantworten. Ich finde mich schöner, wenn meine Haut strahlt, die zähne weiß sind etc. Und es ist mir wichtig mich äußerlich (einigermaßen) schön zu finden. Aber warum ? Ich bin sicher, dass das natürlich aufgrund der gesellschaftlichen wertung von schönheit, der damit verbundenen bestätigung und den perfekten, schönen bildern, die uns tagtäglich umgeben, so ist. Ich denke in dem Zusammenhang an eine Freundin von mir – sie ist 31 Jahre, hat Botox, Filler in den Lippen und Mesotherapie. Als sie das vor ein paar Jahren machen lies war ich sehr skeptisch und stand dem eher negativ gegenüber. Mich hat es gestört, dass sie dem thema schönheit so einen Stellenwert beigemessen hatte – und habe dann gemerkt, dass ich das genauso tue. Danach sah sie super erhohlt und super natürlich (!) aus. Dazu kommt, dass sie sich sehr gewählt und teuer kleidet. Unsere Kollegen sagten „du siehst soo erhohlt aus“, „die XX ist attraktiv“, mein Mann sagte „XX sieht immer so gepflegt und erhohlt aus“. Dann kam mir der Gedanke „das will ich auch“.
    Ja aber ich habe gerade bei oben genannter Freundin gemerkt, dass das alles mit sehr viel Geld verbunden ist. Regelmäßig Maniküre, Pediküre bei der Kosmetikerin, ständig neue und hochwertige Kleidung, Filler, Botox etcpp. Ich kann und konnte es mir auf diesem Level nicht leisten. Aber leider hat sich dadurch bei mir der Gedanke eingenistet, dass ich auch gerne noch dies oder das machen lassen würde oder mir diese oder jene Kleidung kaufen würde, um mich attraktiver zu fühlen, besser, strahlender und stylischer auszusehen. Gedanken, die ich früher in der Ausprägung nie hatte. Damit dieses thema nicht überhand gewinnt befasse ich mich sehr bewusst mit meinem innenleben und versuche mich auch in dieser hinsicht gut um mich zu kümmern.

    Ich finde, wie gesagt, Filter/Weichzeichner erstmal auch sehr befremdlich. Dahinter steckt aber sicherlich oftmals das gleiche Gefühl, die gleiche Sehnsucht wie bei fillern etc. Also warum finde ich das befremdlich ? (das gleiche gefühl habe ich sogar teilweise auch bei der benutzung von minimalinvasiven verfahren) Vielleicht weil es mich stört, dass das Thema Schönheit und Perfektheit in unserer Gesellschaft so unglaublich wichtig zu sein scheint und daraus eine Menge an Bestätigung folgt. Aber da ich Teil davon bin und ebenfalls schön und stilvoll sein möchte, versuche ich, dies nicht zu starkt zu bewerten, sondern stattdessen zu sehen, dass letzlich sich jeder nach etwas ähnlichem sehnt….

  • Also, liebe Irit, dass ich dich das letzte in echt gesehen habe, ist ungefähr so lange her wie da oben auf dem Bild. Damals warst du eine Ausnahmeerscheinung in unserem kleinen Andernach und heute bist du einfach eine tolle Frau.
    Du fühlst dich mit Fillern wohler. So what?
    Ich würde mich mit 30 Kilo weniger wohler fühlen, aber ich könnte mir vorstellen, dass dann so ein bisschen Unterfett in meinem Gesicht verschwindet und an den Anblick müsste ich man dann wohl erst mal gewöhnen. 🙂
    Schwierig finde ich bei diesem Thema nur die Balance zu finden. Wann sieht es noch natürlich aus? Ab wann hat man die Grenze zur Künstlichkeit überschritten und die lässt ja nun einfach wieder abschminken wie ein auffälliges Abendmake-up.
    Und hat man in diesem Punkt genug Eigenwahrnehmung oder braucht es da eine gute Freundin, die einem sagt, du jetzt wird es zuviel?
    Ich selber habe noch mit dem Gedanken gespielt „etwas“ machen zu lassen und mein Mann fände das furchtbar. Er hat ja schon Schwierigkeiten bei zuviel Schminke. :-)))

  • Liebe Irit, ich bin 60 und finde mich jetzt gar nicht hässlicher als mit 20. Nur anders. Auch meine Oberlider sind nicht mehr was sie mal waren, aber das macht nichts, denn mein Geist und meine Seele , meine Sicht auf die Dinge, meine ganzen Prioritäten haben sich ja ebenso verändert. Nicht nur jung ist schön, sondern eigentlich jedes Alter von neu geboren bis steinalt. Frag mal bildende Künstler, Maler, Bildhauer, Fotografen…die werden das bestätigen. Ich pflege mich schon von Kindesbeinen an und probiere auch schon immer sehr gerne rum. Ich liebe Make-Up und schicke Accessoires. Meine Freunde sagen ich sei sehr stilbewußt. Das alles mache ich aber gar nicht um „besser“ aussehen, sondern weil es mir gut tut und zu meiner ganz persönlichen Harmonie beiträgt. Hoffnungen auf Akzeptanz verbinde ich damit nicht. Eingriffe an meinem Äußeren würde ich irgendwie als Angriff auf Selbiges empfinden. Das kommt außer für Zahnarzt und Friseur und Ähnlich Notwendiges gar nicht in die Tüte. In Würde älter werden kostet vielleicht manchmal etwas Überwindung, aber ich denke (leider!) es ist alternativlos. Ich möchte mir keinen neuen Standard verschaffen, den ich dann ja doch nicht halten kann. So neunzig oder hundert möchte ich schon noch werden und da sind weiße Haare und Falten wohl auch mit sämtlichen Tricks nicht so ganz zu vermeiden oder? Und hinzu kommt, dass der äußere Alterungsprozess ja genau genommen noch das geringste Problem ist. Viel schlimmer finde ich, wenn man vielleicht den Partner durch Krankheit und Tod verliert, wen nach und nach die bestenFreunde sterben und man selber auch gesundheitliche Einbußen bekommt und nicht mehr alles machen kann. Solche Sachen belasten mich wenn ich übers Altern nachdenke. Aber die Nägel mit Dior lackieren, mir eine tollen Tasche kaufen oder das Gesicht hingebungsvoll mit Seren pflegen und schön schminken, das kann ich ja auch dann noch wenn ich möchte, oder? So denke ich und werde wie schon seit meiner Geburt jeden Moment älter….

  • Ich denke ja Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters und wir Frauen betrachten uns oftmals mit zu kritischem Blick. Ich glaube, ich sehe besser aus als in meinen Zwanzigern, damals musste ich Medikamente nehmen, mein Gesicht war dadurch aufgedunsen, mein Körper auch.
    Inzwischen bin ich Ende Vierzig und habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich auch ohne Haare schön finde. Schön finden kann. Das fand ich irgendwie auch befreiend.
    Jeder sollte selbst entscheiden ob und was er für die Schönheit machen (lassen) möchte und niemanden dafür verurteilen, der eine andere Einstellung zu diesem Thema hat.
    Für mich persönlich ist es wichtiger gesund zu sein als faltenfrei und ich stehe zu meinen Narben, sie gehören zu mir, ohne sie würde ich nicht mehr leben.
    Das bedeutet allerdings nicht, dass ich mich immer toll finde und nicht gern etwas jüngere Haut hätte, aber mein Leben wird durch ein paar Falten mehr auch nicht beeinträchtigt.

    Das Thema ist halt sehr vielschichtig.

  • Mir gefällst Du 1984 und heute – ich sehe einfach eine schöne, gut gelaunte Frau.

    10 Jahre jünger aussehen ist so eine Sache. An den Augen liest man die Lebenserfahrung eigentlich direkt ab, mit oder ohne Falten. D.h. es gibt zwar Leute, die höflicherweise zu mir sagen: Du wirst auch nicht älter, aber das ist Blödsinn und nett gemeint. Ich verschätze mich bei anderen kaum, weil ich finde, dass man an Bewegungen, Gesichtsausdrücken in unbeobachteten Momenten das Alter immer sieht. Na und?
    Ich liebe ja Weichzeichner und Filter bei Profifotografen, keine dilettantischen, nachbearbeiteten Schnellschüsse. Weniger ist einfach mehr – in echt (OP, Make up) und bei Bildern. Bei Fotos heißt das: lieber mal öfter kritisch aussortieren und wegschmeißen, so wie früher die ungeliebten Negative von der Tanzstunde/Konfirmation 😉 und bei Beauty-Sachen: kein Puder (betont Falten), sparsam bei Botox (damit die Stirn immer zum Hals, den Händen und der Figur passt).

    In diesem Sinne: Einen wunderbaren Internationalen Frauentag. Auf uns!

  • Carmen E. Schwarz

    Wie will man denn anders altern als in Würde? Ein paar Falten nehmen einem die Würde nicht (wenn man denn eine hat) und nichts, was man für seine Optik tut gibt einem Würde. Würde wird m. E. aus anderen Dingen gespeist und hindert uns sicherlich daran ältlich zu werden. Das ist in meinen Augen etwas anderes als zu altern.

  • Ihr Lieben, bin gerade schwer im Stress… lese mir morgen alles in Ruhe durch

  • Exilberlinerin

    Wobei einem eine unterspritze Nasolabialfalte ja nun auch nicht die Würde nimmt, genauso wenig wie eine ununterspritzte.

  • Man sollte vielleicht auch abwägen, welche Risiken man für eine begrenzte Zeit Faltenfreiheit eingehen möchte. Die langfristigen Nebenwirkungen von Nervengiften, die vom Körper abgebaut werden, sind noch nicht erforscht. Und jede Vollnarkose birgt definitiv Gefahren. Ich musste letzten November nach der Diagnose Krebs innerhalb von 10 Tagen kurzfristig und überraschend zwei Operation und somit Narkosen hinnehmen. Ich denke, die Risiken hätten sich sicherlich erhöht, wenn ich die Woche zuvor eine unnötige Schönheitsoperationen hätte machen lassen. Ich bin jetzt noch mehr der Ansicht, Operationen sollten sich auf medizinische Notwendigkeiten beschränken. Und das kann plötzlich über einen hereinbrechen.
    Außerdem stellt sich die Frage, ob man die Zeichen des Älterwerdens irgendwann akzeptiert oder sich immer wieder pimpen lässt, bis man wie so manches trauriges Beispiel aus Hollywood aussieht.
    Ich werde diesen Monat übrigens 54 und habe noch nie etwas machen lassen. Ich pflege mich gut und bin zufrieden.

  • Ihr Lieben, ich habe hin und her überlegt, was ich mit all euren Kommentaren mache und wie ich am besten antworte. Ich dachte mir, ich packe sie in Teilen in einen Extrapost und schreibe jeweils etwas dazu. MIr ist das Thema wichtig und an euren Reaktionen sehe ich, dass ich damit nicht allein bin. Ich finde, das muss entsprechend gewürdigt werden und sollte nicht irgendwo zwischendurch untergehen.

  • Bei mir kam ein Wandel mit 54, noch nicht so lange her. Ich wollte mir mal den Mut gönnen, einige Zeit völlig ohne Make Up und Hautbearbeitung zu sein und dann zu sehen, was mir noch wichtig ist, da einiges einfach nicht mehr so gut aussah wie früher. Da ich das letzte Mal in dem Zustand mit 14 Jahren war, wusste ich gar nicht mehr, wie ich mich pur finde. Mir selber gefielen viele ungeschminkte Gesichter, die ich damals sah und ich fragte mich, wie ich aussähe.

    Die Zeit war extrem erhellend.

    Ich hab gemerkt, auch ohne alles mochte ich immer mehr, was ich sah. Es war eine sehr ungewohnte Variante von mir, die mir jeden Tag vetrauter wurde, am Anfang fühlte ich mich völlig verunsichert.

    Das Interessante war, dass es außen gar nicht so auffiel. War für mich der Unterschied erst riesig, hat es sonst keiner groß gemerkt. Ich hab mich gefragt, was ich in mir sah.
    Heute benutze ich wieder etwas Augenbrauenstift und roten Lippenstift, jedenfalls meistens, weil das wirklich die 2 Sachen sind, die sehr verblasst sind und von einer farblichen Auffrischung profitieren. Ich hab festgestellt, dass die Haut von Natur aus jetzt super aussieht und keine Foundation sie schöner macht. Ebenmäßige Farbe im Gesicht ist offenbar nichts, wovon ich noch profitiere. Endlich sind alle Unreinheiten und Rötungen weg und die Haut perfekt.

    Wichtiger als das komplette Makeup von früher sind mir die Konturen geworden, jetzt nicht die Gesichtsform, sondern etwas Farbe an den 2 Stellen, die merklich verblasst sind, Lippen und Brauen. Aber selbst, wenn ich das nicht mache, gefalle ich mir. Ein Effekt, den ich, als ich wirklich noch jünger und schöner war, nur mit den verschiedensten Betonungen erreichte.

    Ich mache seit einiger Zeit die Gesichtsübungen von Christa Gugler, die der Schwerkraft und den hängenden Gesichtszügen entgegen wirken, wie ich auch den Körper trainiere. Ich würde nicht gern hier oder dort die Muskeln verlieren. Ich hab auch vor, das bis ins hohe Alter zu machen.
    5 Minuten Gesicht, 10 Minuten Körper am Tag sind ein Klacks, bringen aber bei mir sichtbar was. Ich hab die Gesichtspflege eigentlich nur grundlegend verändert. Falten sehe ich offenbar weder bei mir noch bei anderen besonders kritisch, falls nicht extrem stark und ungewohnt (wie bei Stephanie von Monaco) Nasobialfalten sehe ich als scharfe Kontur einer herabsackenden Wange, bei der Muskeln weg sind und das Fettgewebe mit der Haut durchzuhängen beginnt. Was mir gefällt, ist unabhängiger geworden zu sein, ich hab mein Leben lang Kosmetik geliebt, Unmengen gekauft und benutzt, aber mit Mitte 50 hat das merklich an Anziehung verloren. Interessanterweise gefalle ich mir sogar besser. Es gibt viel mehr Versionen von uns, als uns klar ist und Unvertrautes ist immer erstmal fremd – wie der erste richtig rote Lippenstift. Manchmal lohnt sich ein echter Reset. 🙂 Schön kann man immer sein, die Sexyness aufzugeben fühlt sich unvertraut an, weil man ja damit aufwuchs, aber irgendwann fühlt man sich damit nicht mehr stimmig und mit anderem Ausdruck vielleicht wohler.

    • Was für ein toller Kommentar, das mache ich jetzt auch mal. Allerdings habe ich mich nie sonderlich ausgiebig geschminkt, benutze „nur“ eine CC Creme und etwas Puder für das Gesicht. Ab und zu Lidschatten, täglich Mascara, Blush und Lippenstift. Ich versuche es mal nur mit Mascara, darauf kann ich nicht verzichten. Zu denken gab mir, dass ich mich dreimal im Gesicht habe lasern lassen und keiner konnte sich an meine ganzen Pigmentflecken, die wirklich reichlich vorhanden sind, erinnern und wollten wissen, was ich denn habe machen lassen. Da sie immer wieder kommen, werde ich sie jetzt annehmen und nichts mehr machen lassen. Durch das Lasern ist die Haut auch immer noch stellenweise gerötet, was vorher nicht war. Wie hier schon des öfteren festgestellt wurde, wir sind alle strenger mit uns, als mit anderen und andere sehen gar nicht, was uns vielleicht sehr stört 🙂

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