Egofacto Piège à Filles

Wie bekannt bin ich bei neuen Düften sehr wählerisch. Mainstream und Co mag ich überhaupt nicht, ich hasse es, wenn ich an einer Frau vorbeilaufe und sie dasselbe Parfum trägt. Einzige Ausnahmen bisher: Angel und Alien von Mugler. Also schaue ich mich lieber in Richtung Nischen um bzw. trage gerne Düfte, die zwar nicht bei Vollmond mit wehendem Haar zusammen gestellt wurden, aber eben auch nicht andauernd und überall zu riechen sind. Über meine Vorliebe für Serge Lutens habe ich schon häufiger geschrieben, ansonsten mag ich noch den einen oder anderen Duft von Kiehl’s und von L’Occitane. Und natürlich Rausch von Schwarzlose. Bei Egofacto hatte ich die schöne Gelegenheit, vorab alle Düfte anhand einer Probe kennen zu lernen und meinen persönlichen Favoriten zu küren. Der kommt hier.

Ich zitiere hier mal ein wenig mehr als gewöhnlich vom Pressetext, aber ich fand die Story sehr interessant.

EGOFACTO ist aus der Leidenschaft entstanden, lautstarke und markante Parfums mit Wiedererkennungswert zu kreieren, an die man sich angenehm erinnert und die man mit Stolz trägt. EGOFACTO, Porträts von Persönlichkeiten, ganz gleich ob männlich oder weiblich – man kann und will es nicht so genau wissen, denn es liegt bei jedem selbst, sich einen Duft zu eigen zu machen, sich darin wiederzufinden oder sich zu verlieren, damit zu spielen, wirklich man selbst oder jemand anderer zu sein. EGOFACTO wurde von Pierre Aulas gegründet, einem Freigeist und Duftexperten.

Eine neue Marke, aber vor allem sieben neue Parfums. Oder um genau zu sein, sieben Porträts von Persönlichkeiten mit einem sehr ausgeprägten Ego. Vier davon eher feminin, drei eher maskulin, aber eigentlich ist das eher bedeutungslos. Es liegt bei jedem selbst, sich einen Duft zu eigen zu machen. Allein die Emotion zählt.

„Die Kreation eines Parfums ist Kunst. Und diese Kunst muss gefördert werden, mit den erlesensten, feinsten und luxuriösesten Ingredienzien, die man verwenden kann. Haute Parfumerie ist Luxus im Flakon und meine Passion.“
(Pierre Aulas)

Pierre Aulas entdeckt die Parfumbranche eher zufällig. Nichts prädestiniert ihn für diese Karriere, weder stammt er aus Grasse noch ist er Sohn eines Parfumeurs. Mit 26 Jahren wird er Marketingleiter für Kosmetikprodukte einer internationalen Handelskette. Hier arbeitet er Seite an Seite für die Entwicklung neuer Produkte mit Parfumproduzenten und Parfumeuren zusammen. Der Dufthersteller Mane aus Grasse wird auf Pierres besonderen Geruchssinn aufmerksam, stellt ihn daraufhin ein und bildet ihn aus.

Dann bietet ihm der Schweizer Duftgigant Firmenich an, die größten Kunden des Hauses zu betreuen. Pierre zögert nicht lange, nimmt an und stellt eine Bedingung: Er will mit Thierry Mugler Parfums arbeiten, einer Marke, die ihn durch ihre Kreativität und Duftauswahl schon immer fasziniert. Daraus entstehen unter anderem so große Düfte wie Mugler Cologne, Alien, Angel les Jardins d’Etoile und La Part des Anges.

Neben seiner Beratertätigkeit träumt Pierre stets davon, selbst ein Parfum zu kreieren und einen eigenen Brand aufzubauen. Er gründet EGOFACTO und wird von seinem engsten Umfeld und vielen Freunden aus der Parfumeriebranche unterstützt. Er wählt für seine Kreationen ausschließlich unverfälschte Konzentrate mit einem sehr starken Charakter aus.

EGO FACTO Piege a filles

Piège à Filles war auf Anhieb einer meiner zwei Favoriten und nach dem dritten Tragetest war klar: der ist es. Es ist eine feine, fesselnde würzig-orientalische Mischung, ganz mein Fall:

Ein Parfum mit ein wenig Mandel im Hinterhalt. Um zu blenden, eine Prise Heliotrop. Dann nehmen Sie den Pfeil aus dem Köcher, die Spitze mit Kumin (Kreuzkümmel) gewürzt. Zu spät, ihm auszuweichen. Nun sind Sie gefangen in dem Wunsch, ihm zu gefallen. Nichts und niemand kann Sie zähmen, Sie sind rebellisch. Eine Kreation mit … Vanilleblüte in der Kopfnote, Mandeln in der Herz- und Kumin in der Basisnote.

 

„Eigentlich“ eher für die Herreng edacht, fand ich den Duft faszinierend und vor allem sehr ungewöhnlich. Angesichts der Duftnoten fühlt man sich eher an ein orientalisches Gericht erinnert (und ich liebe Essen mit Kreuzkümmel!), aber aufgesprüht ist er so anders. Und vor allem ganz anders als alle meine anderen Düfte – es fehlt nämlich die Zeder!

Frisch aufgesprüht ein Hauch von Vanille (eben Blüte) und etwas leicht blumiges, aber nur sehr dezent. Ich mag normalerweise keine Blütendüfte. Dann riecht man allmählich die Mandel – erstaunlicherweise wird das hier aber keine Weihnachtsbäckerei, sondern es riecht eher nach orientalischem Bazar – in bestem Sinne. Und dann kommt der Kreuzkümmel – alles drei zusammen eine wunderbare Mischung. Die Haltbarkeit finde ich sehr gut, es ist ein Eau de Parfum und man kann es abends noch gut in der Kleidung riechen.

Ich bin auf jeden Fall begeistert, endlich mal wieder einen Favoritenkandidaten gefunden zu haben, das kommt nur sehr selten vor. Sozusagen… zu spät, um dem Pfeil auszuweichen. Probeschnuppern wärmstens empfohlen!

Die Düfte von EGOFACTO gibt es in einigen wenigen Parfümerien (Link zum Storefinder) oder online direkt bei Egofacto (Link).  Die Flasche mit 50 ml kostet 79 Euro, 100 ml sind für 119 Euro zu haben.

(Bildmaterial: Egofacto, das Produkt wurde zur Verfügung gestellt)

3 Kommentare

  • Danke für den Tipp! Ich habe gerade gesehen, dass man von den einzelnen Düften Proben bestellen kann, sehr schön!:-)

  • Ich habe mir von Aus Liebe zum Duft ein paar Proben schicken lassen, u.a. den von Dir getesteten und prends garde à toi. Der ist aktuell mein Favorit. Piège à filles probiere ich im Herbst noch mal, der ist mir bei den aktuellen Temperaturen zu dominant.

  • Mmmhhhh, sehr gut!!! Ich liebe Egofacto, Serge Lutens, Diptyque und Annick Goutal…
    Nicht „mainstreamriechend“ und wunderbar eigen!
    LG aus (dem heute Nacht sehr heißen) Duino am Golf von Triest

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