Der feministische Blog

Kürzlich las ich bei Texterella einen sehr interessanten Beitrag, es ging um die Frage, wann ein Blog feministisch ist (Link).

An dieser Stelle möchte ich zunächst noch mal auf das grandiose Buch von Caitlin Moran hinweisen (Link) und die alles entscheidende Frage…

Ich würde mich als liberale Feministin bezeichnen. Ich glaube an das gleiche Recht für alle (inkl. Homoehe), Demokratie, Gewaltenteilung und die Frauenquote. Und natürlich daran, dass frau selbst darüber bestimmt, was sie tut oder lässt – und zwar in jeglicher Hinsicht.

Ich bin immer erstaunt, dass diese Haltung bei einigen Geschlechtsgenossinnen nicht allzu weit verbreitet ist, s. auch der Post von Texterella. Ja, es mag ja schön sein, wenn man über Politik, Feminismus, nachhaltigen Lebensstil usw schreibt. Aber ich schreibe eben lieber über Cremes und Lippenstifte. Naja, manchmal auch über Politik.

Womit dieser Blog eindeutig feministisch ist. Ich bestimme nämlich die Inhalte. Und bin damit ultimativ emanzipiert. Ich mache einfach, was mir Spaß macht. Ich finde es unglaublich, dass es immer noch Frauen gibt, die andere Frauen gerne mal in Schubladen stecken.

Figurbetonte Kleidung, Highheels, Schminke? Ich möchte nicht wissen, wie da die Schublade aussieht.

Projektleiterin bei einem DAX-Konzern, zwei Töchter, erfolgreicher Blog? Ich vermute, die Schublade sieht ganz anders aus.

Und weil ich eine Frau bin – kann ich beides haben. Und sogar Botox, Filler und Schönheits-OPs. Einfach so. Weil ich will.

9 Kommentare

  • Bravo Irit! Mal ganz vom gehässigen Meinungsmüll mancher Leute im Internet abgesehen: Die feministischen Ideale müsste so doch eigentlich Jede und Jeder unterschreiben können. Oder wie es mir schon von meiner Mutter beigebracht wurde: Tu immer das, was Du willst, nur nicht auf Kosten anderer.

  • Spannend, dass dich dieses Thema auch so bewegt wie mich, Irit!

    Mich hat diese Kritik wirklich … geschockt. Vor allen Dingen auch, dass da noch so ein Klischee- und Schrankendenken herrscht: Entweder man mag Schminke – oder man ist emanzipiert. So ein Unsinn! Aber ich musste das auch erst für mich geklärt kriegen. Dass es Unsinn ist!

  • Ich finde es ja gut, wenn Frauen sich Gedanken darüber machen, wie Frauenrechte vorangebracht werden. Allerdings Feminismus als Moralkeule zu benutzen, um missliebige (vermutlich erfolgreiche!) Frauen zu diskreditieren, ist ungehörig. Und dumm. Also, Susi, wie sind da ganz bei dir, und auch Feministinnen dürfen Spaß haben!!

  • Danke für die Worte Irit.. Ich hoffe, dass ich es noch erleben darf, dass diese Meinung endlich auch außerhalb der westlichen Welt Ihre Basis findet!

  • Den Beitrag von Texterella habe ich gerade gelesen, incl. Kommentare, allerdings nicht den betreffenden FB – Eintrag. Vieles Richtige ist bereits auf ihrem Blog gesagt worden.
    Für mich, die ich in der DDR aufgewachsen bin, war es nie eine Überlegung wert, ob ich emanzipiert bin oder nicht – ich war es einfach, das war eine Selbstverständlichkeit. Und ich bin es immer noch. Deshalb entscheide ich, ob ich gestylt mit türkisfarbenem Lidstrich herumlaufe oder nicht. Mitspracherecht haben meine Laune, der Anlass, das Wetter etc., manchmal auch der Mann – aber keine Besserwisser.
    Umso mehr befremden mich Gedanken, Äußerungen und Tendenzen, die Frauen auf die eine oder andere Facette reduzieren wollen. Besonders dumm finde ich es, wenn dies von anderen Frauen kommt. Wie bereits jemand so ähnlich schrieb: Reduzieren (freiwilliges oder unfreiwilliges)schränkt die Vielfalt enorm ein und macht damit das Leben weniger bunt. Das Vielfältige, Bunte ist jedoch das Interessante.

    PS: ich komme gerade aus einer Beratung, in der ich im Sommerkleid, mit Absätzen und 10 rot lackierten Nägeln erfolgreich 6 Männer im Anzug geleitet habe. Emanzipierte Frauen können das!

    • Ein schönes Bild. Kann mir Dich richtig vorstellen 🙂 Weißt Du, für uns „DDR-Kinder“ ist es vielleicht normaler, weil unsere Mütter ganz selbstverständlich immer gearbeitet haben – und zwar in allen Arten von Berufen, auch heute so genannten Männerdomänen. Trotzdem haben Mode und Schönheit damals natürlich auch eine Riesenrolle gespielt. Ich finde die alten Sibylle-Zeitschriften meiner Mutter da immer noch richtig Klasse mit einem ganz selbstverständlichen, niveauvollen Bild emanzipierter Frauen. Diese Art von Kunst, Kultur, Mode usw. fehlt mir manchmal im jetzigen Frauenblättchenwald. Also jedenfalls ist „Entweder schön oder klug“ doch echt von vorvorgestern, oder?

    • ja, und du ganz bestimmt!

  • wenn ich ehrlich bin, dann halte ich solche Kommentare wie den auf Texterellas Blogeintrag für wesentlich un-feministischer als jeder Lippenstift es je sein kann. Ich werde nie verstehen, warum man in Deutschland so viel Angst vor schönen Dingen hat. Als käme man in die Hölle, wenn man sich einfach mal nur amüsiert. Und als aufrechte Feministin hat man sich – wenn es nach dieser Kommentatorin geht – wohl ausschließlich geschlechtsneutral zu kleiden, einen großen Bogen um Kosmetik aller Art zu machen und wenn was glitzert muss man sofort wegrennen.

    Ich hab aber Bock drauf mich zu amüsieren, mich gut zu fühlen. Dazu gehören gutes Essen, interessante Gespräche, ein Beruf in dem ich aufgehe, Gesundheit, Dankbarkeit, Liebe, Freundlichkeit UND diese rattenscharfen Schuhe, die perfekt zu diesem hammergeilen Kleid passen in dem ich mich noch dreimal wohler fühle, wenn das Make-up sitzt.

    Sollen diese moralinsauren Moralapostel rumkrakelen wie sie wollen, ich hab dafür keine Zeit. Denn ich muss jetzt kochen, putzen, einen Schal zuende stricken, Rosamunde Pilcher glotzen und meinem Mann die Pantoffeln hinterhertragen. Das machen Frauen, die sich für Kosmetik interessieren nämlich so. (Achtung! Ironie!) 🙂

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