Ein Buch, das viele Jahre deutsche Geschichte

mit leichter Hand erzählt, außerdem noch eine schwere Behinderung mit autistischen Zügen, eine große Liebe und schwere Verbrechen, das ist eine ganze Menge. Daran kann ein Buch von 241 Seiten auch scheitern.

Nicht so „Das Lächeln der Alligatoren“ von Michael Wildenhayn. Matthias, ein sensibler Junge, leidet unter der Trennung seiner Eltern, sein Vater erträgt die schwere Behinderung seines kleineres Bruders nicht, die Mutter ihrerseits schwer krank und früh invalide, bereits verstorben, als Matthias noch Teenager ist. Ein letzter Urlaub auf Sylt, in der Nähe des Heims, in dem der Bruder lebt. Dort lernt Matthias Marta, ein drei Jahre älteres Mädchen kennen, in die er sich unsterblich und lebenslang verliebt. Er zieht zu dem Halbbruder seines Vaters, einem renommierten Mediziner, der ihn als Sohn annimmt und ihm die beste Ausbildung ermöglicht, nennt diesen seinen Vater. Ende der sechziger Jahre während des Studiums trifft er Marta wieder, die sich in radikalen Studentenkreisen bewegt – eine Welt, die Matthias durchaus fremd ist, in die er aber eintritt um Martas willen. Kurz sieht es so aus, als wenn seine Liebe sich erfüllt. Bis die Katastrophe eintritt – Marta überfällt mit ihren Gefährten seinen Vater, um ihn zu entführen und erschießt ihn vor Matthias Augen. Im Laufe des Prozesses gegen Marta erführt Matthias aus dem Nachlass seines Vaters, dass dieser im Dritten Reich ein Dr. Mengele der Psychatrie war.

Marta entflieht der lebenslangen Haft und sucht Matthias zwanzig Jahre später noch einmal auf, bringt ihn zurück zu seinem Bruder und benutzt ihn ein letztes Mal um zu sterben.

Ein unfassbar dichtes, teils schwer zu lesendes, aber unglaublich beeindruckendes Buch. Der Titel passt – es ist sperrig, aber es lohnt sich ungemein. Der Autor hat sich nicht verhoben, erstaunlich.

4 Kommentare

  • Ich habe mir gerade eine Leseprobe auf mein iPad schicken lassen. Aber warum sind Deine Buchvorstellungen nicht mehr verlinkt?

  • Entschuldige, das ist mir irgendwie durchgegangen, ich ändere es gleich.

  • Das klingt nach spannender Lektüre. Große Liebe und schwere Verbrechen – für meinen Geschmack immer eine gute Konstellation. Ich werde nachher gleich mal in der Buchhandlung meines Vertrauens danach schauen.

  • Oh, ich dachte mehr an Euren „Lohn“ . Ich bestelle nämlich bei Amazon, und ohne die Verlinkung ordnet man die Bestellung Eich doch nicht zu, oder? Wäre schade.
    Die Leseprobe liest sich gut, ich werde es kaufen. Danke für die Vorstellung hier.

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