Annegrit Arens – Die Maybachs

Eine hübsche Begleiterscheinung des Büchersonntags sind die Verlage, die allmählich auf uns aufmerksam werden. Wir sind zwar noch nicht so weit, dass das Bücherregal unter all den Zusendungen zusammenbricht, aber es wird langsam mehr. Die Edition Fredebold habe ich vorher ehrlich gesagt nicht gekannt – was nicht an den schlechten Büchern liegt, sondern an der Publikationsmethode, es gibt nur eBooks.

Die lese ich eher selten, eigentlich nur im Urlaub oder bei englischsprachigen Büchern, die ansonsten einen absurden Preis haben. In diesem Fall habe ich aber tatsächlich ein gedrucktes Presseexemplar bekommen. Das eBook gibt es hier.

Die Maybachs sind eine Kölner Familie in den 60er Jahren. Ich habe mich am Anfang ein bisschen schwer getan mit der Lektüre. Die 60er sind eine Zeit, die mich wenig interessiert. Es ist noch nicht so lange her, aber mir kommt es immer vor wie Jahrhunderte. Angestaubte Moral, der zweite Weltkrieg noch extrem präsent, merkwürdiges Frauenbild. Nur die Schuhe, die mochte ich immer.

 

Mir hat es einen kleinen Einblick in die damalige Welt gegeben, es war wie eine kleine Zeitreise. Die „Kommune Belgisches Viertel als Freiraum für unverklemmte Sexualität“, Orangensaft mit Blue Curacao (brrr), natürlich eine außergewöhnliche Tante (trinkt Kölsch in der Kneipe und RAUCHT!)und Irrungen und Wirrungen in der Familie. Und mittendrin die pubertierende Hauptdarstellerin, die sich gerade selbst findet. Das liest sich locker-leicht und macht Spaß.

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