Was ich bereue

Kürzlich las ich auf Brigitte online von einem Projekt, bei dem Menschen „offenbaren“, was sie im Leben bereuen. wer mag: hier ist der Link. Ich habe darüber nachgedacht. Und bin zu einem Ergebnis gekommen. 

Vermutlich ist es auch eine Altersfrage, was man gerade bereut. Im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Leben sehr zufrieden. Und so richtig große Sachen, bei denen ich denke, ach, hättest du doch nur… habe ich auch nicht gefunden. Hätte ich mein Leben bis zu diesem Zeitpunkt noch mal zu leben: ich hätte es nicht großartig anders gemacht.

Bis auf eine Sache.

Ich hätte niemals mit dem Tanzen aufgehört und vor allem niemals so spät mit dem Stepptanz angefangen. Das bereue ich wirklich. Wie viel Spaß und Lebensfreude und Glück habe ich da verpasst. Und wie toll könnte ich heute steppen, wenn ich schon seit zehn Jahren üben würde? Ginger Rogers wäre nichts dagegen…

Wie sieht es denn bei euch aus? Was bereut ihr?

9 Kommentare

  • Honeypearl

    Das ist doch ein befriedigendes Gefühl, dass du fast nichts bereust. Diese Frage sollten wir uns vielleicht öfter im Leben stellen, da, wie du schon sagst, es eine Frage des Alters/Reife ist. Wenn ich 80 Jahre werden darf, werde ich mich bestimmt fragen, ob ich mein Leben „richtig“ gelebt habe (das ist natürlich subjektiv). Was gehört dazu? Bei mir vor allem Liebe, das kann ich definitiv mit JA beantworten, was daraus wird, weiß man nicht. Was ich bereue ist auf jeden Fall, das ich mein Studium abgebrochen habe. Das war einer meiner Lebensträume… Ich habe zwar eine Ausbildung und ein betriebswirtschaftliches Studium, jedoch bin ich damit in eine komplett andere Richtung gegangen, die nie 100 % zu mir gepasst hat.
    Ich habe einige Freundschaften zu früh gekappt oder zu schlecht gepflegt…
    Ich war zu jung um meinen Vater zu helfen als er es hätte gebrauchen können, jetzt ist er schon lange tot…
    Ich warte auch noch darauf, dass ich es breue, das wir uns bewusst gegen Kinder entschieden haben. Aber eigentlich bin ich immer noch davon überzeugt, dass es für uns die richtige Entscheidung war.
    Wie dem auch sein, dieser Spruch trifft es wohl ganz genau: „Never Regret Anything – because at one time it was exactly what you wanted!“

    • ich habe über deinen Spruch nachgedacht, ich glaube, ich habe den schon lange verinnerlicht. Ich frage mich gerade, ob das selbstzufrieden ist oder einfach die Akzeptanz der Dinge und Entscheidungen wie sie sind. Ich hoffe letzteres

  • Ich bereue nicht meinem Vater mehr gezeigt zu haben, wie sehr ich ihn liebe und wie sehr dankbar ich bin für alles was er für mich getan hat, als er noch am Leben war. Ich bereue, dass ich aus Gründen einer qualvollen Deppression meiner neugeborenen Tochter keine Liebe habe geben können. Alles andere, wie One Night Stands, abgebrochenes Studium etc und andere Jugendsünden erscheinen dagegen als nichtig.
    Gruß aus Stuttgart.

  • Meine Tochter ist nun 8. Ich habe mit der Zeit gelernt, sie anzunehmen und zu lieben. Ich werde nie eine Kuschelmutter sein, dafür passiert es immer häufiger dass ich Dinge mit ihr nicht nur aus Verpflichtung heraus mit ihr unternehme bzw mache, sondern weil ich es gerne mache. Nicht falsch verstehen, ich habe die Kleine nie vernachlässigt, es war bei allem aber kein Herz sondern meistens Schmerz dabei. Aufgegeben habe ich aber nie, denn was kann denn ein Kind dafür dass die Mutter anders tickt als andere Frauen. LG

    • Mir tut es in der Seele weh wie du dich quälst. Für dich bzw. euch würde ich mir innigst wünschen, dass ihr eine aussenstehende seriöse Hilfe gefunden habt, um die Traumen zu verarbeiten. Alles alles Liebe!

  • Ich denke, mit den Problemen bist du nicht allein. Kleine Kinder sind extrem anstrengend, ich fand die 24/7 Betreuung teilweise auch sehr belastend. Aber glücklicherweise wachsen sie ja und werden selbständiger und man kann tolle Sachen mit ihnen unternehmen.

    Hast du das hier gelesen?
    http://www.derwesten.de/panorama/studie-ruettelt-am-tabu-darf-man-es-bereuen-mutter-zu-sein-id10560847.html

  • Liebe Charlotte. Wir sind/waren beide in Therapie. Das Thema alleine zu bewältigen ist zu groß und zu schwer ohne Hilfe von außen. Wir sind auf einem guten heilenden Weg. LG aus Stuttgart.

    • Toll! Diese absolut im nichts begründete Scheu vor professioneller Hilfe kann ich nicht nachvollziehen, super, das du schlauer und stärker bist!!! Sei stolz auf dich!
      Jetzt noch ein nettes Cremchen und guten Mascara, dann nähern wir uns der Perfektion 😉

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