Ein träumerisch leichter Genuss mit unerwarteter Tiefe für Leser:

Das neue Buch von Michael Cunningham, Titel Die Schneekönigin. Wer „Die Stunden“ ebenso geliebt hat wie ich, wird auch von diesem Werk begeistert sein. Es ist relativ kurz, aber weder davon noch von der Leichtigkeit, mit der Cunningham erzählt, sollte man sich vordergründig täuschen lassen.

Es geht nämlich um die großen Fragen des Lebens – Sinn, Ziel, Mittel, Wege und vor allem, wie glücklich werden?? Die Protagonisten sind zwei Brüder, Barrett und Tyler, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch aufs Engste miteinander verbunden sind. Sie leben in New York zusammen mit Beth, der todkranken Geliebten von Tyler, die er heiraten will. In dem Märchen von Andersen wird der Mensch, der von einem Splitter des zerbrochenen Zauberspiegels ins Auge getroffen wird, damit geschlagen, nur noch enttäuschende Dinge sehen zu können, während derjenige, den ein Splitter ins Herz trifft, die Liebe fndet. Mit diesen Motiven spielt Cunningham gekonnt und gewohnt tiefgründig, denn schließlich finden alle Menschen die Liebe – das Buch ist entgegen seiner coolen Attitüde eine Hymne auf das Leben udn die Liebe. Und zwar ohne die schwierigen, schmerzhaften und schlimmen Seiten außer Acht zu lassen, nein, die volle Breitseite der Gemeinheiten, die das Leben auf Lager hat, trifft den Leser oft unvermittelt und geradezu roh.

Eine große Freude, unbedingt lesenswert – wem ich es schenke, würde ich mir gut überlegen!

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