Düfte – das merkwürdige Ding

Düfte sind für mich ein ganz schwieriges Thema und auch wieder nicht. Äh, ja, das muss ich wohl mal erläutern.

Zum einen ist da das olfaktorische Gedächtnis. Das Gehirn schafft an der Stelle ja das Kunststück, dass ich Düfte, die ich eigentlich nicht mag, aufgrund der Verknüpfung mit einem positiven Erlebnis als angenehm empfinde. Erstaunlich ist auch die Langlebigkeit dieser Duft-Erinnerungen. Meine Lieblingstante, die schon seit mehr als 25 Jahren tot ist, benutzte immer ein bestimmtes Parfum, das es auch heute noch gibt. Ich denke eigentlich nie an sie – aber manchmal schnuppere ich den Duft und dann ist sie wieder da. Und dann war da noch das Haarspray, das meine Freundin immer noch benutzt, bei dem ich aus mir unbekannten Gründen an einen Christoph denken muss. Nun ja, andere Geschichte. So gibt es viele Düfte und Erinnerungen. Schon toll, was der Kopf so leisten kann.

Aber das macht Düfte natürlich auch extrem persönlich und mit zunehmenden Alter immer mehr. Ich habe fünf 100%-Düfte (die stehen IMMER da), einige 80-90%-Düfte (die stehen ziemlich oft da, werden ggf. auch nachgekauft) und dann gibt es sehr, sehr viele Düfte, die ich niemals freiwillig benutzen würde. Und die ich auch an anderen Menschen ganz furchtbar finde. Die vierte Kategorie ist sehr interessant, das sind nämlich Düfte, die ich an mir nicht mag und an anderen ganz toll finde.

Jüngstes Beispiel kam von M.Asam und zwar der Jahresduft 2015

M.Asam 2015 Eau de Parfum

Ich fand die Beschreibung sehr vielversprechend und den Preis (100 ml EdP kosten 24 Euro, Link s. M.Asam Schriftzug) mehr als in Ordnung:

Der M. Asam® 2015 Jahresduft steht im Zeichen der Lebenslust. Mandarine, Schwarze Johannisbeere und Orange schenken ihm seine sinnliche Leichtigkeit. Im Herzen des Duftes verströmen Jasminblüten eine elegante Weiblichkeit. Zedernholz und Karamell verleihen ihm seinen geheimnisvollen Charakter.

Mandarine und Orange, mag ich. Jasmin nicht unbedingt, aber Zedernholz und Karamell? Ja, will ich.

Der Duft kam an und der erste Test war ernüchternd. Ich fand es zu süß und davon auch noch zu viel und insgesamt wollte es einfach nicht passen. Obwohl ich den Duft eigentlich nicht schlecht fand. Es ist ein süßer und in gewisser Weise schwerer Duft, nicht orientalisch und es wabbert von Patchouli, sondern sommerlich süß-schwer. Es ging nicht, ich kam mir vor wie verkleidet.

Zufällig hatte ich Besuch, kurz nachdem ich den dritten (und letzten) Versuch gemacht hatte und meine Besucherin schnupperte herum und wollte wissen, was das sei. Man muss dazu sagen: sie ist dunkelhaarig und hat auch eine dunklere Haut. Sie probierte und Duft und Frau passten perfekt zusammen. Vielleicht ist der 2015 einfach nichts für rothaarige Blasse wie mich.

Aber: es hat mich zum Nachdenken über Düfte gebracht und ich merke, wie ich in letzter Zeit oft an Gerüchen hängen bleibe oder auch in meinem Gedächtnis krame, woher ich etwas kenne. Was dann wiederum der Grund war, über diesen Duft zu schreiben und ihn allen tatsächlichen oder gefühlt eher dunklen Frauen ans Herz zu legen.

(Quelle Bildmaterial: M.Asam, das Produkt wurde zur Verfügung gestellt)

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Ein Kommentar

  • Genau darum mag ich das Thema. Leider kann ich selber Düfte nicht gut in Worte fassen. Dabei liebe ich gute Düfte. Ich bin mittlerweile sehr wählerisch. Viele Düfte reagieren auf meiner Haut seltsam. Darum finde ich oft bei anderen Frauen etwas wunderbar und an mir riecht es dann überhaupt nicht gut. Seit wir eine kleine Nischen Parfümerie in unserer Stadt haben, habe ich auch endlich „meinen“ Signatur Duft gefunden. Sie versorgt mich auch sonst immer wieder mit außergewöhnlichen Düften. Ich habe darum einen 100% Duft und der Rest sind 90% Düfte, die ich nach Lust und Situation wechsele. Früher hatte ich eine ganze Batterie an Düften, nicht aus Lust daran, sondern weil keiner wirklich meiner war 🙁

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