Tage wie Salz und Zucker von Shari Shattuck, oder

ein selten missglückter deutscher Titel für ein wunderbares Buch, das im Original „Invisible Ellen“(Link*) heißt, was zum Inhalt auch viel besser passt.

Denn Ellen ist unsichtbar. Sie hat aus vielen unerfreulichen Kindheitsgewalterfahrungen gelernt, besser nicht aufzufallen, und das inzwischen so perfektioniert, dass sie kaum menschliche Kontakte hat. Sie beobachtet aus ihrem sicheren Off sowohl ihre Nachbarn als auch ihre Arbeitskollegen und notiert ihre Beobachtungen. Soweit, so deprimierend, denn Ellens einziger Trost ist Essen in rauhen Mengen.

Das alles ändert sich schlagartig, als Ellen die blinde Temerity kennenlernt, eine junge Geigerin, die sie sehr wohl „sieht“, als sie sich im Bus neben sie setzt. Ellen ist begeistert und folgt ihr neugierig. Sie wird dann Zeugin, wie Temerity von zwei Gangstern beraubt wird, und hilft ihr. Damit beginnt für Ellen ein neues Leben. Temerity ist vielleicht blind, aber ungebrochen gutgläubig und immens an anderen Menschen interessiert und nimmt alle Informationen von Ellen begeistert zum Anlass, sich einzumischen. Und zu helfen, zu vermitteln und Gutes zu tun.

Das ändert nicht nur das Leben von den betroffenen Personen, sondern auch das von Temerity, ihrem Bruder und vor allem das von Ellen. Ellen wächst in ihre Kraft hinein und läuft zu ungeahnter Form auf, was niemand, am allerwenigsten sie selbst, erwartet hätte. Denn Ellen stellt fest, dass es noch viel interessanter und befriedigender ist, am Leben teilzunehmen als es nur zu beobachten. Und mit jedem Schritt in das Leben hinein verändert sie sich. Sie nimmt Anteil, sie lebt auf und sie erschrickt sich sogar nur vorübergehend, als sie merkt, dass sie nach und nach sichtbarer wird für andere.

Mehr will ich nicht verraten, das lest ihr am besten selbst, und ich verspreche, es wird euch Spaß machen!

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