Der Aufreger des Tages: Papst segnet das Schlagen von Kindern ab,

wenn ihre Würde gewahrt bleibt. Was soll das heißen?? Für mich schließt es sich aus, jemanden zu schlagen und dabei dessen Würde zu wahren.

Das geht doch gar nicht zusammen. Das erinnert mich an die Ausreden von schlagenden Eltern, sie würden nicht ins Gesicht schlagen. Oder nicht mit Gegenständen.

Ich möchte kurz daran erinnern, dass jedenfalls in Deutschland das Schlagen von Kindern seit einiger Zeit und aus gutem Grund verboten ist.

Traurig, dass auch ein so fortschrittlicher Papst wie Franziskus uns alle noch einmal deutlich daran erinnert, dass Gewalt in der katholischen Kirche sehr wohl als probates Erziehungsmittel angesehen wird.

18 Kommentare

  • Ich bin traurig und entsetzt! Gerade von diesem Papst hätte ich das nicht erwartet!

  • …ich schlage dich doch nur, weil ich dich liebe/ es gut mit dir meine“ kennen wir das nicht? bzw. hoffentlich kennen wir es nicht mehr! Von einem Papst allerdings Fortschrittlichkeit zu erwarten, scheint mir doch arg realitätsfern. So in etwa „Atomkraft ist umweltfreundlich, weil sie stinkt nicht“. Trotzdem ein schönes und friedliches Wochenende.

  • Ich habe in meiner Kindheit auch die eine oder andere Ohrfeige bekommen (niemals mehr wie eine). Ich muss sagen, ich habe es immer verdient gehabt und bin meinen Eltern dankbar dafür. Ich finde nicht, dass einem damit die Würde genommen wird. Ein Kind krankenhausreif zu schlagen ist etwas anderes und nicht zu entschuldigen. Ich bin evangelisch und will den Papst sicher nicht in Schutz nehmen, aber man kann es auch übertreiben.

  • Sollte nicht als gut befunden werden

  • ich habe als Kind auch die eine oder andere Ohrfeige bekommen und habe es als grauenhaft in Erinnerung. Ich habe meine Töchter noch nie in irgendeiner Form geschlagen und werde es nicht tun. Körperliche Züchtigung – egal in welcher Form – verdient absolut niemand. Ich denke auch, es ist die ultima ratio bei Hilflosigkeit, denn das ist eine Situation, in der nur noch die körperliche Überlegenheit gegenüber Schutzbefohlenen zählt.

    Ich fand den neuen Papst eigentlich ganz gut (war früher evangelisch), aber das geht gar nicht.

  • Ich habe auch als Kind oft den Hintern versohlt bekommen, dafür bin ich heute niemanden böse und meinetwegen war das dann die Hilflosigkeit meiner Mutter, heute kann ich diese aber sehr gut verstehen und nachvollziehen weil ich selber Mutter bin und selber spüre wie es ist wenn die Kinder ausprobieren wo deine Grenzen sind und wenn man es denen vorher 10 mal sagt…beim 11-ten Mal rastet man eben aus- ausrasten ist auch menschlich.

    Ich haue meine Kinder nicht aber als sie kleiner waren gab es 2-3 Mal auch den berühmten Popoklaps, was meine Kinder jedoch wenig beeindruckt hat, die sind dann im Kreis gerannt und haben es als Herausforderung zum Fangenspielen gesehen, so nach dem Motto „komm gib mir noch eine wenn du mich fangen kannst :D
    In Deutschland ist so was gleich schlimmster Missbrauch. In meinem Land ist ein Popoklaps normale Erziehungsmethode. Schläge ins Gesicht oder blaue Flecken sind auch bei uns verboten ;-)

  • Meine Mutter hat mir im vorpubertären Alter aus Verzweiflung, Überarbeitung, Hilflosigkeit, Unsicherheit auch wenige Ohrfeigen verpasst. Ihr tut das heute noch leid. Es war schrecklich für uns beide. Mein Vater hat das nie toleriert und uns Kinder auch nie geschlagen. Ich würde das auch niemals tun und der Erziehung dient es in gar keinem Fall, sondern ist nur demütigend. Was soll ein Kind daraus lernen? Aber gut, ich bin nicht katholisch und was Päpste sagen interessiert mich daher nicht. Aber Approbation für Gewalt gegen Kinder? Das gefällt Gott?

  • Ist es nicht oft so, dass Frustration und Ärger den ganzen Tag über kein Ventil finden. Dem Vorgesetzten gibt man nicht Contra, den Kollegen tritt man nicht gegen das Schienbein, den ganzen Tag über reisst man sich zusammen.
    Und abends bringen die Kinder das Fass zum Überlaufen.
    In meiner Herkunftsfamilie wurde oft geschlagen. Fast immer wegen Lappalien, „verdient“ hatte es keines der Kinder.
    Anlass waren umgefallene Gläser, „freche“ Antworten, über die die Eltern in einer entspannten Situation eher gelacht hätten. Wir waren dressiert, nicht erzogen. Kinder mussten parieren. Schläge haben in mir nicht Dankbarkeit, sondern Angst, ein starkes Gefühl der Demütigung und hilflosen Zorn ausgelöst. So hilf- und wehrlos wie ein geprügeltes Kind habe ich mich als Erwachsene nie wieder gefühlt, schon gar nicht einem Kind gegenüber.

  • Da kann man doch verstehen, das die Mitglieder in den Kirchen immer weniger werden. Kinder schlagen, das geht gar nicht. Zu Recht der Aufreger des Tages. Ich kann noch so angenervt von der Arbeit heimkommen, das kann ich doch aber nicht an meinen Kindern auslassen, da gehe ich lieber eine Runde um den Häuserblock joggen.

  • Würde wahren ? Hm, diskutiert man das dann vorher aus ?
    „Du, entschuldige bitte, ich werde Dich jetzt schlagen. Nimm es bitte nicht persönlich und fühle Deine Würde nicht verletzt“….es war mal okay, Kinde zu schlagen (hieß es). Es war mal okay, seine Frau zu verprügeln (hieß es). Es war mal okay, seine Frau zu vergewaltigen (bzw. hieß es, es gibt keine Vergewaltigung in einer Ehe. Ich gehöre auch zu der Generation, die glücklicherweise über das Verprügeln schon weg war aber die ein oder andere Ohrfeige oden den „Klaps“ (was für ein Wort ist das überhaupt) oder auf die Finger haun (ja klar, das hilft ganz bestimmt gegen Nägelkaun) gab es. Soweit ich mich erinnere, fühlte ich mich nicht in meiner Würde verletzt. Als Kind habe ich da noch nicht drüber nachgedacht. Worüber ich als Erwachsener aber nachdenke, warum schlägt man überhaupt. Was bringt einen Menschen dazu, zu schlagen ? Egal wie fest oder selten. Eigentlich steckt doch immer ein Kontrollverlust dahinter und das finde ich das Bedenkliche, Schlimme und Traurige daran.

  • Honeypearl

    Hopi und Lissy sprechen mir aus der Seele. Es gibt doch schon genug Gewalt in dieser Welt. Muss der Papst jetzt auch die Gewalt in der Familie für Gut heißen? Ich komm so langsam nicht mehr mit. Mein Opa hat mir mal erzählt, dass es ganz normal war, dass Kinder in der Schule geschlagen wurden (mein Vater auch, er war Linkshänder) oder sogar von den Nachbarn, falls diese die Kinder beim Rauchen etc, erwischt haben. Mein Opa hat seine Kinder auch versohlt und diese dann ihre Kinder. All diese Kinder (vier) haben keinen Nachwuchs…Mein Opa sagte später als Rechtfertigung, dass aus ihm deshalb etwas Anständiges geworden sei. Also bitte, jetzt wissen es Psychologen, Pädagogen u.v.a.m. doch besser. Hoffentlich gibt es bald nicht wieder die Inquisition, Hexenverbrennung, Kreuzzüge… So oft kann ich gar nicht mehr aus der Kirche austreten, wie mir das Kotzen kommt!

  • Steffani Freund

    Jede Ohrfeige, jeder Klaps (!) auf den Hinterkopf ist entwürdigend.

  • Auch auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen…. Meiner Meinung nach gibt es einen immensen Unterschied zwischen „schlagen“ und „einem Klaps“. Wenn ich meiner Tochter (4) immer und immer wieder gesagt habe, dass sie die Finger von meiner Handtasche lassen soll, sie immer wieder darin rumsucht, ich es ihr wieder erkläre, und dann nochmal und immer wieder und sie es einfach nicht lässt, dann gibt es irgendwann einen Klaps auf die Finger. Und – oh Wunder – plötzlich lässt sie meine Handtasche in Ruhe. Wenn jemand behaupten würde, dass das schon Schlagen/Verprügeln ist, würde ich herzlich lachen, mich umdrehen und gehen. Sorry, aber man kann wirklich aus jeder Mücke einen Elefanten machen! Immerhin hat der Papst ja nicht gesagt, dass es okay wäre Kinder grün und blau zu schlagen. DAS wäre dann mal ein echter Aufreger!!!

  • Es wäre Hilfreich, wenn man bei dieser Diskussion den Gesamtkontext nicht außer acht lassen würde. Der Papst hat sich nicht per se für Gewalt gegen Kinder ausgesprochen.
    Ich interpretiere das mit der Würde nämlich völlig anders.
    Es ist nicht richtig Gewalt anzuwenden, Punkt. Das muss man nicht diskutieren. Das es aber in den besten Familien passiert aus Hilflosigkeit oder Überforderung ist eine Tatsache. Ich glaube darauf wollte der Papst hinaus und darauf wie Eltern dann damit umgehen sollten.
    Es macht keinen Sinn diesen Umstand tot zu schweigen, aus Sorge wie die Gesellschaft reagiert. Es ist wichtig das Eltern ihren Kindern klar machen, das es nicht Richtig ist geschlagen zu haben. Kinder können damit umgehen, das Eltern auch nur Menschen sind. Menschen die sich fehlerhaft verhalten, wenn sie an ihre Grenzen stoßen. Kinder können das aber nur dann verstehen, wenn Eltern sich und ihren Kindern eingestehen, das sie überfordert waren. Schwäche einzugestehen ist eine Stärke, die die wenigsten Eltern zeigen wollen.
    Meine Mutter hat mich einmal verhauen. Das war nachhaltig und Rückblickend völlig richtig. Ich habe gelernt das ich meine Mutter mit meinem Verhalten an ihre Grenzen bringe (das war viel schlimmer als die Haue selber) und das mein Verhalten Konsequenzen hat.
    Es fängt doch schon viel früher an. Grenzen setzen und Konsequent erziehen. Das sehe ich immer weniger. Die kleinen dürfen alles, gehen auf der Suche nach Grenzen immer weiter und wenn es dann für die Eltern unbequem wird, wundern sie sich, warum die Kinder ihnen ungeniert auf der Nase rum tanzen. Die einen ignorieren das und legen sich ein dickes Fell zu, lassen es einfach laufen, dem nächsten rutscht die Hand aus. Beides eine Form von Gewalt. Die 1. wird geduldet, die zweite verabscheut. Scheinheilig!
    Was mich bei dieser Debatte echt anödet ist, das niemand über die ganze Psychische Gewalt spricht. Wenn ich mich in vielen gutbürgerlichen Familien so um sehe, bin ich entsetzt wie Kinder manipuliert und zum Spielball der Partnerschaft ihrer Eltern gemacht werden. Völlig normale Gewalt, anerkannt und akzeptiert.

  • Ich kann mir einen eigenen post sparen- ich unterschreibe den von Christina Dingens!

  • Der Papst erzählt uns Etwas zum Thema Kindeserziehung,
    das ist ja wie folgendes Bild:
    Ein Blinder, der uns was von Farben erzählen will.
    Wenn das Thema nicht so ernst wäre, könnte ich lauthals lachen -.-

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