06 Uhr 41, ein Buch von Jean-Philippe Blondel, oder

das musste ich lesen, wenn ein Autor sich einen derart trockenen Titel bei einem so ansprechenden Cover einfallen lässt.

Es ist, wie der Titel ja schon sagt, sehr frühmorgens, und Cécile, eine erfolgreiche Unternehmerin Ende vierzig, sitzt im Zug nach Paris zurück von einem unerfreulichen Besuch bei ihren Eltern. Wie immer ist nichts gelungen, es war nicht angenehm, beide Seiten waren enttäuscht und sie ärgert sich am meisten, dass sie nicht schon am Abend zuvor nach Hause gefahren ist. Auf den freien Platz neben ihr setzt sich ein gleichaltriger Mann. Beide erstarren und schweige geschockt – sie haben sich sofort erkannt und erinnern sich nunmehr unabhängig voneinander an ihre Liebesgeschichte mit um die zwanzig, die sehr unerfreulich zuende ging.

Wie der Autor in ständigem Perspektivenwechsel es schafft, die Geschichter zweier Menschen so differenziert und lebendig darzustellen, hinzu noch rasch die jeweiligen Partner, die Kinder, die gemeinsamen Bekannten und Freunde, das hat mich  beeindruckt. Das alles mit leichter Hand, es liest sich so weg und das Gewicht folgt eigentlich erst mit der Zeit.

Ein amüsantes Buch durch die Erzählart, eine angenehme leichte Sprache und ein Lesevergnügen, das ich euch und euren Lieben als Weihnachtsgeschenk ans Herz legen möchte!

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