Kino: Gone Girl – Das perfekte Opfer

Anschauen !! oder Lesen oder beides!

Das Buch „Gone Girl“ von Gillian Flynn war einer der Krimis, die letzten Herbst erschienen, und ich habe ihn verschlungen. Es ist eher eine Psychokrimi, eine (und nur eine!) echte Leiche gibt es erst im letzten Teil. Das Buch beschreibt ein amerikanisches Mittelschicht-Paar im fünften Jahr, abwechselnd aus beider Sicht. Die Komplikationen in ihrer Ehe führen zum Verschwinden der Frau. Das alleine ist schon interessant, dazu schlägt die Autorin aber einige Volten, die die Leserin herausfordern und immer wieder überraschen. Anders als im Rosenkrieg überleben beide, aber ob sie miteinander glücklich sein können? Das Fazit des Filmpaares lautete sinngemäß: Ehe ist harte Arbeit.

Jetzt läuft also die Verfilmung, mit einem Drehbuch von der Buchautorin und das bekommt dem Film gut. Man erkennt das Buch wieder, gleichzeitig ist der Inhalt gut und spannend, ja auch lustig umgesetzt. Neben dem besagten Paar, gibt es eine Kommissarin plus Assistenten, sie leitet ihn an und wehrt seine vorschnellen Urteile geschickt ab. Dann kommt noch ein erfolgreicher Anwalt dazu, der als Verteidiger von Gattinnenmördern bekannt ist. Parallel wird die Welt der Medien mit allen ihren Auswüchsen vorgeführt. Ich glaube, da sollten wir den USA nicht nacheifern. Obwohl der Film 145 min. dauert, (das Buch hat um die 500 Seiten) fand ich nur mal ein kurzes Stück, als mehrere Szenen aus dem Vorlesen ihres Tagebuchs bestanden, etwas langatmig bzw. schlecht umgesetzt. Letztlich ist der Film so spannend, dass er nicht lang wirkt. Die taz schreibt: die erzählerische Energie reicht für 20 deutsche Fernsehfilme. Und auch: es ist nicht leicht darüber zu schreiben, weil er am besten unvorbereitet genossen wird…ein großes Vergnügen.

Dem schließe ich mich voll und ganz an. Viel Spaß!

 

4 Kommentare

  • Ich lese gerade erstmal das Buch und bin fast durch. Die Leiche war noch nicht da 🙁 Aber egal, jetzt bin ich erst recht neugierig 🙂

  • Ich habe das Buch mit spitzen Fingern angefasst, weil das Cover mich nichts Gutes erwarten ließ und war angenehm überrascht. Weniger ein Thriller als ein Psychogramm einer Ehe, der Leser wird gezwungen, seine Meinung zum Geschehen und den Figuren immer wieder anzupassen. Auch von mir eine Empfehlung!

  • Ihr macht mich neugierig. Eigentlich wollte ich mir „nur“ den Fim ansehen, denn die Rezensionen, die ich las, klangen alle interessant. Nun werde ich auch nach dem Buch schauen, beides zusammen sieht nach perfekter Ergänzung aus. Danke für den Tipp und schönen Sonntag!

  • Ich habe den Film gesehen, fand ihn durchaus spannend, aber er hatte schon einige Längen, die ich unnötig fand. Mein Kinoabend war insgesamt aber deutlich unterhaltsamer als erwartet.

Deine Meinung?