Ein Kuchenrezept für alle Fälle, oder

das, was jede Frau braucht, die nicht Backmischungen als eigene Schöpfungen ausgeben will, wenn es darum geht, einen Kuchen zur Kita/Schule/woauchimmer mitzubringen. Und die auch nicht unsinnig Geld für eine Mischung aus Mehl, Zucker, Backpulver und schlimmstenfalls Geschmacksverstärkern ausgeben will, das sie sich größtenteils sparen kann, denn das, was Geld kostet (Eier und Fett) muss ohnehin noch hinzugefügt werden.

Ich habe da seit mehr als zwanzig Jahren ein Rezept für jede Lebenslage (so wie auch viele andere lebensrettende Tips) von meiner lieben Freundin Anne bekommen. Es gibt aufwändige Kuchen, es gibt Torten, es gibt superleckere Kekse, und das ist auch alles wunderbar, wenn frau Zeit hat und keine größeren Mengen benötigt werden. Wer aber wie ich drei Kinder mit einem vollem Job großgezogen hat, weiß, dass es im Leben zunächst um Masse und dann um Schnelligkeit geht. Ich habe jahrelang mindestens drei, wenn nicht vier Kuchen in der Woche alleine für die Familie und Gäste gebacken, da kann ich keine Donauwellen oder Schwarzwälder Kirsch produzieren, ab davon, dass Kinder das alles nicht mögen. Und dass ich Krümelkuchen rein von der wohnungsverändernden Wirkung her auch noch am verträglichsten finde. Nun, das Grundrezept ist folgendes, und wer so glücklich ist, über eine Küchenmaschine zu verfügen, wirft das alles (ungesiebt, anders als Irit das macht) in der folgenden Reihenfolge in die Rührschüssel:

7 zimmerwarme Eier in L, mindestens M

350 g Margarine

350 g Zucker, bevorzugt schon mit Vanilleschoten aromatisiert, sonst einen Esslöffel abnehmen und ein Päckchen guten Vanillezucker dazu

350 g Mehl 405

1 Päckchen Backpulver, ich nehme immer Backin, das hat sich bewährt

Das alles wird nun (zunächst auf Stufe 1, sonst staubt es aus der Schüssel) und dann auf Stufe vier solange gerührt, bis ein lockerer homogener Teig entsteht, bei mir braucht das 4-5 Minuten. Und keine Sorge, der Teig wird nicht zäh. Ich nehme den Rührquirl, den mittleren, nicht den für Schlagsahne. Hinzugefügt wird dem Teig, wenn er fertig ist, für Zitronenkuchen die abgeriebene Schale einer Biozitrone, für Nuss/Mandelkuchen 200 g gemahlene Nüsse/Mandeln oder für Marmorkuchen nach Einfüllen der Hälfte des Teiges in die Springform 4 EL Kakao und 4 EL Zucker, das wird dann in der Küchenmaschine noch mal schön glattgerührt und auf den hellen Teig gefüllt und mit der Gabel „gedreht“ – bitte drauf achten, dass auch heller Teig oben am Rand ist, sonst seht ihr nicht, wann der Kuchen gar ist und wann er verbrennt.

Entweder in eine Springform in der Variante mit Loch in der Mitte, in eine Guglhupfform oder eine entsprechende Silikonform geben, und in dem vorgeheizten Ofen bei 170 Grad 45 – 60 Minuten backen. Ich drehe die Form nach 30 Minuten einmal. Stürzen und verzieren – bei Zitronenkuchen presse ich die abgeriebene Zitrone und rühre mit ca 150 g Puderzucker einen zähen Guss, bei den anderen nehme ich meist einen fertigen Kuchenguss von Lindt.

Wenn es schnell gehen muss, der Kuchen aus der Hand verzehrt werden muss (Klassenfeste, Sportveranstaltungen) oder generell, wenn Kinder im Spiel sind, benutze ich Papiermuffinformen (die gibt es auch lustig gemustert) und befülle diese mit einem Esslöffel Teig. Bei 170 Grad Umluft 20 Minuten gebacken sind die fertig, werden auch mit Guss und unbedingt irgendwelchem Streusselzeug (Gummibärchen schmelzen!!) oder Smarties verziert und dann sind sie der Hit in Tüten.

Viel Spaß!!

7 Kommentare

  • Liebe Janne,

    genau dieses Rezept habe ich so als Kind von meiner Mutter gelernt und backe es auch immer noch so (wobei ich das Zusammenrühren eher so handhabe wie Spirit.) Es ist wirklich lecker!
    In diesem Jahr habe ich noch gar nicht gebacken, aber ihr habt mich daran erinnert wie lecker das ist. Danke dafür. Und die momentanen Temperaturen laden auch dazu ein.

    Grüße aus dem Ruhrgebiet!

  • Danke für das Rezept! 🙂

  • Oh, blöde Textkorrektur am Handy: Es sollte natürlich Irit heißen, nicht Spirit.

  • Das ist auch mein Standardteig. Ich finde es angenehm, mal zu lesen, dass es nicht immer die Supertorte sein muss – manchmal heiligt der Zweck den Kuchen 🙂 (Supertorten werden natürlich trotzdem gern gegessen)

  • Dieser Kuchen – so wenig spektakulär er auch aussieht – ist auch bei uns seit Jahrzehnten sehr beliebt.
    Ich backe ihn mit Butter und ohne Backpulver, die Triebkraft der Eier reicht aus. Wenn keine Kinder mitessen, gebe ich auch Rumrosinen, feingehacktes Orangeat oder Apfelstückchen in den Teig.
    Und der Kuchen lässt sich sehr gut einfrieren, bleibt aber auch gut verpackt eine Woche lang saftig.

  • Hört sich nach einem tollen Rezept ohne viel Tamtam an – ich suche immer idiotensichere Backrezepte.
    Wird also bald ausprobiert!

  • Renate Suedhoelter

    Was soll ich sagen! Dank der Legefreudigkeit der Hühner meines
    Schwiegervaters hatte ich einen Eierüberschuss im Kühlschrank.
    Alle anderen Zutaten waren auch im Happyshop (mein Vorratsraum)
    und ich habe nur durch ständige Zugabe meine Küchenmaschine
    gefüttert. Mädels, allein diese gelbe Teigmischung, auf höchster Stufe gerührt,
    schmeckte schon göttlich. Unserem Hund lief Kinnwasser, natüüürlich hat er
    einen Teelöffel Teig bekommem, egal, er soll nicht leiden! Dazu dann Haselnüsse.
    Jetzt steht dieses Prachtstück hoch auf dem Schrank – ich trau dem Hund nicht – und
    kühlt hoffentlich schnell ab. Es war eine Lust, diesen Kuchen zu mischen. Danke,
    für dieses Relaxedrezept.

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