Die Interessanten von Meg Wolitzer, ein Wochenende wert, oder

ich habe mich in letzter Zeit selten so nachhaltig amüsiert wie über dieses Buch. Der Umschlag ist fröhlich gestreift (was auf meinem tolino jetzt nicht so schön herauskommt, weil er ja keinen Farbbildschirm hat), ich habe es heruntergeladen, weil es in der Brigitte positiv besprochen war.

„Spirit in the Woods“ heißt das Sommercamp in Neuenglad, in dem sich Jugendliche aus New York und Massachussetts treffen, um einige Wochen lang zu malen, zu musizieren, Theater zu spielen und überhaupt kreativ zu sein. Neben der Hauptaufgabe dieser Zeit, Erwachsenwerden. Es findet sich eine Gruppe von sechs talentierten Jungen und Mädchen, die sich fortan in der jugendtypischen Hybris „Die Interessanten“ nennen. Mag Wolitzer schildert fortan das weitere Leben dieser jungen Menschen, und zwar mit klarem Blick, aber auch viel hintergründigem Humor.

Da ist Jules, die handfeste humorvolle junge Frau, die nichtsdestotrotz sich auch ihren Neid auf den immensen materiellen Erfolg zweier Gruppenmitglieder, Ash und Ethan Figman, eingesteht. Das Buch ist eben auch ein Gesellschaftspanorama der USA im ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert, wo es in New York eben nicht mehr reicht, zwei durchschnittliche Einkommen zu haben, um angemessen zu leben. Über einen homosexuellen Musiker, der sich aufgrund aufgezwungener Drogenexperimente in seiner Kindheit von der Musik abwendet und Maschinenbauer wird, sind auch die Probleme wie AIDS im New York der frühen Achtziger Jahre, präsent. Mühelos umfasst das Buch auch das Problem sexueller Gewalt im Freundeskreis vor allem auch für die außenstehenden Beteiligten sowie die Schwierigkeit, sich seiner Familie gegenüber solidarisch zu verhalten, wenn man doch von anderen Leuten soviel mehr fasziniert ist.

Ihr seht, es fällt mir schwer, die Fülle an Themen und Gehalt überhaupt aufzuzählen – es war ein großer Spaß, das Buch zu lesen und ich kann es euch nur ans Herz legen. Ich finde es auch ein tolles Geschenk, denn wer denkt nicht oft noch an die eigene Adoleszenz? Das Thema einschließlich des weiteren Lebens der Protagonisten wird kaum jemanden langweilen.

3 Kommentare

  • habe es gleich mal auf meiner Wunschliste abgespeichert. Bisher hat mir übrigens alles gefallen, was du hier vorgestellt hast und ich dann auf deine Empfehlung hin gelesen habe!

  • Tolle Besprechung! Das möchte ich auch noch lesen.

  • Ich habe das Buch auch gelesen und finde die Geschichte der kleinen Clique rund um Jules Jacobsen sehr gut erzählt – es wird nie langweilig. Allerding hab ich noch nie so viele Rechtschreibfehler in einem Buch entdeckt, wie in diesem 🙂

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