Die Illusion des Getrenntseins sprach mich auch sehr an, oder

hätte es euch nicht auch interessiert, sofort zumindest im Klappentext nachzulesen, worum es eigentlich geht? Von einem philosophischen Grundlagenwerk über ein religiöses Traktat bis zu einer esoterischen Abhandlung über das Einssein aller Wesen schien mir bei diesem Buch alles möglich.

Es ist tatsächlich eine Geschichte, die das Leben schrieb, erzählt von einem sprachgewaltigen Autor, denn alleine für sich genommen reicht das noch nicht, um Leser zu fesseln.

Eine kleine Bäckerei in Paris, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Ein Soldat, dem in einem Akt der Güte das Leben geschenkt wird und der damit das Richtige tut. Eine mutige junge Frau, die offene Arme hat für ein Neugeborenes ohne Namen. Und ein Autor, der die Geschichte dieser Menschen in einer wunderbar zarten, eleganten Prosa erzählt – und dabei die unglaubliche Wucht menschlichen Schicksals entfaltet. Als Martin schon fast alt genug für die Schule ist, erzählen ihm seine Eltern, dass ihnen vor einigen Jahren, mitten in den Kriegswirren, ein Fremder ein Baby auf den Arm gedrückt hat: ihn selbst. Er braucht Jahre, um seine Herkunft zu begreifen – und er braucht sein ganzes Leben, um dem Mann zu begegnen, der ihn einst gerettet hat. Und auch dann weiß er nicht, wer da vor ihm steht. Inspiriert durch eine wahre Geschichte, erzählt Simon van Booy davon, wie unsere Leben untrennbar miteinander verbunden sind. Davon, dass die Welt nur scheinbar ein fremder Ort ist und die Menschen darin uns näher sind, als wir ahnen.

Das Buch lässt mich voller Vertrauen in das Schicksal und das Leben zurück, und das ist ja schon eine ganze Menge, angesichts der Nachrichtenwelt, in der wir heute leben.

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