Was ist eigentlich Glück? Oder mal anders herum,

wie führe ich ein glückliches Leben? Texterella bloggt dazu, dass nie nie nie genug Zeit ist. Irit beschäftigt sich mit Meditation, Ordnung und Organisation im Rahmen ihres Glücksprojektes. Überall lese ich, ob myself oder Brigitte oder Emma, über Lebenssinnfragen.Es scheint zudem, dass diese Fragen gerade bei den fabforties mehr und mehr eine Rolle spielen. Kunststück bei Müttern, würde ich mal sagen, denn wenn die Kinder klein, der Beruf nebst daraus resultierender Unabhängigkeit geliebt und zudem eigensinnig darauf bestanden wird, dass neben Kindern, Küche und Karriere auch noch mindestens ab und zu mal Prosecco-Abende mit den lebensrettenden Freundinnen drin sein müssen, dann ist das Leben ein alles verschlingender Strudel von Anforderungen. Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl der Atemlosigkeit, weil ich für den Reststapel Akten nur noch zwanzig Minuten hatte. An das Gefühl der Unzulänglichkeit gegenüber Mann, Kindern und dem Gericht. Und ich weiß genau, wie oft ich abends in den Keller gegangen bin, um zu schauen, ob ich die Wäsche wirklich aufgehängt oder nur daran gedacht hatte, während ich mit einem Telefon am Ohr (Freundinnen!!) kochte, während mir ein Kleinkind auf den Füßen saß, das jeden noch so zaghaften Schritt nach rechts und links mit Gequengel quittierte. Während der Sohn Hausaufgaben machte und der Mann genervt fragte, warum ich schon wieder telefoniere. Das Leben konnte frau nur überleben, indem sovieles gleichzeitig erledigt wurde wie möglich.

Nun ist diese Phase vorbei, und fast allen Frauen, die ich kenne, fällt auf, dass bei diesem ganzen tollen Multitasking-Getue viel Lebenszeit verstrichen ist, die nicht so richtig viel Spaß gemacht hat. In der wir vieles nicht mitbekommen haben. Nein, nicht die Kinder, die waren klasse, ich meine mehr, dass wir unsere Gefühle der Überforderung, der Anspannung, eben das ganze Hamsterrad, ausgeblendet haben.

Wie soll es jetzt weitergehen? Wie kommen wir wieder in das Glück und in die Entspannung? Wenn ich mir überlege, was das Bestimmende an meinem Leben als Studentin war, wo ich nie gestresst war, da war das die fehlende Fremdbestimmung. Gut, ich habe für meinen Lebensunterhalt gearbeitet, ich habe studiert und gelernt und ich hatte meinen Haushalt, aber – let´s face it, das war alles easy. Und mein Weg in Entspannung und Glück geht genau in die Richtung. Ich nehme mir die Freiheit, das zu tun, wozu ich Lust habe. Sport, Lesen, eine Zusatzausbildung, die viel Zeit kostet, mich aber sehr glücklich macht. Ich meditiere, ich … aber halt, ich will euch gar nicht erzählen, was ich alles mache. Wichtig ist, was ich lasse. Ich lasse alles das, was mich nervt und was nicht unerlässlich ist (Steuererklärung!). Das ist mein Leben und ich bekomme weder Liebe noch einen Orden dafür, auf Festen von Leuten rumzuhängen, die ich nicht mag und wo ich mich langweile. Ich muss nicht die ganze Gartenarbeit alleine machen, ich lasse mal liegen, was nicht unbedingt sein muss. Und siehe da, der liebe Mann macht es.

Mein Glückstip ist: Loslassen. Die Anforderung von uns selbst an uns selbst, perfekt zu sein. Das ist doch langweilig oder nervig, wenn wir es mit heraushängender Zunge sind. Glücklich sein ist viel cooler. Und liebenswerter. Und anziehender. Und wer uns dann noch mag, der will wirklich mit uns zu tun haben. Und nicht nur einen Kartoffelsalat/Kuchen/was auch immer für die nächste Party…

3 Kommentare

  • Katharina

    Hallo Janne, ich habe Anfang des Jahres angefangen in Eurem Blog zu stöbern und was mir als erstes aufgefallen ist, war, dass das was Ihr schreibt und wie Ihr schreibt an mich und mein Leben erinnert. Es macht schon froh, dass man nicht allein ist, dass nicht nur der Freundinnen sondern auch noch viele andere die gleichen Problemchen und Probleme haben. Ich kann alles, was Du eben beschrieben hast unterschreiben. Ja, genau so gehts mir auch. Das Glücksprojekt von Irit ist mich förmlich angesprungen, ich suche auch nach dem Rezept, einfach glücklich zu sein. Einiges habe ich schon umsetzen können und Loslassen ist auch ein prima Tipp und ein Schritt in die richtige Richtung. Danke dafür.
    LG Katharina

  • Das freut mich, Katharina, dass du mit unseren Gedanken etwas anfangen kannst – deswegen machen wir das hier. Einen schönen Tag wünsche ich dir und viele kleine Schritte auf dem Weg zum Glück!

  • Liebe Janne,
    früher hatte ich Immer den Eindruck, die unfähigste Multitaskerin zu sein. Um mich herum schienen das alle wunderbar zu bewältigen. Aber seit ein paar Jahren weiß ich einfach, dass das Multitasking und das Alles- gleichzeitig- Erledigen nicht zu mir passt. Ich lasse es einfach, erledige eines nach dem anderen und versuche es bewusster zu machen. Mit zunehmendem Alter gelingt mir das auch immer besser. Die Hochform für mich ist das Loslassen, so wie du es beschrieben hast. Und siehe da, auch hier mache ich Fortschritte. Manchmal fällt mir auch manches einfach so in den Schoß, das ich mir nicht erarbeitet habe. Tolles Gefühl. Danke für deinen tollen Beitrag.
    LG Ava

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