Verso Dark Spot FX

Guten Morgen. Ich hoffe, Leserin und Leser haben Kaffee oder Tee zur Hand, das hier könnte etwas länger werden. Verso Dark Spot Fix…von der Möglichkeit es zu testen, war ich (natürlich) gleich wieder begeistert. Pigmentflecken sind meine Berufung, meine Lebensaufgabe und ich habe vor, dieses Match zu gewinnen, über kurz oder lang. Die machen mich nicht fertig, die nicht.

„Leider“ gehöre ich zu der Generation, die als Kind viel in der Sonne waren. Weil das so war. Kinder waren draussen. Den ganzen Tag, solange irgend möglich. Über Lichtschutz hat man sich damals nicht unbedingt einen Kopf gemacht. Man ist in Spanien den ganzen Tag am Pool und Meer rumgesprungen, zwischendurch musste man sich sehen lassen aber ansonsten gab es keine böse Sonne, keinen Schatten und keine Gedanken an frühen Zellkollaps.

Als Teenager und als Twen waren dann die Ferien dazu da, knackebraun zu werden. Im Freibad oder im Urlaub. Die Qualität eines Urlaubs und der Ferien wurde danach definitiv am Bräunungsgrad gemessen. Sonnenpflege war Kokos- oder Limonenöl mit einem geschätzten SPF von 2. Der heißeste Tipp zur schnellen Urlaubsbräune: Meerwasser und Sonne. Sonnenbrand war nur Mittel zum Zweck und Weg zur Endbräune. Und Gott, was hatte ich tolle Ferien, Urlaube und Bräune. Ich war ein Sonnen-, Wasser- und Strandkind. Eine Bobbi Brown 4.5 Warm Natural (heute dürfte ich bei Warm Ivory liegen, mit Farbe schaffe ich es bis zur 2.5 Warm Sand). Die sonnenfreien Monate wurden mit Solarium überbrückt. Das Einzige was ich zur Ehrenrettung einwerfen kann: ich war nie ein Brathähnchen sondern eher die Bräuneerhalterin.

Womit ich kurz zu einer Ode an meine Haut komme, weil sie mir dafür noch recht kooperativ daher kommt. Die Pigmentflecke, die ich habe, betrachte ich als Payback für wunderbare, unbeschwerte Zeiten. Komischerweise zentrieren sich bei mir die Pigment-Gangs (so betrachte ich diese Anrottung von Melanin) auf die rechte Gesichtshälfte. Die Seite, die im Auto als Fahrerin quasi immer abgewandt ist, die am Arbeitsplatz dem Fenster abgewandt ist, die aber aus mir noch nicht näher verständlichen Gründen offensichtlich anfälliger ist (hm, vielleicht hat es was damit zu tun, dass es meine Schlafseite ist?). Ich benutze immer Antioxidantien, Produkte, die auf bzw. gegen Pigmentstörungen zugeschnitten sind und einen SPF (UVA/UVB Schutz) nicht niedriger als 30. Und mit Hautpflege als Hobby habe ich ca. mit 19/20 Jahren angefangen.

Warum erzähle ich das alles (so nach dem Motto, hat die gute Frau sonst niemanden zum reden oder will sie uns einfach nur in den Schlaf lullen)? Ich finde, bei so einem Produkt muss man nicht nur bedenken, was erwarte ich und wo will ich hin, sondern auch, wo komme ich her und was ist realistisch. Womit wir dann jetzt – endlich – zum heutigen Hauptdarsteller kommen. Da wir gerade beim Thema sind, schiebe ich vorweg, was ich von dem Produkt erwarte: Wunder …oder zumindest sichtbare Verbesserungen, messbare Ergebnisse!

Ich meine, dieser Stoff ist teuer, richtig teuer (185€ für 15ml, erhältlich u.a. bei Ludwig Beck). Es kommt im stylischen, minimalistischen, undurchsichtigen Pumpspender. Ein + für die Optik. Ein – für die Entnahme mit dem Pumpspender. Man muss sehr, sehr vorsichtig dosieren, denn ein Pumpstoss ist viel zu viel (erwähnte ich schon, dieser Stoff ist teuer *lol*), mit der Menge könnte man wahrscheinlich eine halbe Gesichtshälfte eincremen und der Dark Spot Fix wird nur auf die Pigment Spots direkt aufgetragen. Detailverliebte Experimente haben hauchzartes, wiederholtes Andippen des Dispenser mit dem Zeigefinger als Mittel der Wahl zur Entnahme der gewünschten Menge (Erbsengröße) ergeben.

Diese Menge habe ich in meinem Fall zweimal täglich auf meinen Arm (mehr dazu später) gepumpt und von dort mit dem Pinsel auf die zu behandelnden Probanden (aka Pigmentflecken) aufgetragen und eingearbeitet. Das Gute ist, die minimale Menge, die man benötigt, relativiert natürlich den Preis. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass die nicht ganz einfache Entnahme (klopfen, klopfen, ja nicht pumpen) + das gezielte Auftragen und Einarbeiten schon mehr Zeit in Anspruch nehmen als 1 x pumpen, auftragen, fertig. Am Abend ist mir das egal, am Morgen fand ich es schon teilweise nervig.

Geruch habe ich nicht groß wahrgenommen und heraus kommt eine currygelbe Creme, die auch auf der Haut und beim Verteilen noch eine kurze Weile farbtreu bleibt. Aber keine Sorge, sobald sie eingezogen bzw. eingearbeitet ist, sieht man davon nichts mehr. Aufgetragen und eingearbeitet habe ich, bis auf wenige Ausnahmen (wenn ich sowas wie ein Säureprodukt zur alleinigen Anwendung benutzt habe) jeden Abend und jeden Morgen und mit dem Pinsel (ich habe einen Concealer Pinsel genommen).

Ich habe am Anfang eher zufällig auf den Arm gepumpt bzw. hatte ich dort durch eine entzündete Pore einen sehr hartnäckigen roten Fleck und ich dachte, warum nicht. Erstaunlicherweise hat genau dieser rote Fleck dazu geführt, dass ich bei Irit um eine Verlängerung des ursprünglichen Testzeitraums von vier Wochen gebeten habe (jetzt sind wir bei rund 7 Wochen). Diese knallrote und immer wieder leicht entzündete Pore ist nämlich inzwischen eine kaum mehr sichtbare Pore, dafür sichtbar verblasst. Leider habe ich das nicht in Bild festgehalten, weil es ein rein zufälliger Site Effect war.

Wobei zufällig nicht korrekt ist, ich habe noch einen anderen winzigen roten Fleck an der Nase mit behandelt und auch der ist verschwunden. Da kommen große Hoffnungen auf, oder? Ich dachte auch zwischenzeitlich, dass ich eine Verbesserung in Struktur (darunter verstehe ich das „Aufbrechen“ kleinerer Melaninanhäufungen, die noch kein kompakter Pigmentfleck sind) und Farbe (Aufhellung der Pigmentierung) sehe.

Aber leider war das eher wohl subjektive Tagesstimmung. Objektiv würde ich keine sicht- oder messbare Verbesserung erkennen und ich finde, die Photos geben mir da Recht. Übrigens schwöre ich, meine Haut sieht besser aus als auf den Photos aber diese extreme Vergrößerung, um die Pigmentflecken darzustellen, ist wohl die Antithese von Photoshop und hautschmeichelndem Filter und Weichzeichner *rechtfertigaberwastutmannichtallesfürdieWissenschaft*. Und Make-Up ist bei mir meistens ein leichter Tinted Moisturizer oder eine leichte, transparente BB/CC/Foundation, keine extra Abdeckung. Die helle Stelle in dem Pigment-Dreigestirn ist eine nicht gelungene Lasererfahrung (Aber ich habe dann doch nicht statt einem Pigmentflatschen einen hellen Flatschen ? Neiiiiinnnn, niemals ! *GrumpyHopi*)

Würde ich mir das Produkt zu dem Preis kaufen? Zum jetzigen Zeitpunkt: Nein. Aber ich werde es weiter nutzen und natürlich möchte ich sehen, was es bei dauerhafter Anwendung bewirkt und ich möchte natürlich auch den Zellen Zeit zum „Nachkommen“ geben und schauen, wie es nach einigen Zyklen der Haut-/Zellerneuerung aussieht, was da von unten nach oben kommt. Vielleicht gibt Irit uns ja dann noch mal einen Spot in „was wurde eigentlich aus“?

Verso, so sieht es aus:

Verso Dark Spot FXVerso Dark Spot FX Textur

Verso TestbeginnVerso Testbeginn geschminkt

Verso TestendeVerso Testende geschminkt

(Quelle Bildmaterial: Hopi, das Produkt wurde zur Verfügung gestellt)

19 Kommentare

  • Guten Morgen, ein herrlicher Beitrag!! 🙂 Ich musste in meinen Kaffee prusten. Pigmentflecken sind wirklich lästige kleine Luder denen wohl nur mit viel Pflege und Geduld beizukommen ist. Ich war und bin auch so eine Sommerfreundin (heute aber gut eingecremt), aber von Natur aus recht olivfarben und nie mit Sonnenbrand (winterblass BB 4 Natural) Vielleicht könnte man zusätzlich zu den -ähem- recht preisintensiven 15 ml noch ein Vitamin C Produkt plus koreanische BB Cream addieren, um den Preis zu relativieren und das Ergebnis zu begünstigen, hmmm?! Einen schönen Tag!

  • zebra1971

    Liebe Hopi!

    Sehr schöner Beitrag! Aber, ich kenne dich nun auch schon eine Weile, Begeisterung klingt wirklich anders. Glaubst du wirklich, dass eine noch länger Testphase Ergebnisse bringt? Ich finde eigentlich nach 7 Wochen MUSS man was sehen. Länger habe ich niemals Geduld. Eher viel kürzer 😉

  • Guten Morgen, da sitze ich nun – mit der angewiesenen Tasse Kaffee in der Hand und einem breiten Grinsen im Gesicht. Sehr unterhaltsam geschrieben, hat großen Spaß gemacht, den Artikel bis zu Ende zu lesen.

    Deine Jugend ist meine Jugend – nur dass es bei mir die Ostsee war, Sonne und Meerwasser satt und dazwischen nur das pfui-klebrige Babyöl. Welches aber besser geschützt habe musste als gedacht, denn Sonnenbrand hatte ich selten und wenn, dann nur ganz leicht. Sonne und (Meer)Wasser ist übrigens auch heute noch mein Entspannungsmittel Nr.1, allerdings nun mit einer großen Pulle Sonnenschutz im Strandgepäck.
    Auch deine Einstellung zu den Flecken als (bei dir echt moderater) Preis für etwas Schönes gefällt mir.

    Ich selbst habe bisher Glück oder bin nicht ausreichend sensibilisiert, so dass mich meine wenigen „Gangs“ nicht sehr stören. Im Gesicht tarnen sie sich als Sommersprossen 🙂 Im Allgemeinen halte ich den Nutzen der Anti-Spot-Produkte für begrenzt. Trotzdem finde ich, man sieht einen Unterschied auf deinen Fotos, leicht, aber vielleicht verstärkt sich der Effekt noch mit weiterer Nutzung.

  • Vitamin C Serum *check*
    BB/CC Cream *check* (wenn auch keine koreanische)

    Zebra, bei allen möglichen anderen Produkten würde ich es auch sofort teeren und aus der Stadt jagen (wobei….SkinCeuticals benutze ich seit Jahren und sehe nix *gg*). Bei Pigmentfecken denke ich mir, sie hben sich durch die Jahre und Tiefen der Hautschichten einen Weg an die Oberfläche gesucht *Freiiiiiheit* (höre ich mich an wie eine Mineralwasserwerbung?) und so denke ich, brauchen sie auch lange Zeit um wieder zu gehen. Und mein Denkansatz ist, dass sie von unten nach oben gehen müssen. Und so habe ich (noch) die Hoffnung, dass Langzeitwirkung (da denke ich in Monaten bis in den Winter) eintreten könnte…im Winter ist High Noon 😀
    Bei mir hat z. B. das Caudalie Anti Taches Serum sehr viel schneller ein „gleichmäßigeres“ Hautbild geschaffen, obwohl es die Pigmentflecken selbst nicht geknackt hat.
    Und im schlimmsten Fall ist es ein sehr teurer Pickelmal-Aufheller *lol*

  • Ich werfe noch mal die verschreibungspflichtige Variante ins Rennen, die ich sehr effektiv finde, pigmanorm heißt die – für alle, die weder 185 Euro ausgeben noch jahrelang schmieren wollen. Resultate in zwei Wochen, Voraussetzung allerdings für dauerhaften Erfolg: Sunblocker auf die betroffenen Stellen für mindestens 12 Monate.

    • 12 Monate??? Nörgel, Quengel, zick rum, das ist aber ganz schön lange. Und dann muss man wahrscheinlich aufpassen (es sei denn, man möchte den Blocker im ganzen Gesicht nehmen), dass man dann nicht aussieht wie ein kleines, gemustertes Palomino ?

  • Hallo Hopi,

    ein sehr unterhaltsam geschriebener Text. 🙂 „Die Qualität eines Urlaubs und der Ferien wurde danach definitiv am Bräunungsgrad gemessen.“ – das ist ja immer noch der Fall, es reicht sich da einige Frauen (und Männer) auf den deutschen Straßen anzuschauen. Und ja, in der Vergangenheit habe ich Butter genutzt, um schneller braun zu werden. Wirklich? Ja!
    🙂

    Könntest Du noch die INCi von dem getesteten Produkt posten? Wenn die INCi stimmen, sind 7 Wochen vielleicht ein wenig zu kurz, um eine Veränderung zu sehen.

    • Leider habe ich weder Umverpackung noch Packungsbeilage und auf dem Spender selbst stehen keine Inhaltsstoffe. Ich habe gerade mal im www geschaut, bin auf die Schnelle aber auch nicht fündig geworden.

      Butter??? RESPEKT 😀

    • Water, Ethylhexyl Methoxycinnamate, Niacinamide, C12–15 Alkyl Benzoate, Canola Oil, Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate, Butylene Glycol, Diethylhexyl Carbonate, Heptyl Undecylenate, Glycerin, Glyceryl Stearate, PEG-100 Stearate, Butyrospermum Parkii Oil, Ethylhexyl Triazone, Cetearyl Alcohol, Jojoba Esters, Retinyl Retinoate, Tetrahydrodiferuloylmethane, Tocopheryl Acetate, Hydroxyethyl Acrylate/Sodium Acryloyldimethyl Taurate Copolymer, Tetrahydropiperine, Curcuma Longa Root Extract, Sodium Hyaluronate, Tocopherol, Tapioca Starch, Polymethylsilsesquioxane, Citric Acid, Phenoxyethanol, Caprylyl Glycol, Sodium Hydroxide, BHT, Fragrance. (quelle: Sephora)

      hmmm….

  • Ein Lesegenuss 🙂

  • Danke Pjotr, ich verstehe nicht, warum das Zeug über 100 euro kostet… Vielleicht ist da Niacin sehr hoch konzentriert oder was?
    Ja, Butter. Wahnsinn. Aber es wirkte eigentlich wunderbar! 🙂

  • Ethylhexyl Methoxycinnamate ist sehr, sehr umstritten. und gehört zu den eher nicht empfehlenswerten lichtschutzfiltern. ich vertrage ja alle chemischen filter gut, aber hier gibt es doch einige stimmen, dass er zu den „bad guys“ gehört.
    und verso kommt ja auch schweden, da ist alles ein bisschen teurer, ausser es kommt aus dem ikea konzern. 😉

  • Fast Schade, dass IKEA keine Pflegeprodukte (massenhaft) vertreibt. 🙂
    (Nein, eigentlich nicht…)

  • LOOOOOOOL – was für ein unterhaltsames Posting! 🙂 DANKE!!!!

    (Ich selbst wurde übrigens nie braun und habe schon mit 13 das Braunwerden ad acta gelegt. Ja, ich bin eine Haut-Streberin! :-)))

  • Ich war ein Kind der Sonnenbänke , haha! Hab meine alabasterfarbene Hautin ein dunkles braun gebrutzelt ,jetzt bin ich älter und vernuenfiger und hab als strafe hässliche pigmentflecken, grr! Einen ganz dick im Gesicht. Und da es mein lieblingsmskeup von bB nicht mehr gibt( heul) sieht man dwn auch,!
    Ist aber ein stolzer Preis, seufz.
    Darf ich fragen, welches Make,up du benutzt?
    Sorry, fuer meine Tippfehler , sitze im Dunkeln( grr ) und tippe vor mich hin.
    Lieb Gruesse aus Hamburg
    Sabine

    • Ich hätte vielleicht auf beiden Bildern das gleiche Make-Up tragen sollen und auf dem Testendebild nicht so viel Blush *genier*
      Ich nehme gerne den Omorovicza Complexion Perfector, Nars TM, Becca Luminous Skin Colour, BB Skin Foundation und wenn ich mal etwas mehr möchte, die La Mer Treatment Foundation. Jetzt im Sommer nehme ich oft auch nur den getönten Sisley Sonnenstick oder das getönte SPF50 Fluid von Skinceuticals. Zum Abdecken der Pigmentflecken (also zu besonderen Anlässen) wollte ich mal den neuen Laura Mercier Concealer testen und vielleicht was von Kat von D.

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