Vegane schadstofffreie Nagellacke – Priti NYC und Orly

Orly Priti NYC Sommerlacke

Wer mich kennt, weiß, dass ich Farben liebe. Kleidung, Make Up, seit einiger Zeit habe ich mich sogar vom Nagellackboom anstecken lassen und besitze inzwischen eine kleine aber feine Sammlung nicht nur von Nude- und Rosatönen. Außerdem liebe ich die Abwechslung und lackiere lieber jede Woche neu, als dass ich mich mit jeder Art von dauerhaftem Lack anfreunde. Sogenannte „Nailart“ darf mir auch nicht auf die Pfötchen! Um meinem Alter – wenn schon nicht mit Dezenz, so doch mit Marke – Respekt zu zollen, kommen meine Lieblinge überwiegend aus dem Haus mit den beiden gespiegelten C. Jeder neue Kandidat muss sich mit Farbe, Deckkraft, Komfort und Haltbarkeit an diesen messen lassen.

Demzufolge war ich natürlich neugierig auf 2 Marken, die ich bisher nicht kannte – Priti NYC und Orly. Beide Firmen stellen vegane schadstofffreie Nagellacke her, die laut Eigenaussage auch „in der Schwangerschaft und von Kindern“ getragen werden können. Nun ja, letztere würde ich keinesfalls als Zielgruppe betrachten, aber auch die gewöhnliche erwachsene Lackiererin freut sich natürlich über gesundes Spielzeug.

Zitate jeweils von den Homepages:

„Das Besondere an den Nagellacken von ORLY ist, dass sie frei von Formaldehyd, Toluol und dem Weichmacher DBP sind.“

„Priti NYC Nagellack ist frei von Formaldehyd, Toluene, Dibutyl Phthalate (DBP) und Camphor. Alle Priti NYC – Nagellacke sind bei der EU registriert und von der amerikanischen FDA (Food and Drug Agency – Lebensmittelbehörde) geprüft. Aluminium Powder: Farbstoff, der nur in Glitter-Lacken vorkommt. Alle anderen Lacke von Priti NYC sind frei von Aluminium.“

Das 1975 gegründete Unternehmen Orly führte übrigens Mitte der 70er Jahre den Original French Look ein. Der Inhaber Jeff Pink persönlich kreierte die legendäre Maniküre um den Look der Hollywoodstars zu perfektionieren. Sofort nach der Präsentation auf den Pariser Laufstegen wurde der French Look über Nacht zum Erfolg, der ungebrochen anhält.

Zum Test bekommen habe ich 2 Lacke der Marke Priti NYC: einen dunkelblauen mit Cremefinish und dem Namen „Love in the Mist“ sowie einen gelben Glitzerlack namens „Mermaids rose“. Außerdem einen rose-fliederfarbenen Cremelack von Orly, der auf den schönen Namen „Cupcake“ hört. Alle Lacke sind aktuell erhältlich.

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„Cupcake“ ist ein sehr gediegener Farbton zwischen (Alt-)Rose und Flieder; sohisticated und überaus bürotauglich, ach was, für alle Alter und Anlässe vom Ersten Date bis zur Eisernen Hochzeit geeignet.

„Love in the Mist“ (ich möchte mal beim Brainstorming der Erfinder der Nagellacknamen dabei sein!) sieht dem „Blue Boy“ (Nr. 555) von Chanel sehr ähnlich und ist ein sattes Dunkelblau mit einem Hauch Schiefer, welches es vom gewöhnlichen Marineblau unterscheidet. Eine sehr ladylike Farbe, die auffällt aber trotzdem seriös wirkt und etwas für besondere Gelegenheiten von Symphoniekonzert bis Staatsempfang ist.

Der dritte im Bunde, „Mermaids Rose“ ist ein fröhlicher Sommer- und Freizeitbegleiter und hat hauchfeine gleichmäßige champagnerrosa Glitzerchen in seiner sonnengelben Grundfarbe.

Alle 3 Lacke habe ich wie immer zwischen Unter- und Überlack (von Butter London bzw. O.P.I.) in 2 Schichten lackiert und dann mindestens 4 bis 8 Tage getragen (ja, auch den gelben). Fazit: Sowohl Orly als auch Priti überzeugen mit großer Haltbarkeit und Robustheit bei brillantem Farbglanz. Ich habe die Lacke nicht geschont und normale Hausarbeit (ohne Handschuhe) ebenso wie Büroarbeit verrichtet. Nach 4 Tagen waren sowohl der Rosa als auch der Gelbe noch vollständig erhalten, erst nach ca. 1 Woche konnte ich Fehlstellen aus weiterer Entfernung erkennen. Beim Blauen sind naturgemäß kleinste Abweichungen auffälliger, 4 Tage hält aber auch er gut durch. Gelb habe ich auch einmal semitransparent in nur 1 Schicht getragen. Die folgenden Fotos sind bei Rose und Gelb immer am 4. Tag, bei Blau am 3. Tag nach dem Lackieren geschossen. (Achtung, hier kommen Tragebilder mit mittelmäßiger Lackierkompetenz und imperfekter Nagelhaut – ich bin keine passionierte „Nagellackuschi“!)

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Die Pinselchen sind bei allen Lacken rund und mittelgroß. Die Lacke lassen sich damit schön einfach und zielgenau auftragen und decken – bis auf den Gelben – vollständig in 1-2 Schichten. Die Farben beider Marken sind eigenständig und interessant. Die Cremelacke decken sehr gut und kommen an den Händen farbig klar und strahlend heraus, auch nach ein paar Tagen. Einzig der gelbe Glitzerlack hat Schwächen in der Deckkraft und benötigt mindestens(!) 3 Schichten. Vielleicht sollte er transparent wirken?

Für ihr vorbildliches Trageverhalten verlangen die Kandidaten allerdings gebührende Aufmerksamkeit bei der Herstellung und verweigern sich der schnellen Nummer zwischendurch. Sie brauchen länger zum Antrocknen und Durchtrocknen als herkömmliche Lacke und stellen somit die Geduld auf eine harte Probe. Selbst schnelltrocknender Überlack täuscht die Trocknung nur vor, unten drunter ist alles noch sehr fragil. Ich brauchte mehrere Anläufe, bis ich gelernt hatte, wieviel Zeit es benötigt, mir in den frischen Lack nicht gleich wieder Makel zu applizieren. Beste Ergebnisse der Selbstversuche: Pausen zwischen den Schichten je 1 Filmabschnitt zwischen 2 Werbeblöcken, nach dem Überlack  ½ Stunde nicht auf die Toilette – es sei denn man hat keine Hose mit Knopf und Reißverschluss an. Dass in dieser Zeit selbstverständlich keine Hausarbeit o.ä. möglich ist, versteht die Familie gewiss und springt gerne ein.

Für ihre Geduld wird die Trägerin reich belohnt mit Farbbrillianz, überdurchschnittlicher Unempfindlichkeit gegen Beschädigungen und langem Halt.

Qualitativ würde ich nach diesen Eindrücken beide Marken in der oberen Mittelklasse einordnen – viel haltbarer z.B. als alle Essie, die ich habe, von Drogerie nicht zu reden. Frau bekommt gute Ware für ihr Geld. Mit den Preisen stehen beide Marken ebenfalls in der oberen Mittelklasse. Die Orlys kosten 12,- € für 18 ml, die Pritis rund 16,-€ für 12,6 ml, Sondereditionen nicht betrachtet.

Am liebsten trage ich Lacke, die nur durch ihre Farbe wirken, ohne Glitzer oder sonstige Effekte. Deshalb werden „Cupcake“ und „Love in the Mist“ sicher noch öfter meine Nägel schmücken dürfen. „Mermaids Rose“ wird mich zugunsten einer jüngeren Lackiererin verlassen, da er farblich und aufgrund des Glitzers nur wenige Chancen bei mir hätte, außerdem fehlt mir die Deckkraft.

Zu beziehen sind die Lacke online auf der deutschen Seite der Firmen, sowie bei einigen Einzelhändlern. Farben und Finishvarianten haben beide Marken genug, um jeden Geschmack zu befriedigen. Ich werde mir auf jeden Fall noch die eine oder andere ansehen für eine fröhliche farbige Sommerzeit.

(Die Produkte wurden zur Verfügung gestellt)

7 Kommentare

  • Mir gefällt der blaue Priti-Lack eindeutig am besten – Liebe im Nebel – oder wie er heißt *haha* Ansonsten finde ich den Werbegag a la veganer Lack halt im Trend, aber die Haltbarkeit zählt. Und wenn ich höre, dass die Lacke ewig trocknen müssen, da fürchte ich schon wieder Bettabdrücke, wenn man Nachmittags lackiert. Aber vielleicht ist ein schönes Blau zwischen den essence Gelschichten mal mein nächster Versuch. Liebe Grüße!

  • aber was hilft jegliche unbedenkliche Rezeptur, wenn „die bösen Stoffe“ bereits im Unterlack stecken? umgekehrt ergäbe es mehr sinn! und daß für einen Nagellack mit dem Schlagwort VEGAN geworben wird, finde ich einfach nur plemplem.
    vielen dank für die Testung und den schönen Bericht – cupcake wäre auch meine Farbe….

    • ich vermute mal, es gibt auch passende Unter- und Oberlacke. Auf jeden Fall gibt es welche von der treat.collection!

      Das mit dem vegan finde ich auch… naja ;-). Aber wichtig für all die, die eben vegan leben und nicht nur vegan essen.

  • Für ‚vegan‘ bin ich ja sehr anfällig – ich frage mich allerdings, was bei den herkömmlichen Lacken nicht vegan ist….Ok, sicher mehr Chemie, aber auch tierische Bestandteile? Da ich auch großer Fan der Lacke des doppelten C bin (black Satin….) habe ich mal ganz kurz geschaut und festgestellt, dass die Stoffe, von denen Priti sagt, dass sie nicht enthalten sind, auch bei Chanel weggelassen wurden. Wie das mit dem Aluminium ist, weiß ich allerdings nicht.
    Das Blau sieht jedenfalls auf Deinen Fotos so aus, als könnte es in mein Beuteschema passen 🙂 Und da ich eh nur die Fußnägel damit lackiere, ist man bei der Wartezeit nicht soooo in der Betätigung eingeschränkt. Mal schauen, ob mir der Lack mal ‚zufällig über den Weg läuft‘ 🙂

  • Ehrlich gesagt, halte ich das Vegan auch eher für ein Aufspringen auf den Zeitgeist. Anscheinend gibt es aber genug Publikum, die darauf Wert legen. Verzicht auf Schadstoffe kann nie schlecht sein. Trotzdem entscheiden bei mir andere Kriterien: Farbe, Haltbarkeit und Komfort beim Auftragen. Für mich denke ich, dass ein Nagellack nicht entscheidend für Gesundheit oder nicht ist.
    Ungeachtet dessen haben die Testlacke beider Firmen meine Kriterien erfüllt, deshalb kann ich sie weiter empfehlen, nicht wegen der veganen Komponente.
    Die Trocknung ist nicht so langwierig, wie vielleicht gedacht. Nach einer halben Stunde ist bei etwas Vorsicht alles o. k. und am nächsten Tag könnte man mit den Nägeln Muster in Holz kratzen 😉

    @Birgit: Es gibt von beiden Firmen auch Unter- und Überlack in gleicher Zusammensetzung.

    @Nice: die Blaue Liebe ist wunderschön, habe ich jetzt schon zum 3. Mal drauf – probieren! 🙂

  • Wenn man bedenkt, wie viele Tiere für Versuche missbraucht werden – finde ich den Gedanken an vegane Produkte sehr sinnvoll. Übrigens verwende ich seit Jahren keine Mascara mehr, da ich Tierversuche für die menschliche Schönheit ablehne.

    Die Lacke finde ich qualitativ auch besser als Chanel und Dior und bei der Farbenvielfalt ist für jeden Geschmack etwas dabei.

    Der Nagellackentferner ( vegan) der Firma EDEN ist übrigens empfehlenswert.

  • Hallo Nicht-Uschi, da bin ich auch schon, wie versprochen. Veganer Nagellack? Achja, brauche ich nicht und wenn meine Nase kein Formaldehyd beim Lackieren bekommt, ist es für mich auch nur der halbe Spass. Das dunkelblau scheint mir echt aus der LES JEANS Kollektion zu sein. Hast Du den? Sonst schicke ich Dir einen (Geschehenk) zum Test. Den gelben Lack finde ich super schön, wenn der dann noch glitzert, renne ich los und habe ihn schon fast. Danke für Deinen dezenten Zaunpfahl, haste schön gemacht. Den Wink und Deinen tollen Beitrag hier. Liebe Grüße, Deine Uschi

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