Kino: Wir sind die Neuen

Bevor wir zum Film kommen habt Ihr es vielleicht schon bemerkt: wir haben eine neue Gastautorin. Sabeene versorgt uns künftig mit Filmtipps (oder vielleicht auch Geldspar-Tipps). Herzlich willkommen!

Neulich fragte mich eine gemeinsame Freundin auf einer Geburtstagsparty, ob ich schon Vorsorge für das Wohnen im Alter getroffen  habe. Zur Ergänzung : ich gehöre zu den Fabfifties! Eher nicht, aber ich erzählte ihr von meiner Oldie-Hotel-Idee, dazu mehr an anderer Stelle.

Im Kino ist diese Thematik jedenfalls auch angekommen nach Liebe, selbstbestimmtem Sterben, Zickenkrieg usw. im Alter.

Der Trailer von „Wir sind die Neuen“ war schon mal lustig. Häufig hat sich´s damit dann mit dem Spaß und der Rest des Filmes ist langweilig. Den Rezensionen vertrau ich auch nur wenig, mein Geschmack ist anders. In der BRIGITTE stand z.B. …“das alles ein bisschen aufgesagt daherkäme“.

Anne muss eine bezahlbare Wohnung in der Münchner Innenstadt finden und klappert ihre früheren WG-Genossen ab, ob sie wieder mit ihr zusammen ziehen. Herrlich wie Hans-Peter Wöhler als bräsiger „Ich hab alles erreicht und bin trotzdem ein Arschloch“ sie abblitzen lässt. Immerhin 2 Alt-Genossen finden sich und eine Wohnung dann auch. Oben drüber wohnt eine Studenten-WG, 2x Jura, 1x Kunst, fleißig, verspannt, im Prüfungsstress. Dann purzeln die Gags, die Alten sind die Sympathen, unangepasst, relaxt und geputzt wird nur, wenn´s dreckig ist.

Nach einigen Fußtritten vornehmlich gegen die Decke, kommen sich Alt und Jung näher, wenn auch eher unfreiwillig; schließlich merken sie doch, dass sie beiderseits voneinander profitieren..

Das ist alles sehr humorig gemacht und auch mit Tiefgang. Ein Alt-WGler ist z.B. sehr krank und verheimlicht das…

Die „Alten“ fand ich gut und glaubwürdig gezeichnet, bei den Jungen kann ich das nicht einschätzen, meine Kinder sind anders. Würde mich aber interessieren, wie 20-30jährige den Film sehen oder ob sie Spaß hätten.

Es gibt eine Szene, wo Alt-Jurist Johannes auf Anraten der Studentin eine neue Brille bekommt, da wüsste ich schon, wer die Vorlage geliefert haben könnte.

Und BRIGITTE hat recht, manchmal sind die Dialoge sehr präzise (=aufgesagt). Das freut aber die gealterten Ohren, wenn sie alles mitbekommen und hier im Film habe ich es als Schmiermittel wahrgenommen, um die Mischung aus Zickigkeit, Besserwisserei und Hilflosigkeit  darzustellen.

Meine Empfehlung: anschauen! Ob mit Tochter oder doch der Freundin?

2 Kommentare

  • Danke Sabeene, das klingt amüsant und spannend zugleich! .-)

  • Den Trailer habe ich gesehen, als ich in °Boyhood° war.
    Meine gealterten Ohren freuen sich auch immer sehr, wenn ich nicht vollste Konzentration brauche, um Dialoge zu verstehen. Das „Tatort-Gucken“ habe ich weitgehend eingestellt, weil es mir einfach zu anstrengend ist und die Mühe nicht lohnt. Also wieder Kino – vielen Dank, Sabeene, für die Erinnerung an diesen Film!

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