Freitagsmusik 18.07.2014

Vor einiger Zeit hatte ich die letzte CD von Anna Prohaska sehr empfohlen. Mittlerweile hatte ich die Freude, sie live erleben zu können. Sie war am 24.6.14 im Dortmunder Konzerthaus und hat ihre neue CD vorgestellt. Die passenderweise heute erscheint.

Es war mein allererster Liederabend und ich fand das Procedere erstaunlich. Man klatscht nämlich nach den einzelnen Liedern nicht, sondern wartet ab, bis die Künstler eine Pause machen. Ich fand das sehr spannend anzuschauen, es ist eine Höchstleistung der Musiker. Im Gegensatz zu einer Oper mit „vereinzelten“ Auftritten steht die Sängerin praktisch allein auf der Bühne, natürlich unterstützt vom Pianisten, aber sie muss den Abend tragen und jeweils nach ein paar Minuten immer wieder auf ein neues Lied umschalten. Das mag bei einem Zyklus von Schubert nicht ganz so schwierig sein, aber bei der gezeigten Bandbreite – pure Bewunderung!

Die neue CD heißt „Behind the lines“ (Link) und erinnert an den Ausbruch des 1. Weltkriegs vor hundert Jahren. Es sind Kriegslieder aller Art, in jeglicher Hinsicht. Die Lieder stammen aus über 300 Jahren, vom Dreißigjährigen Krieg angefangen bis zum 2. Weltkrieg. Und auch der Inhalt reicht von „Hurra! Krieg!“ bis zu kritischen Liedern (Kurt Weill).

Die CD ist ein Hörerlebnis, nicht nur wegen der Liedauswahl. Anna Prohaska hat eine wunderbare Stimme. Es lohnt sich übrigens auch, einfach mal bei Youtube zu stöbern. Es gibt sehr viele Videos mit ihr, teils aus Interviews oder Konzertmitschnitten, aber teils auch produzierte Videos, z.B. zu ihrer letzten CD „Siren“.

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