Rätselraten, Licht ins Dunkel und so weiter

Kürzlich stieß ich bei Texterella auf eine Kooperation mit BlogF und habe neugierig auf die Seite geschaut. Im wesentlichen eine Art „Sammelbecken“ für Blogs von Frauen, dort werden täglich Beiträge von anderen Blogs verlinkt, zum Teil gibt es auch BlogF-exklusive Beiträge. Fand ich toll. Also flugs auf „Mitmachen“ geklickt und das Formular ausgefüllt und weggeschickt.

Dort stand: „Hat dein Blog den F-Faktor? Finde es heraus und mach mit!“

Offensichtlich sind unsere Themen uninteressanter für ein Frauennetzwerk, als ich immer dachte und vor allem hat unser Blog wohl nicht den BlogF-Faktor. Vermute ich zumindest, ich bekam nämlich keine Antwort. Weder eine Absage (damit kann ich leben), noch eine Nachfrage oder Zusage.

Ist das jetzt schlichte Ignoranz, Unprofessionalität oder Überforderung? Eine Standardmail für eine Absage sollte doch wohl vorhanden sein. Man weiß es nicht und ich werde es vermutlich nie erfahren. Aber geärgert hat es mich doch.

Bei der nächsten Sache habe ich hin und her überlegt, ob ich darüber schreibe oder nicht. Auslöser war dieser Blogpost, den ich auch bei BlogF gefunden hatte. Mal abgesehen davon, dass ich meine persönliche finanzielle Situation niemals im Internet veröffentlichen würde, fand ich es erschreckend, s. auch einer meiner sehr seltenen Kommentare unter dem Post.

Die Gedanken zur Inflation, Politik und allgemeinen Lebenssituation von Eltern in dieser Gesellschaft sind alle gut und richtig – allein: der Auslöser ist falsch. Ich weiß nicht, wer von Euch das Renteninformationsschreiben gründlich liest oder wer auch schon mal bei der Rentenberatungsstelle war zwecks Klärung des Rentenkontos. Letzteres empfehle ich unbedingt, bevor z.B. Studiennachweise endgültig irgendwo verschollen sind. Meins ist jedenfalls lückenlos geklärt inkl. aller Nachweise, so dass die Basis für die Renteninformation auch korrekt ist.

Beim Lesen der Renteninformation lohnt sich auch Sorgfalt. Einige scheinen nämlich Extrapolationen mit Tatsachen zu verwechseln. Tatsache ist, was ich bisher eingezahlt habe. Das nimmt mir keiner mehr (höchstens sinkt für alle gleichermaßen die Umrechnung von Rentenpunkten in Geldbeträge).

Extrapolationen sind Vorhersagen und die sind schwierig – besonders für die Zukunft. Wie funktioniert das Ganze? Die Rentenstelle nimmt sich die Beiträge der letzten fünf Kalenderjahre (das aktuelle Jahr ist also nicht enthalten) und tut so, als ob man diese Beiträge bis zum Renteneintritt weiter zahlt. Dabei weiß die Rentenstelle nicht, ob man gerade eine Kinderpause macht, im Lotto gewonnen hat und nie wieder arbeitet oder wie die Lebensumstände sind. Einfach nur Mathematik. Lagen in den letzten fünf Jahren ungewöhnliche Ereignisse (wie die besagte Kinderpause), ist der vorausberechnete Rentenbetrag nicht brauchbar. Denn das wird sich vermutlich in den nächsten zwanzig oder dreißig Jahren nicht so fortsetzen. Steht auch daneben, aber aber…  Auch hier kann die Rentenberatung mit einer angepassten Prognose weiterhelfen.

Ich hoffe, damit ist etwas Licht ins Dunkel der Renteninformationen gebracht. Wer seine Strom- und Gasrechnung nicht versteht: auch das kann ich erklären… nur, falls mal irgendwo Bedarf sein sollte 🙂

4 Kommentare

  • Liebe Irit,

    ich sehe keinen Widerspruch in meinem Beitrag zu deinen Erläuterungen. Dennoch habe ich mich offensichtlich ungünstig ausgedrückt und suggeriert, dass die nun ausgewiesene Rente statisch ist und sich nicht mehr zugunsten der Mütter ändern wird. Das wollte ich nicht. Was ich deutlich machen wollte: Erziehungszeiten (länger, als die, die man sich anrechnenen lassen kann) haben (natürlich) negativen Einfluss auf die Rente, auch Teilzeit-Arbeit. Es ist aber ein Thema, das von Frauen gerne weggeschoben wird und deshalb schrieb ich darüber.

    Ich werde meinen Text entsprechend anpassen, das bin ich der Thematik wohl schuldig.

    Viele Grüße
    Tina

  • das finde ich aber nett, dass du etwas dazu schreibst 🙂

    Mit dem Rententhema bei Frauen hast du sehr recht, wir haben hier noch kürzlich darüber diskutiert

    http://iriteser.de/2014/03/familie-und-beruf-die-gefuehlt-3854-te/

    Der Punkt ist halt, dass Rente sich am Einkommen bemisst. Einerseits sind Kinder etc zwar erwünscht, andererseits hat man finanziell gesehen nichts als Nachteile und als Frau ganz besonders.

    Ganz besonders finde ich übrigens, dass Erziehungszeiten nicht anerkannt werden, wenn man über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Das ist dann die spezielle Interpretation von „Leistung soll sich wieder lohnen“

  • jetzt ratet mal, was ich gerade gefunden habe:

    http://blogf.de/?s=Fabforties

  • Hallo liebe Irit,
    … und alles wird gut! Ist doch prima, wie sich durch den Austausch manchmal die Dinge so gut klären. Und klasse, dass Du nun auch bei BlogF dabei bist. Und noch mehr klasse finde ich, dass Du meinen Blog Farbenfreundin in Deine Blogroll aufgenommen hast. Ganz herzlichen Dank dafür.

    Sonnige Grüße aus Wiesbaden

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