Reinigung – Grundsätzliches

Wir hatten das Thema schon häufiger und meine Angewohnheiten haben sich in den letzten zwei Jahren doch sehr geändert. Heute ein etwas grundsätzlicherer Blick aufs Thema, die Tage gibt es Reviews zu meinen neuesten Testkandidaten.

Die Grundsätze

1. Morgens und abends reinigen. Immer. Ohne Ausnahme.

2. Morgens reicht ein Reinigungsschritt, für den Abend empfehle ich eine Doppelreinigung.

3. Eine milde Reinigung verwenden.

Ich denke, zum ersten Punkt muss ich nicht viel erläutern. Auch bei trockener Haut ist die morgendliche Reinigung wichtig, die Haut sondert über Nacht Schweiß, Fett und noch mehr ab, das sollte man auf jeden Fall entfernen, bevor man pflegende Produkte aufträgt.

Punkt zwei ist nicht unmittelbar einsichtig, aber ich halte eine Doppelreinigung für sinnvoll. Der Grund ist einfach: abends entfernt man Sonnenschutz, Makeup und ähnliches mehr und diese Produkte sind heutzutage alle sehr haltbar auf der Haut und demzufolge schwer zu entfernen. Damit ist nicht gemeint, dass man zweimal hintereinander denselben Reiniger aufträgt, sondern zwei verschiedene Produkte benutzt.

Im ersten Schritt ein Produkt auf öliger Basis, um alles entfernen zu können, was sich mit Öl entfernen lässt. Das kann ein Balm sein oder ein Reinigungsöl oder auch Natur Pur (Kokosöl, Squalane, Mandelöl…). Fertig gekaufte PRodukte enthalten in den meisten Fällen einen Emulgator, was die Entfernung deutlich vereinfacht. Man trägt Öl oder Balm auf die trockene Haut auf, massiert ein wenig ein (ich nehme es übrigens auch für Augen-Makeup, funktioniert mit den meisten Produkten gut), feuchtet dann die Hände an und emulgiert das ganze im Gesicht auf, abspülen, fertig. Produkte ohne Emulgator lassen sich nur deutlich aufwändiger entfernen, heißes Wasser und Waschlappen haben sich bewährt, wobei ich heißes Wasser im Gesicht nicht so gerne mag.

Im zweiten Schritt entfernt man die wasserlöslichen „Reste“ auf der Haut. Die Produktvielfalt ist hier groß, von Reinigungsmilch über Schaum, Gel, Creme in den unterschiedlichsten Varianten. Nur Seife kann ich absolut nicht empfehlen, der pH-Wert ist sehr hoch und die Haut fühlt sich nicht umsonst nach Anwendung leicht merkwürdig an. Alternativ kann man auch ein Mikrofasertuch verwenden. Hier ist auch Vorsicht geboten, die meisten sind nicht besonders sanft zur Haut. Ich habe bisher nur eins richtig gut und auf Dauer vertragen (bei den anderen gab es gerne mal nach drei Tagen wunde Hautstellen): das von Beyer & Söhne. Derzeit leider ausverkauft, aber das spricht ja auch für die Qualität. Ich warte auch auf Nachschub.

Am wichtigsten ist der dritte Punkt. Die Haut soll sich nach der Reinigung gut anfühlen, nicht ausgetrocknet und sie soll auch nicht gerötet oder strapaziert aussehen. Das sind alles Zeichen dafür, dass das Produkt leider nicht das richtige ist.

Ich habe relativ spät bemerkt, dass meine Hautprobleme nicht von Serum oder Creme kommen, sondern die Reinigung schlicht nicht mehr zu meiner Haut passte. Nachdem ich vor einem Jahr auf Balm/Öl und Produkte für trockene Haut umgestiegen bin, war das Problem innerhalb kürzester Zeit gelöst. Über 40 ändert sich die Hormonlage langsam aber sicher und das sollte man einfach im Hinterkopf behalten.

4 Kommentare

  • Den Umstieg auf Reinigungsmilch / Creme / Öl habe ich durch meine Kosmetikerin vor ca. 10 Jahren gemacht. Vorher hatte ich meistens Gele oder Schäume plus Gesichtswässer mit Alkoholanteil, bei denen ich dachte, dass sie für unreine Haut besser wären. Da aber jedes mal der Lipidfilm und die Säureschutzbarriere angegriffen werden, haben im Anschluss an die Reinigung Bakterien usw. leichtes Spiel. Außerdem versucht die Haut so, schnell den Lipidfilm zu schließen, kurbelt also die Talgproduktion an. Ergebnis war eine total pergamentene, trockene Haut mit Unterlagerungen. Ich vertrage heute am besten eine milde Reinigungsmilch und Balm (gerade Clinique Balm und Dermasence Reinigungsmilch) sehr gut und kläre und säubere anschließend mit einem schönen, reichhaltigen Tonic nach. Danach fühlt sich die Haut schön weich an.

    Mich würde mal von den Paula-Verwenderinnen interessieren, welche Reinigungsmilch /und -Anschlussprodukte (Tonic) Ihr am ehesten für eher trockene Haut mit Hang zu Rötungen empfehlen könnt (gern mit kühlendem Effekt). Will mir demnächst mal ein paar Probegrößen bestellen.

  • Diese Microfasertücher … wie verwendet man die? Einfach nass machen und das Gesicht „abwischen“?

  • Ich habe ganz lange morgens Nimue genommen, leider wurde es reformuliert und trocknet meine Haut jetzt aus. Mein neuer Lieblingsmorgenreiniger ist der Parsley Seed Cleanser von Aesop. Nach dem Duft bin ich süchtig. Zwischendurch auch mal Melvita Cleansing Jelly (Floral Bouquet).
    Abends kommt dann meine kleine Sammlung nach Lust und Laune zum Einsatz. Mein Lieblingsreinigungsöl ist das von Nude. Wobei sehr gerne mal das von Tatcha testen würden aber die Versandkosten…..
    Auf balmiger Seite sind momentan Charlotte Tilbury (super, kann man auch Maske drauf lassen und toll für rauhe Ellenbogen), Oskia Renaissance Cleansing Gel (auch ein Balm) und neuerdings REN in ständiger Rotation. Wenn einer leer ist, warten Omorovicza und Emma Hardie (wieder) auf ihren Einsatz. Und das Beide Nachkäufer sind, sagt bei mir schon alles.
    Bei mir gibt es meistens nur einen Reinigungsschritt, wenn ich viel draufhatte, gehe ich aber vorab mit einem Wasser wie Sisley oder aktuell Koh Gen Do (wobei das nicht besser ist als Bioderma) drüber. Das Ganze wird wie bei der Kosmetikerin kompressenmäßig abgenommen (ich nehme Seiftücher oder Gästehandtücher). Oder auch mit der Mia (mit Cashmere Bürste) aufemulgiert und dann abgenommen.
    I ♥ Reinigung.

Deine Meinung?