Noch ein Schicksals- und Entwicklungsroman, oder

dringend zu empfehlen ist das Buch „Das Licht zwischen den Meeren“ von M.L.Stedman. Ich konnte das eBook kaum aus der Hand legen, so sehr hat mich die Geschichte gefesselt.

Tom Sherbourne, ein hochdekorierter australischer Kriegsveteran des ersten Weltkriegs, wird Leuchtturmwärter auf Australien vorgelagerten Inseln. Ein einsamer und hochverantwortungsvoller Beruf, der absolute Zuverlässigkeit und Resistenz gegen Wetter, harte Arbeit und absolute Einsamkeit, die nur von dem Versorgungsschiff alle drei Monate und Landurlaub alle drei Jahre unterbrochen wird. Tom gefällt dies, und er verbringt seine Tage zufrieden. Noch glücklicher ist er, als er Isabell, ein behütetes Mädchen aus einer gutbürgerlichen Familie heiratet, ein wildes, schönes Geschöpf, das sich ihm vertrauensvoll in die Arme wirft. Ende gut, alles gut?

Leider nicht, denn Isabell verliert ihre Kinder in unterschiedlichen Stadien der Schwangerschaft. Dies kombiniert mit der Einsamkeit und der fehlenden weiblichen Unterstützung und Gesellschaft stürzt sie in das, was wir heute eine tiefe Depression nennen würden. Da geschieht das Wunder: Ein Boot wird angetrieben, in dem sich ein junger Mann, der offenbar eines natürlichen Todes gestorben ist, und ein gesundes Neugeborenes befinden. Tom will das ordnungsgemäß melden, aber Isabell, deren letzte späte Fehlgeburt erst Wochen her ist, öffnet ihre Arme und ihr Herz und überredet Tom, das Kind zu behalten und den Mann still zu begraben. Damit zieht das große Glück in das Leuchtturmwärterhaus ein, das das karge Leben erleuchtet und Isabell tiefzufrieden sein lässt.

Ende gut, alles gut? Nein, denn auch dieses Kind ist ja nicht vom Himmel gefallen. Bei einem Landurlaub zwei Jahre später erfahren Isabell und Tom, dass das Kind von seiner Mutter schmerzlich vermisst wird, die Mutter ist darüber nicht hinweg gekommen und vegetiert tiefunglücklich vor sich hin. In ebenjener Depression, der Isabell durch die kleine Lucy entronnen ist. Isabell schiebt dieses Wissen von sich, für sie zählt nur Lucy, aber Tom erträgt das nicht. Es kommt, wie es kommen musste: Alles kommt heraus, das Kind zurück zu seiner leiblichen Mutter, Tom ins Gefängnis.

Wie sich alles dann doch noch zum einigermaßen Guten wendet, das solltet ihr selbst lesen. Der Plot ist nicht so ergreifend, es ist die Erzählweise, die tiefe Ruhe des sich wiegenden Meeres, in der von den Lebensstürmen erzählt wird, die mich berührt hat.  Ein wunderbares Urlaubsbuch, aber nicht für Frauen, die sich mit Kinderwunsch herumschlagen.

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