Das Glücksprojekt

Die Midlifekrise oder auch die Wechseljahre klopfen unbarmherzig an meine Tür. Es gibt so einige Dinge in meinem Leben, die ich im Lauf des letzten Jahres in Frage gestellt habe (man erinnere sich an meine „Blogkrise“), ein vorläufiges Ergebnis waren die Selbstoptimierungsbeiträge. Dann bin ich zufällig über ein interessantes Buch gestolpert und das kam so.

Meine sehr geschätzte Bloggerkollegin Susanne von Texterella postete auf Facebook über ihr aktuelles Aufräumprojekt, da scheint es auch eine Facebookgruppe zu geben usw. Ich habe seit meiner ersten Schwangerschaft kein Problem mehr mit aufgeräumten Wohnungen – ich habe damals im Hormonrausch einen Rundumschlag gemacht und sofern Mann und Kinder nicht für Chaos sorgen,komme ich gerne in unsere Wohnung herein. Ein bisschen was ist immer, aber ich denke, das gehört auch zum Leben. Auf jeden Fall war auch ein Amazonlink dabei mit dem Suchthema „Aufräumen“ oder so ähnlich, ich erinnere mich nicht mehr ganz genau.

Weit oben auf der Liste standen „Das Happiness-Projekt“ und „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ – ich habe dann beide gekauft und mit in den Urlaub genommen – platzsparend auf dem Kindle. „Magic Cleaning“ fand ich vom Grundsatz her nicht schlecht, das Grundprinzip ist 1. alles Überflüssige wegwerfen (Betonung auf ALLES Überflüssige) 2. dem Rest einen Platz zuweisen und 3. mit ein wenig Disziplin diesen Zustand aufrecht erhalten. Nun ja, ich mag meine Bücher nicht wegwerfen, da war die Rede von 30 verbliebenen Exemplaren – das erinnert mich fatal an den Trend zum Zweitbuch. Auch bei anderen Dingen wie Schuhe kann ich ein solches Vorgehen nicht unterstützen. Aber an einigen anderen Schmuddelecken mal klar Schiff zu machen, ist mit Sicherheit nicht verkehrt. Hatte mein Mann irgendwie recht, als er mal zu mir sagte: „Du verwechselst immer aufräumen mit wegwerfen“. Alles in allem ein interessanter Ansatz, die Umsetzung ist für mich aber eher eine Sache, die man mit Augenmaß angehen sollte.

Ganz anders das „Happiness-Projekt“ von Gretchen Rubin (Link). Vom Grundsatz her geht es darum, ein Jahr lang in jedem Monat einen Bereich des Lebens anzugehen, zu ändern und in kleinen Schritten das persönliche Glück zu vergrößern. Ich habe es noch nicht ganz zu Ende gelesen, aber im Kopf rattert es schon.

Der Plan sieht so aus: Buch zu Ende lesen, eigenen Plan erstellen und ein Jahr lang umsetzen. Und natürlich darüber bloggen. Bisher schwirren nur erste Ideen in meinem Kopf herum, aber auf der Liste stehen auf jeden Fall: gesunde Ernährung, Meditation (da bin ich mal über Headspace gestolpert), Kleiderschrank (mal wieder) aufräumen, und so weiter und so weiter. Realistisch wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis der Masterplan fertig ist, aber ich arbeite daran. Weswegen es schon mal eine neue Kategorie „Glücksprojekt“ (unter Irritierendes) gibt.

Kennt Ihr das Buch? Oder hat schon mal jemand versucht, ein eigenes Glücksprojekt aufzusetzen?

10 Kommentare

  • Super. Jetzt habe ich das Buch bestellt. ;-p (Von wegen „Ruempelstilzchen“ ;-)))

    Musst du solche Bücher posten? Ich bin doch ein haltloser Ratgeber-Yunkie! ;-)))) Nicht, dass ich jemals etwas umsetzen würde …

    • Haha! Ich hab’s auch sofort bestellt! Dabei bin ich kein Ratgeberjunkie-nur bei denen, die Irit oder Janne empfehlen!

  • Ja, Gretchen Rubin habe ich gelesen, obwohl ich sonst keine Ratgeber lese. Ist schon etwas länger her, in Erinnerung ist mir auch das Kleiderschrank-Kapitel und das Kapitel über den Umgang mit Geld. (Ich neige etwas dazu, an mir zu sparen)
    Das Ergebnis sind einige teure bequeme figurfreundliche Kleider. Das ist schon ein Stück Glück, wenn im Schrank nur Schönes hängt.

  • Ich habs auch hier stehen – neben tausenden von anderen „Selbstoptimierungs-Büchern“. 😉
    Gelesen habe ich es aber noch nicht. Irgendwas anderes kommt mir immer dazwischen.

    ABER – ich habe dieses Jahr auch einen Masterplan und der heisst: Mehr Zeit statt Zeugs. Ich kaufe weniger, wenn schon, dann bewusster *hüstel* und versuche immer wieder das zu schätzen, was ich habe. Bücher, Klamotten, Beziehungen, Düfte, Kosmetik – die Liste ist unerschöpflich. 😉 Zeitgleich wird seit Januar kontinuierlich das gesamte Haus entrümpelt. Schublade für Schublade, Ecke für Ecke. In ruhigem Tempo, ohne Stress, aber doch verfolgen wir ein Ziel: Weniger. Von allem. Dafür mehr von uns.

    Ich glaub da passt das Gretchen jetzt auch noch ganz gut rein. 😉

  • Was haltet Ihr denn von der Idee ein gemeinsames Glücksprojekt zu machen? Ich weiß zwar nicht so genau wie – aber auf jeden Fall haben wir Lissy als Coach beim Kleiderkauf

  • Ich finde die Idee eines gemeinsamen Glücksprojektes toll! Glück vermehrt sich, wenn man es teilt.

    Vor 2 Jahren habe ich ein persönliches Projekt gestartet um mich mit Yoga zu beschäftigen. Ich hatte mir vorgenommen 100 Tage täglich Yoga zu praktizieren und erst danach zu beurteilen ob ich weitermachen will. Das war eine tolle Erfahrung und ich habe danach noch einige Monate weiter gemacht.
    Ich werde mich mal mit deinen Buchtips beschäftigen, mal sehen, was ich dabei für Ideen habe…

  • Katinka, ich habe um Januar auch zwei 365-Tage-Projekte begonnen. Einmal Yoga und ein außerdem noch tägliche Glücksmomente sammeln. Kurz vor 100 bin ich eingeknickt… 🙁 Ich denke aber, dass ich den Faden nochmal aufnehme. 🙂

    Ein gemeinsames Projekt fände ich toll! Gemeinsam ist man ausdauernder und motivierter.

    Vielleicht können wir 12 Monatsthemen festlegen und dann alle gemeinsam die Aufgabe des Monats erarbeiten. Oder wir machen eine Rotation und jede macht monatlich ein anderes Projekt und wir wechseln von Monat zu Monat. Ich mag die Idee sehr, auch wenn ich bisher eher Stille Leserin war. 🙂

  • tägliche Glücksmomente sammeln finde ich toll!

    jeden Tag Yoga muss ich nicht machen, aber ich liebäugele mit Headspace – jeden Tag 10 MInuten Meditation

    http://www.getsomeheadspace.com/index.aspx

    und jeden Tag 10 Liegestütze? oder ein paar mehr?

    12 Monatsthemen festlegen finde ich gut und gemeinsames Daran-Arbeiten auch, hm, müsste man sich ein passendes Format überlegen

  • @Evelyn: ich werde das mit dem Yoga auch wieder aufnehmen. Jetzt gehts es allmählich wieder, nachdem ich unfallbedingt ziemlich eingeschränkt war.

    @Irit: witzig, dass du Liegestuetzen erwähnt. Kürzlich habe ich mich mit meinem Physiotherapeuten darüber unterhalten. Für ihn eine der effektivsten Übungen.

    Wir könnten auch Monatsthemen festlegen und jede, die mitmachen will, schreibt ihre Erfahrungen dazu in regelmäßigem Abstand. Jedes Wochenende oder so.

    Ach ja, Meditation. Das wäre eine echte Herausforderung für mich. Daran bin ich bisher regelmäßig gescheitert.

  • So, ich habe jetzt das „Magic Cleaning“ in einem Rutsch durchgelesen – natürlich in der Bücherei vorbestellt und entliehen, damit es nicht im Regal steht ;). Und mir hat es gut gefallen.

    Nun ja, ich würde jetzt nicht ganz so viel wegschmeißen. Über vieles freuen sich andere wirklich noch. Diese Sachen können in Kisten gepackt werden und an soziale Projekte gehen.Ich glaube, da sind wir in Deutschland möglichweise anders aufgestellt als in Japan. Aber ich habe dieses Buch zum Anlass genommen, meinen Kleiderschrank aufzuräumen und die der Kinder gleich mal mit.
    Ich habe mich gefragt, wie diese Falttechnik der Kleidungsstücke wohl aussehen mag, die sie vorschlägt. Das hat mich irgendwie an Origami erinnert :). Schöne Idee, Kleidungsstücke wie Bücher aufzustellen. Aber leider werde ich das wohl ohne Fotos nicht schaffen. Insofern ist es wirklich schade, dass dieses Buch ganz ohne Bilder arbeitet.

    Meinen Bestand an Büchern habe ich zwar vor dem letzten Umzug und gleich nach Studienende stark verringert – verschenkt, verkauft und zum Altpapier gebracht, aber ja auch da werde ich meine Bestände verschlanken. Es kommen eigentlich auch nicht viele neue hinzu, weil ich mir vieles aus diversen Stadtbüchereien entleihe.

    Dann kommt es zu den Papieren. Es gibt noch viel zu tun!

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