Leon de Winter, das ist auch so eine Lichtgestalt, oder

findet ihr nicht auch, dass er zu T.C. Boyle, Margaret Atwood, Ann Tyler und Irving gehört? Ein begnadeter Erzähler mit einer wunderbaren Sprache, schnörkellos, klar, aber doch poetisch, und vor allem ist er ohne Angst vor den großen Themen und den großen Gefühlen.

Dies beweist er mit „Ein gutes Herz“ auf furiose Weise: Es spielen mit junge frustrierte Migranten, die sich beweisen und es allen zeigen wollen, die politische Lage in den Niederlanden, ein herztransplantierter Exverbrecher, der sich wandelt aufgrund der Spende eines promisken Franziskanermönches, der seinerseits im Übergang zum Jenseits den ermordeten Theo van Gogh dabei betreut, sich seine Flügel als Schutzengel erster Klasse zu verdienen und dabei das Kind der ehemaligen Geliebten des Mönches zu beschützen…

Außerdem finden oder verlieren sich Väter und Söhne, Männer und Frauen, Fundamentalisten und Abtrünnige. Es gibt Liebe, gute Taten, heroischen Einsatz, Egoismus, Gewalt, Ratlosigkeit angesichts der Explosion von Gefahr inmitten von Amsterdam, zwischen all den Großstädtern. Familienbande lösen sich auf und werden neu geknüpft, verschwiegen, verraten und verlacht.

Ganz großes Kino, mit leichter Hand und so spannend erzählt, dass ich gestern zwei Stunden später zu Bett gegangen bin, als ich mir vorgenommen hatte.  Das musste ich wissen… Und ihr auch!!

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