Entscheidungsprozesse bei Erwerb von Haushaltsgeräten, oder

sind wir dann alle doch nicht so sachorientiert und pragmatisch, wie wir es gerne wären. Irgendwo habe ich vor Jahren gelesen, dass qualifizierte Frauen, die Topjobs haben, in denen sie Projekte und Budgets jonglieren, immer noch in der Lage wären, sich ihr Handy nach der Farbe auszusuchen.

Und ich muss zugeben, da fühle ich mich ertappt. Obwohl, ertappt ist nicht ganz das richtige Wort, getroffen wäre besser. Richtig getroffen. Also, erwischt, ohne dass es mich stört. Ich muss ja schließlich auch sonst viele wichtige Farbentscheidungen treffen jeden Tag: Welcher Nagellack, welche Lippenfarbe undsoweiterundsofort.

Nun, wir brauchten einen neuen Staubsauger. Zum Entsetzen meines Mannes hatte das von ihm in das gemeinsame Haus eingebrachte Gerät, das also mindestens elf (seine Meinung), wenn nicht gar vierzehn (meine Erinnerung) Jahre alt war, tatsächlich den Geist aufgegeben. Ich hab das Ding nie gemocht, ein typisches Ergebnis männlichen Einkaufes. Mein Mann war zu innova gegangen, hatte sich dortselbst beraten lassen, und ohne Rücksicht auf Aussehen (so ein schreckliches Mittelblau), aber vor allem ohne Rücksicht auf das Gewicht den besten Sauger gekauft. Nun war das Gewicht in einer Etagenwohnung vermutlich wirklich nicht der wichtigste Aspekt, aber lustig war, dass ich das Ding höllenschwer fand und mein Mann diesen Einwand nicht mal verstanden hat.  Ich wundere mich bis heute, dass meine diversen Haushaltshilfen sich nie beschwert haben, mich hat es total genervt, in einem Haus mit vielen Treppen dieses Schwergewicht rumzutragen und rumzuziehen.

Er war tot, es war nun mal so, der Staubsauger, und ich machte mich auf, einen neuen zu kaufen. Erstmal habe ich bei Stiftung Warentest den aktuellen Test gekauft (um die drei Euro), den dann gelesen und die guten nach Preis sortiert. Auf zum Mediamarkt, schließlich sollte die Hilfe morgen den Staubsauger auch haben, so dass Recherche im Internet nebst Bestellung nicht in Frage kam. Außerdem wollte ich die Modelle sehen und  – ganz wichtig – anheben. Mit dem ausgedruckten Test dann zu vergleichen, ob der jeweilige Staubsauger auch genau der aus dem Test war (wieso stimmten die Preise eigentlich nie überein?) war ein bisschen fummelig, gelang mir aber auch. Gekauft habe ich dann einen Miele, der in dem Test nicht enthalten war, weil er dramatisch reduziert war  als aus der Dekoration stammend und ohne Karton. Und weil er schwarz war, cool aussah und sich leicht anhob und ich schon mal viele Jahre mit einem Miele sehr zufrieden war.

Und nun sagt selbst, ist das rational und vernünftig? Ich finde ja.

4 Kommentare

  • Steffani Freund

    Hätte ich genauso gemacht!

  • Das klingt doch sehr rational, Miele kann man blind vertrauen,da braucht man keinen Test 🙂 Ich hab meinen Staubsauger damals nach maximaler Kabellänge gekauft, weil ich keine Lust hatte, immer umzustöpseln (mein Flur ist sehr lang).

  • Hier ein „Tipp“ aus alten Zeiten: meine Mutter hatte in jeder Etage ihres Einfamilienhauses einen Staubsauger, so brauchte sie diese nie die Treppe rauf und runter schleppen! Wie heißt es doch? Früher war alles besser??!! Viel Spaß mit Miele.

  • Ja, da hatte deine Mutter recht, aber dann müsste ich vier kaufen und wo stehen die dann alle rum???

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