Die andere Seite des Himmels, eins meiner Weihnachtsgeschenke, oder

besser spät als nie habe ich es geschafft, dieses berückende Buch zu lesen. Es ist ein Jugendroman mit viel Entwicklung und ein Sittengemälde der siebziger Jahre.

Die zwölfjährige Jean und ihre kaum viel ältere Halbschwester Liz haben es nicht besonders gut mit ihrer Mutter getroffen. Eine Möchtegernkünstlerin, die eigenwillig um sich kreist, ist mit den beiden Kindern schon unter normalen Umständen überfordert, obwohl diese ausgesprochen bemüht sind, ihr nicht zur Last zu fallen und ihr möglichst noch ihre ureigenen Aufgaben abzunehmen. Wenn ihr Leben der Mutter aus irgendwelchen Gründen nicht mehr gefällt, dann verschwindet sie. Oft mit den Mädchen, aber notfalls auch ohne. Dazu ist es jetzt gekommen, sie ist seit Wochen verschwunden und allmählich fällt es der Umgebung, also dem Kaufmann und der Schule auf, die Fürsorge wird benachrichtigt und die Kinder verschwinden. Ganz alleine mit dem Greyhound aus dem sonnigen Kalifornien nach Virginia, wo der einzige ihnen bekannte Verwandte lebt, ein schrulliger Onkel. Dieser nimmt die Kinder ohne weiteres auf, sie lernen ihn und das Dorf, in dem jeder jeden und damit auch jeder sie kennt, ihrerseits kennen. Einerseits gefallen ihnen die Ordnung, die herzliche Aufnahme und die Kontakte, die sie knüpfen. Wenn da nur nicht der Geldmangel wäre, dem der Onkel auch nicht abhelfen will oder kann. Daher beginnen sie gegen ausdrückliche Anweisung, heimlich für den größten Verbrecher des Ortes zu arbeiten, ohne sich darüber im Klaren zu sein. Es kommt, wie es kommen muss, die Mutter vernachlässigt die Kinder weiter, so dass sie in Virginia bleiben, und da die Mädchen sich nichts gefallen lassen, kommt es zu häßlichen Übergriffen des Arbeitsgebers, die zunächst ungesühnt bleiben. Zunächst, wie gesagt.

Es ist ein spannendes Buch über das Erwachsenwerden, Richtig und Falsch, Widerstand und Kraft. Ich werde es auch meiner Tochter zu lesen geben, wenn sie älter ist.

Ein Kommentar

  • Da hole ich mir doch gleich mal eine Leseprobe. Ich lese Deine Leseempfehlungen immer sehr gerne (auch wenn ich schon ewig am Buch Dahlia rumkrebse.

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