Verantwortung übernehmen

Heute morgen wurde ich mal wieder auf ein Thema aufmerksam, über dass ich schon länger nachdenke: Verantwortung übernehmen. Ich hatte das bisher mehr im Zusammenhang mit Beziehungen und Kinder aufziehen im Kopf, aber das gibt es auch im Berufsleben. Neues Negativbeispiel ist der ehemalige Limburger Bischof.

Lassen wir mal den etwas überdimensionierten Bau der Bischofsresidenz außer acht, das geht mich nichts an, ich bin kein Mitglied der katholischen Kirche, meinethalben können die ihr Geld ausgeben wie sie wollen.

Aber: Herr Tebarzt-van Elst ist ein so plakatives Beispiel, was eine richtig schlechte Führungskraft ausmacht. Er war der Chef, er hatte die Verantwortung. Und zwar für alles. Das ist das Wesen der Führung. Man bekommt Geld und Macht dafür, Verantwortung zu übernehmen. Und wenn man es gut macht, ist man umfassend informiert, die Mitarbeiter vertrauen und geben auch unangenehme Dinge weiter. Weil sie nämlich genau wissen, dass der Chef nicht beiseite springt, sondern (je nach Situation) vor und hinter einem steht.

Vielleicht hätte man den Herren mal zu einem Führungsseminar schicken sollen.

Wie kleingeistig und ekelhaft ist es eigentlich, diese Verantwortung nicht anzunehmen (aber natürlich die Vorteile zu genießen) und nun den Generalvikar vorzuschieben?

Herr Tebartz-van Elst: das war IHR Mitarbeiter und es war IHR Job für Ordnung zu sorgen. Dazu waren Sie offensichtlich nicht in der Lage. Und damit als Bischof oder sonstige Führungskraft leider komplett ungeeignet. Und so einer will auch noch Tausende Menschen geistig führen. Da fehlen mir die Worte.

5 Kommentare

  • Das ist wahr. Führungskräfte, die Verantwortung nach unten abwälzen gehen gar nicht. Schließlich werden sie genau dafür auch (besser) bezahlt. Mich regt dieses „Ich trete zurück“ auch in der Politik auf. Die Möglichkeit, sich mit einer super Pension aus der Misere zu stehlen hat man im Normalfall ja wohl kaum. Ob wir Fehler gemacht haben oder schlicht keine Lust auf den nervigen Job mehr: wir müssen für unsere Existenz schon mal komplett die Verantwortung übernehmen, oder? Ich stelle mir den Brüller vor, wenn ich nach einem schief gelaufenen Projekt im Büro vor alle trete und sage „Ich trete zurück“ (… ,kriege weiter ordentlich Kohle und und lasse Euch hier schön mit dem ganzen Mist alleine zurück 😉

  • das ist doch eine tolle Idee – Projektmanagement 2.0 sozusagen 😀

  • @Nice: So recht hast du!

    Meiner Erfahrung nach gehen übrigens auf Führungsseminare (freiwillig) nie diejenigen, die es am nötigsten haben.

  • Aber es ist ja auch kein Wunder, denn schließlich machen es unsere Politiker und sonstigen role models wie große Vorstandsvorsitzende doch vor. Köhler haut in den Sack, weil er beleidigt ist. Koch haut in den Sack, weil er lieber Vorstand des Unternehmens wird, das die neue Startbahn in Ffm gebaut hat. Althaus haut in den Sack, weil er gerne mehr Geld verdient. Ackermann ist beleidigt, das man ihn nicht gebührend würdigt. Endlos fortzusetzen…

  • @Janne, eben. Das sind natürlich tolle Möglichkeiten auf einer bestimmten (höheren) Ebene den „Job“ zu wechseln und damit der lästigen Verantwortung zu entgehen, ganz ohne finanzielle Verluste. Im Gegenteil. Man(n) kann sonst welchen Mist gebaut haben – eine lukrative Alternative wartet schon. Im miesesten Fall, weil auf dem Minister- oder Abgeordnetenposten in unangemessener Weise dafür vorgearbeitet wurde.

    @April. Die schlimmsten Exemplare sind eh unfehlbar 🙂

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