Tag der Architektur – Teil 1: Appetithäppchen

Hier geht`s um Schönheit. Äußere und innere Schönheit, die in diesem Fall nicht aus Spendern und Tiegeln gezaubert wird, sondern der Kreativität, dem Wissen und Können von Menschen entspringt.

Die schöne Kunst Architektur lädt in diesem Jahr zum 20.(!) Mal ein, ihr näher zu treten und sich mit ihr zu beschäftigen. Bereits seit 1995 öffnen jedes Jahr am letzten Wochenende im Juni neue oder umgebaute Gebäude und Anlagen für interessierte Gäste ihre Türen, die normalerweise Fremden nicht offen stehen. Das besondere an dieser Veranstaltung ist, dass sie sich nicht nur an ein ausgewähltes Fachpublikum richtet, sondern ausdrücklich auch Laien angesprochen werden. Das sind die „normalen“ Leute, die in ihrem Alltag sonst nichts mit Architektur zu tun haben, außer, dass sie jeden Tag darin leben – also wir alle.

Die Bundesarchitektenkammer beschreibt es auf ihrer Homepage so:

Architektur bewegt – Motto des Tags der Architektur 2014

Am 28. und 29. Juni ist es wieder soweit: Der Tag der Architektur setzt wie in jedem Jahr mehr als 100.000 Menschen in Bewegung. Sie machen sich auf den Weg, um Architekturprojekte zu besichtigen. Projekte, die in der Regel nur an diesem Tag zur Besichtigung geöffnet sind. Architektur bewegt – und das auch im übertragenden Sinne, denn erst die Kenntnis, der Besuch vor Ort setzt uns in die Lage, über sie auch zu diskutieren. Der Möglichkeit, sich von Architekten und Bauherren vor Ort ihre Architekturprojekte erläutern zu lassen, kommt in diesem Zusammenhang eine wachsende Bedeutung zu.

Zu diesem Zweck werden jedes Jahr die Architekten dazu aufgerufen, „ihre“ Gebäude, Freianlagen oder Innenarchitekturen der Öffentlichkeit vorzustellen. Bedingung ist, dass das Bauwerk auch wirklich an diesen Tagen für Besucher geöffnet und fachkundig vom Architekten mittels Führungen erläutert wird.

Angemeldet werden kann jedes Projekt, dass in den letzten 3-5 Jahren fertig wurde. Deshalb ist die Bandbreite der Architektur, die besichtigt werden kann, groß und reicht von öffentlichen Bauwerken mit Einmaligkeitscharakter, wie Theater, Museum und Regierungsgebäude über Bauten engagierter Arbeitgeber, wie wissenschaftliche Institute, Firmenzentralen oder Handwerksbetriebe bis zum einfallsreichen privaten Wohnhaus, Villenumbau, Arztpraxis oder der Umgestaltung von Bauernhöfen. Das ganze gern in Verbindung mit Freianlagen wie Gärten oder Plätzen.

Für den Bauherrn – der heutzutage oft auch eine Bauherrin ist – bedeutet es, etliche wildfremde Menschen durch die eigenen Räume laufen zu lassen. Obwohl das sicher nicht jedermanns Sache ist, nehmen jedes Jahr erfreulich viele Privathäuser und – wohnungen am Tag der Architektur teil. Gerade private Bauherren bereiten sich oft mit Liebe und Engagement auf ihre „Gäste“ vor, die nicht selten im Haus oder im Garten mit selbstgebackenem Kuchen und Kaffee empfangen werden.

Das letzte Wochenende im Juni hat sich inzwischen in vielen Orten zum Fest der Baukultur und der an ihr Interessierten etabliert und wird von den Architektenkammern der Länder mit weiteren Programmen rund um Architektur und gebaute Umwelt inszeniert. Meistens beginnt das Rahmenprogramm 1 –2 Wochen vor dem Besichtigungswochenende und umfasst Vorträge, Filmbeiträge, Führungen, Feste… In diesem Jahr ist aufgrund des Jubiläums damit zu rechnen, dass das Programm qualitativ und quantitativ besonders üppig ausfällt.

Ich nutze dieses Wochenende seit über 10 Jahren regelmäßig dazu, mir ein Bild über die neuesten Architekturtrends im Alltag zu machen und stelle fest, dass der Zuspruch in den vergangenen Jahren stets gestiegen ist. Man kann Labore sehen, in denen sonst nur Forscher im Ganzkörperanzug hantieren. Man kann „Stararchitekten“ ebenso treffen wie die Häuslebauerin von nebenan. Elegante Wohnräume, so gestylt wie aus einer Zeitschrift, habe ich schon gesehen ebenso wie die Schmutzwäsche im Bad des Eigentümers. Die kleinen persönlichen Einblicke ins Leben sind es, die diese Besichtigungen zu etwas Einmaligem machen.

Warum schreibe ich das jetzt schon? Damit ihr dieses Highlight (vielleicht) in eure Sommerplanung aufnehmen könnt. Lasst es euch nicht entgehen !

Bundesweit am 28. und 29. Juni 2014 (außer Schleswig-Holstein, dort findet der Tag der Architektur 2014 bereits zwei Wochen früher statt) Ich werde noch mal rechtzeitig daran erinnern (Teil 2). Informationen gibt es bei den Architektenkammern im Internet (Tag der Architektur eingeben) und vor Ort. Auch eine App soll demnächst bereit stehen, mit der man sich alle teilnehmenden Projekte ansehen und Besichtigungstouren zusammenstellen kann.

Übrigens: Dieses Jahr sind in den meisten Bundesländern die Anmeldefristen bereits abgeschlossen, aber wenn hier jemand Lust bekommen hat – nächstes Jahr gibt es wieder einen Tag der Architektur.

2 Kommentare

  • danke, april, fürs „dran erinnern“! der tag der architektur reizt mich schon seit geraumer zeit und ich hätte es auch in diesem jahr schon wieder fast vergessen. jetzt hab ichs mir notiert! viele grüße!

  • Danke, lieber Pjotr, für deinen „Ehrenkommentar“ 😉
    Es lohnt sich ganz bestimmt, mal hinzugehen. Wenn der Termin näher heran ist und mehr Informationen für dieses Jahr zur Verfügung stehen, werde ich auch noch einmal die Werbetrommel für das Event rühren, das ist mir ein besonderes Anliegen.

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