Das Rosie-Projekt, ein informatives und lustiges Buch, oder

was will ich mehr? In diesem Buch von Graeme Simsion, einem australischen Wissenschaftler, steckt neben einer Darstellung des Innenlebens eines Menschen mit autistischen Zügen auch ein Entwicklungsroman und eine Komödie über die Irrungen und Wirrungen der Partnersuche.

Der Held des Buches, Don, ist Professor für Genetik und weist die klassischen Verhaltensweisen eines Asperger-Betroffenen auf. Das erlebt der Leser aufgrund seiner Icherzählung, nicht beschreibend von außen. Auf diese Weise ist ein Verständnis möglich, das ich sonst nicht hätte aufbringen können, weil sich nämlich von selbst erklärt, warum das sonst nur von außen zu beobachtende Verhalten erfolgt. Don möchte heiraten, weil ihm vage bewusst ist, dass das Leben zu zweit Vorteile gegenüber dem Alleineleben hat. Nachdem er verschiedene Methoden der Partnersuche (rasend komisch ist die Beschreibung von Dinnerdating, Speeddating und der nach Dons Erfahrung ungeeignetesten Methode, dem Daten mit mit von Freunden empfohlenen Frauen) als ungeeignet verworfen hat, besinnt er sich auf seine Fähigkeiten als Wissenschaftler und entwirft einen sechzehnseitigen Fragebogen, mit dem er seiner Meinung nach ungeeignete Frauen, also solche, die un- oder überpünktlich sind, rauchen, seltsame Essgewohnheiten haben oder gar unorganisiert sind, eliminieren will. Daraufhin nimmt das Unheil seinen Lauf.

Fast unnötig zu erwähnen, dass er seinerseits den Ansprüchen der einzigen Frau, die seine Fragebogenkriterien zu 100 % erfüllt nicht gewachsen ist und von ihr gnadenlos verworfen wird. Erstaunlich ist aber, das Don sich heillos verliebt in eine rauchende Barkeeperin, die unorganisiert über ihren Problemen brütet und nicht davor zurückschreckt, Regelverstö0ße zu begehen. Er kommt einfach gegen sein Glück in ihrer Gegenwart nicht an, obwohl er es wahrlich versucht. Und so geht er einen absolut neuen Weg: Er ändert viele Dinge, die einer Beziehung mit Rosie entgegenstehen, etwas noch Niegedachtes, Niedagewesenes. Er ist rührend, er ist tapfer und er ist klarsichtig. Einer der schönsten Sätze ist seine Antwort auf Rosies überwältigte Frage, ob er sich für sie geändert habe: Er habe sich nicht geändert, er habe nur sein Verhalten verändert.

Unbedingt empfehlenswert, sowohl zum Lesen als auch zum Verschenken, ich glaube, das ist (bislang) mein Buch des Jahres 2014.

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