Zwei Herzen schlagen in meiner Brust

Wie die eine oder der andere schon gemerkt hat: mein Herz schlägt für Seren, Cremes, Pflege aller Art, Foundation, in meinem Alter noch mit gutem Gewissen tragbare Schminke und so weiter und so weiter. Das Tolle an einem erfolgreichen Blog ist dabei, dass man die meisten Sachen zum Testen von den Firmen bekommt. Ich finde, das ist für mich persönlich ein gutes Geschäft. Ich kann hemmungslos ohne persönlichen Konkurs meiner Testlust nachgehen und die Firmen, die mir gute Produkte (!) zur Verfügung stellen, bekommen ein grandioses Marketing zu kleinem Preis.

Natürlich weiß ich, dass mittlerweile ein Post auf FabForties mit einer guten Besprechung sehr viel mehr wert ist als das jeweilige Testprodukt, aber das stört mich nicht. Ich sehe das als mein Lieblingshobby an und damit Geld verdienen hat für mich einen faden Beigeschmack. Und ich mag mich auch auf nichts verpflichten, so bin ich frei.

Ich merke gerade, dass ich dazu eigentlich nichts schreiben wollte, sondern viel mehr zu einem anderen Aspekt, über den ich in letzter Zeit viel nachdenke.

Mein Kopf sagt mir, dass ein Pflegeprodukt nach objektiven Kriterien beurteilt werden soll. Welche Inhaltsstoffe sind drin, wie ist die Verpackung, wie ist das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Schön und gut, aber da war noch die emotionale Seite. Ein schöner Cremetopf (ja, ich weiß, Produkte mit empfindlichen Inhaltsstoffen sind im Spender deutlich besser aufgehoben), ein vielversprechender neuer Wirkstoff, eine tolle Konsistenz, die mit der Haut verschmilzt und so weiter und so weiter.

Pflege ist für mich auch immer „mich schön machen“ und das IST emotional. Und wenn ich ein Produkt gerne in die Hand nehme und benutze, wirkt es garantiert anders. Vermutlich einer der Gründe, warum mein Kopf zwar sagt, dass z.B. die Produkte von Paula’s Choice sehr gut sind, ich in der Realität aber kaum etwas davon benutze. Ich mag das Design nicht, diese Plastikverpackungen, mit den meisten Konsistenzen komme ich nicht klar und mir ist das alles zu rational. Kein Zauber, kein Geheimnis, mir kommt das immer so vor, als stünde ich im grellen Neonlicht. Ja, da sieht man alles, aber wohl fühle ich mich nicht.

Also wird es auch weiterhin zwei Sorten von Reviews geben. Die einen, die sich auf ein objektiv gutes Produkt beziehen. Und die anderen, bei denen ich morgens gern meine Schublade im Bad öffne (die natürlich auch gut sind, aber nicht ganz so wissenschaftlich belegt). Und dann gibt es noch die dritte Sorte, ein seltener Glücksfall: ein objektiv ausgezeichnetes Produkt, das mich auch berührt. Ich glaube, das sind dann die Reviews, bei denen Ihr alle in den Laden rennt und kauft. Das kann man halt nicht faken.

17 Kommentare

  • super auf den punkt gebracht! kann ich alles unterschreiben.
    manchmal muss es dann doch der schwere glastiegel sein. wenn dann noch chanel/rubinstein/guerlain/… draufsteht werde ich eh willenlos! 😉 und paulas produkte sind jetzt wirklich nicht die hand- und augenschmeichler. deswegen mögen wir hier alle ja auch pflegeprodukte so gerne, der lustfaktor ist nicht unerheblich!!
    einzig: wenn alkohol ganz vorne in der inhaltsstoffliste steht(also alcohol / alcohol denat.), da verstehe ich dann keinen spaß mehr. da spüre ich gleich, das tut meiner haut nicht gut!
    viele grüße!

    (und wehe da kommt jetzt vorm monatsende noch so eine hammercreme für 195,00 euro hier in die vorstellung! 🙂

  • Das finde ich ganz spannend. Jetzt möchte ich natürlich eigentlich sofort wissen, was denn bisher Produkte dieser letzten Art sind … die, die sowohl wissenschaftlich erwiesenermaßen gut wirken UND diesen Wohlfühlfaktor haben. Vielleicht sowas wie Astalift (weil es bestimmt Spaß macht, das zu benutzen – ich hab selbst gerade um Proben gebeten und kriege sie bald :-))?

  • Exilberlinerin

    Liebe Irit, ich denke, der Grund, warum Blogs so viel gelesen werden, ist der, dass Produkte eben nicht rein objektiv bewertet werden. Uns interessiert die persönliche Erfahrung und die emotionalen Aspekte mindestens genauso sehr wie die objektiven Inhaltsstoffe, sonst könnten wir ja genausogut einfach bei der Stiftung Warentest abonnieren. Wissenschaftliches interssiert mich natürlich auch, aber persönliche Erfahrungsbereicht mindestens genauso….:-)

  • Ich stehe dazu, ohne die passende Optik und den Duft hat ein Produkt keine Chance bei mir. Ich kann und will das nicht, dieses „sinnvolle“, spaßbefreite, nüchterne Nutzprodukt. Und solange es Produkte gibt, die schön und wirksam sein können, werde ich das beibehalten. Zum Einen mag ich diese wenige Minuten in vollen Zügen genießen, mich darauf freuen, der erste Blick, das Anfassen, der Duft, das Gefühl sich verwöhnt zu haben. Dazu kommt bei mir Konsequenz. Wenn ich etwas nicht gerne mache, schläft es schnell ein und so wie ich es handhabe, laufe ich nicht in Gefahr, diverse produkte oder Schritte auszulassen.
    Wenn ich mir mein Cleanser Sortiment anschaue, freue ich mich morgens und abends richtig drauf, mich für ein oder zwei der Produkte zu entscheiden. Früher war Reinigung ein notwenidges Übel und wenn ich zu müde war, musste auch mal ein Bebe Tuch reichen. Jetzt wird zelebriert, inhaliert…
    Und ausserdem, ich bin Waage, ich kann gar nicht anders 😀

    Viele Grüße
    Hopi

  • @Exilberlinerin: denke ich auch.

  • Sicherich empfinden mindestens 90% der Menschen so.
    Nachdem ich vor 2 1/2 Jahren meine Pflege von Kopf bis Fuss (na, wer hat mich wohl drauf gebracht :-))umgestellt habe sehe ich das für mich persönlich eher ergebnisorientiert. Noch nie in meinem Leben (49,7) habe ich eine so schöne Gesichts- und Körperhaut erlebt, jeden Morgen taste ich in mein Gesicht ob es sich immer noch so zart, rein und weich angefühlt, selbst mein Hautarzt ist geeindruckt.
    Meine Pflege dürfte nach Kuhmist duften und in Holzbotichen abgefüllt sein, wenn das Ergebnis so eindeutig gut ist. Is sie aber nicht, nur Paula.

  • Witzigerweise werde ich oft auf meine Haut angesprochen, aber niemand möchte auf die hübschen Tiegelchen und den Duft verzichten, ist eben alles Ansichtssache 🙂

  • bei mir hat bildlich gesprochen am Montag die Bombe auf der Arbeit eingeschlagen… am Wochenende kümmere ich mich wieder, bin derzeit komplett vergraben

  • Das hast du gut beschrieben. Ich stimme der Exilberlinerin und Hopi zu.
    Auch für mich ist die Sinnlichkeit bei Kosmetik ein Schlüsselreiz. An Paulas Produkte bin ich bisher gar nicht herangekommen, weil sie mich – trotz der unbestritten guten Eigenschaften – nicht anspricht. Außerdem kommt mir ihre Bewertung anderer Produkte ein wenig oberlehrerhaft vor, nur ihre eigenen sind immer super?
    Natürlich ist die Wirkung das letztendlich Entscheidende, wir reden, denke ich, aber nicht vom Unterschied zwischen gut und schlecht (im schönen Gewand), sondern von gut und zugleich reizvoll aufgemacht gegen gut und klinisch/unhübsch angeboten. (dieses Thema streife ich in meiner nächsten Review – ja, ich darf schon wieder 😉 – auch am Rande).

    An den Blogs, welche ich gern und oft besuche, schätze ich neben kompetent – „erwachsener“ Inhalte gerade das individuelle Element in Stil und Empfinden. Blogs lese ich zum Vergnügen und aus Interesse an den Menschen dahinter, für die neutrale Berichterstattung gibt es Nachrichten und Warentests. Ich finde es übrigens sehr schön, dass ihr hier keine Werbung einblendet und das Blog nicht als Einkommensquelle betrachtet, wie viele der jüngeren „Kolleginnen“. Letzteres hat für mich als Leserin nämlich immer ein „Geschmäckle“, da in diesen Fällen nicht mehr klar ist, ob die geschriebene Meinung wirklich noch die eigene ist.

    • Tja, an Paula scheiden sich die Geister…
      Habe eben mal geschaut, wieviele BEST Rentinol Produkte bei ihr (beautypedia) aufgelistet sind, es sind 42 plus die nicht mehr produzierten, davon sind 5 von ihr. Ich finde das schon recht informativ und fair. Die Begründungen zur Wertung sind ja auch immer aufgeführt und so kann jeder seine eigene Gewichtung dessen vornehmen.

  • Steffani Freund

    Das kennen wir doch aus vielen Bereichen…. Unterwäsche von beispielsweise Mey ist von guter Qualität- aber Wäsche von Aubade in Seidenpapier verpackt…
    Strümpfe von Wolforth halten in der Regel nicht länger als die von Falke.
    Aber! Dieses Gefühl etwas Besonderes zu kaufen stellt sich ein, wenn dieser Hauch von Glamour und Luxus anhaftet. Man braucht es nicht immer, aber es macht Freude.

  • Ich sehe das bei Kosmetik inzwischen anders und richte mich im Wesentlichen nach Paulas Bewertungen, einfach, weil ich noch nie so schöne Haut hatte wie seit ihren Produkten. Auch wenn ich bei ihr nie eine Creme gefunden habe, so hat sie doch auch die Beyer-Creme gut bewertet. Und meine Retinol/Aposachen sind auch nicht sexy. ABER ich finde meine Haut superschön damit. Und dass ich für den Preis eines einzigen Luxusserums die gesamte Pflege bekomme und meine Haut besser aussieht als je mit lancome und Konsorten, das stört mich auch nicht.
    Bei Deko sehe ich das anders, ich will mir zwar nicht schaden, aber da kaufe ich im Wesentlichen Markenware, auch weil ich nicht so viele Produkte gleichzeitig benutze und auch „treu“ bin, wenn mir etwas gefällt. Morgens soll es zwar toll aussehen, aber auch schnell gehen.. Jede ist eben anders!

  • Ich mag es, wenn Pflege einen einigermaßen cleanen Look hat. Da finde ich z. B. Etat pur, Paula oder Doctorbrands ganz gut. Hauptsache verträglich und wirksam – und lieber Tuben oder Spender statt Tiegel, schön sauber und lichtgeschützt. Außerdem liebe ich Entdeckungen im Urlaub: schöne Seifen, ausgefallene Parfums und französische Drogeriemarken sowie alles aus dem Hause L’Occitane, z. B. „Le Couvent des Minimes“, dem das Etikett -Urlaub- anhaftet. Außerdem darf (Gesichts-)Pflege (wie auch Deos, Waschmittel u.ä.) bei mir entweder keinen Geruch oder einen medizinischen oder einen angenehm frisch-pflanzlichen haben. Was mich richtig stört ist der Geruch bei z. B. Olaz (erinnert mich an Weichspüler) und Dr. Hauschka (zu viele ätherische Öle, das Gegenteil von frisch-pflanzlich). Ich liebe dagegen opulente, ausgefallene Parfums. Da will ich zusätzlich nichts Konkurrierendes.

  • @Pjotr: du bringst ich auf Ideen 😀

    @Hella: ich vergesse bestimmt viele Sachen, aber auf Anhieb fallen mir ein L’Occitane Immoretelle Serum+Creme, Kerastase Shampoo, Initialiste Serum + Schaumfestiger, Teosyal, Caudalie Premier Cru Creme, Paulas Körperpflege, Embryolisse Creme, Clarins Foundations, Eisenberg Foundation, Lancome Teint Miracle und diese durchsichtigen Sommerlippenstifte, Korres Mascara (!!!), Düfte von Serge Lutens, Rausch von Schwarzlose (auf den review bin ich übrigens besonders stolz, ich schreibe ungern über Düfte, weil mir nie etwas einfällt, aber da ist mir etwas eingefallen) usw usw

    Von den meisten schlichten Paualsachen bekomme ich Pickel und Rötungen (aber vielleicht ist das auch der innere Widerwillen)

    Und gerade habe ich wunderbares Testduo von Melvita für strahlende Haut und zu meinem Entsetzen bekomme ich Pickel. Ich will das vertragen, es gefällt mir ansonsten sooo gut

  • @ Irit, aah, danke 🙂 Kerastase-Shampoo liebe ich übrigens auch und Du hast mich drauf gebracht 😉 wobei ich nicht das Gleiche benutze wie Du, sondern ein anderes aus der Reihe zur Restrukturierung (ich glaube, meins ist gegen, nun ja, komisch strukturiertes Haar und nicht gegen feines Haar). Und es ist toll! Die anderen Sachen gucke ich mir vielleicht mal bei Gelegenheit an, bin schließlich neugierig.

  • Ich gebe zu, ich mag wunderschön gestaltete Tiegel und wohlriechende, parfümierte Cremes: zum Angucken, zum Bewundern, zum daran Riechen und um mich daran zu erfreuen. Aber ich benutze diese Pflege dann in der Regel nicht. Die steht dann nur so rum.

    Am liebsten mag ich im Gesicht Pflege, die unparfümiert ist.
    Und ihr seht, allein bei diesem Kriterium fallen bei mir viele Cremes durchs Raster. Auf diese Art und Weise bin ich bei Paula’s Choice gelandet. Vor Jahren schon und auch durch Janne.
    Da stimmt für mich vieles: Kein Parfüm, Tube oder Spender, Wirkstoffe, Konsistenz, Preis und natürlich wie in meinem Fall – schöne Haut. Da ist noch ein weiteres Plus auf ihrer Seite: Die Kosmetik wird nicht an Tieren getestet. Es gibt in meinem Freundeskreis einige, die sich aus diesem Grund für Paula entschieden haben.

    Gut, am Design der Verpackungen könnte Paula noch etwas feilen :). In den letzen Jahren ist das Design der Verpackungen optisch schon verschönert worden. Ich finde, die Tuben der Bodylotions sind ganz ansprechend und auch das Design der Resist Serie ist nicht hässlich, finde ich.

    Anders ist es bei dekorativer Kosmetik bei mir. Da muss die Optik des Produkts und die Farbe sowie die Konsistenz passen.
    Insofern bleibe ich eher im Highend Bereich.

  • mir fiel gerade ein, dass ich doch tatsächlich meine Entdeckung 2013 vergessen habe: Shendoo – wie konnte mir das passieren?

    außerdem kann ich berichten, dass ich doch keine Pickel von Melvita bekomme, im April kommt der Bericht. Das ist eindeutig ein Kandidat für wirksam und emotional. Ich mag Melvita.

Deine Meinung?