Wo wir gerade bei den Zeitschriften waren

Nachdem lange Zeit der Spruch galt „Männer reifen, Frauen verblühen“ (wer hat sich den Scheiß eigentlich ausgedacht?) und Äußerlichkeiten mehr oder weniger nur für Frauen relevant waren… schlägt die Emanzipation zurück. Was mich an ein (für mich) lustiges Gespräch mit einem Kollegen (eher konservativ bis rückständig) erinnert. Er meinte Sprüche in der Richtung loslassen zu müssen, ein Rock und was mit Ausschnitt stünde mir doch viel besser als Jeans und ein dicker Strickpullover und ich könnte mich ja doch mal etwas gefälliger anziehen. 

Ich liebe so etwas. Auf meine Frage, warum ich denn in Anbetracht meines Einkommens und meines (in der Männerwelt) daraus resultierendem sozialen Status gefallen solle, kam nichts zurück. Der arme Mann. Vermutlich bin ich jetzt als Emanze mit Haaren auf den Zähnen verschrien. Wieso glauben Männer, man würde etwas für SIE anziehen? Ich ziehe an, was MIR gefällt und wozu ICH gerade Lust habe. Hm, außer Unterwäsche, die ist immer schön und von Primadonna.

Und kurz danach am Flughafen München im Zeitschriftenladen:

Männerzeitschriften 1

Zuerst dachte ich, ich sehe nicht richtig, aber nein, da steht: Modezeitschriften für Männer. Und die Auswahl war groß:

Männerzeitschriften 2

Tja, hat es die Jungs auch erwischt. Ich gebe zu: ich war ein wenig schadenfroh, vielleicht werden Frauen und Männer irgendwann doch mal nach denselben Maßstäben gemessen.

8 Kommentare

  • Hehe. Mir gefällt auch, dass hier Kollege Durchschnitt, der so gern an das Aussehen der Kollegin appelliert gleich mal sieht, wo da für ihn der adäquate Hammer hängt: Matthew McConaughey 🙂 Ich liebe auch den Spruch: „Lachen Sie doch mal, das steht Ihnen viel besser.“ (Meint so was wie: ‚Wieso sitzt die Trulla eigentlich hier als einzige Frau mit in der Verhandlung, wenn sie nicht mal für mein Amüsement sorgt‘)

  • Also sowas (Irit + Nice) hat noch nie ein männlicher Kollege oder Vorgesetzter zu mir gesagt! Würde ihm auch nicht gut tun, ich habe mir für solche Fälle nämlich inzwischen ein paar „Instant“-Erwiderungen abgespeichert. Das ist praktisch, Frau weiß ja nie, wann sie es gebrauchen kann und erfahrungsgemäß sind die Wenigsten in so einer Situation so schlagfertig, wie sie gern wären. Mein männliches Umfeld weiß inzwischen auch, dass ich nicht auf den Mund gefallen bin und im Zweifel die Lacher auf meiner Seite haben würde…

    Modezeitschriften für Männer sind was Gutes! Nur „lackierte Affen“ sollen die Herren auch nicht werden.

  • @ April

    Solche Aussagen wie „nur lackierte Affen sollen sie nicht werden“ finde ich aber auch problematisch – wenn Gleichberechtigung, dann richtig. Dann dürfen Männer halt genauso in den Schminktopf fallen wie Frauen, ohne dass ihnen plötzlich ihre Männlichkeit abgesprochen wird; genauso, wie es nichts mit Weiblichkeit von Frauen zu tun hat, ob sie jetzt Karriere machen und Hosen tragen.

  • @Hella: Im Sinne der Gleichberechtigung gebe ich dir recht, nur mir persönlich gefällt es eben nicht, wenn Mann (und Frau) sichtbar zuviel des Gutes getan hat und anstatt gut gepflegt schon überpflegt ist. (Negatives Beispiel: Herr Joop neulich in der Nahaufnahme bei GNTM.) Das hat aber nichts mit etwas Exzentrik zu tun, die mag ich durchaus und an beiden Geschlechtern.

  • Verstehe – klar, persönlicher Geschmack ist natürlich nochmal eine andere Sache. 🙂

  • Natürlich darf jeder tragen, was er möchte. Aber wenn ich mir manchmal meine Arbeitskolleginen anschaue, die 3/4 Jahr ihre Fleecepullover, Skijacken, Turnschuhe und „unverzichtbarer“ Rücksack ständig tragen, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Hat dennen keiner gesagt, dass es auch anders geht? Mit der „Natürlichkeit“ kann man auch übertreiben..

  • naja, das war eigentlich nicht der Punkt, um den es mir ging.

    Heute ist es ja rasterartig beschrieben so: Frau sieht gut aus und ist nicht renitent – Frau kann Mann mit hohem sozialen Status und Einkommen heiraten – wird Frau alt oder sonstwie merkwürdig, hängt sie am Fliegenfänger und hat sich gefällig anzuziehen

    Der umgekehrte Zustand ist mit Sicherheit nicht erstrebenswert, aber schön wäre doch: Frau hat eigene Meinung und genug Geld, um nicht „gefällig“ sein zu müssen – sondern kann mit dem Mann zusammenleben, der sie schätzt, wie sie ist. Naja, und die Herren müssen sich halt langsam mal anstrengen, um die tollen Frauen zu bekommen – der gute Job allein macht es da nicht mehr.

  • Die Kolleginen, die ich meinte sind gebildet, verdienen gutes Geld und sind eher unabhängig. Müssen also keinem unbedingt gefallen. Mich wundert nur, dass sie für sich selbst nicht „schöner und gepflegter“ aussehen wollen. Ich creme mich vom Kopf bis Fuß auch weder für meinen Mann noch für meine männliche Kollegen. Das mache ich nur für mich selbst. Weil mir das Spaß macht und gute Laune bereitet. Und die Männer? Die machen doch mit (mind.die etwas jüngere Generation)

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