Was wirklich erholsam an Urlaub ist, oder

wie verschieden die Menschen sind, das fiel mir gerade gestern wieder auf. Ein Kollege kam aus dem Urlaub zurück und schwärmte davon, dass er gar nichts gemacht habe. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, ist er nach Malta geflogen, um sich dortselbst ins Bett oder auf den Liegestuhl zu legen. Ich kam vom Skiurlaub und war erfüllt von den Aktivitäten und allem, was ich gesehen habe.

Wir ihr ja mehrheitlich wisst, bin ich eher der aktive Typ, bewege  mich unglaublich gerne und liebe unseren Familienskiurlaub. Für mich gibt es nichts Schöneres, als die Wintersachen zusammenzupacken und dann möglichst viele Tage am Stück in den Bergen zu sein.  Wir essen gut und früh, gehen spätestens um zehn Uhr schlafen und sind spätestens um neun erlebnishungrig am Lift. Das Großartige am Skiurlaub ist, dass wir den ganzen Tag draußen sind, was ja sonst im Winter eher selten passiert, zudem diese wunderbare Landschaft genießen und uns den ganzen Tag bewegen. Auch wenn ich sonst viel Sport mache, schaffe ich es kaum, öfter als dreimal die Woche zu laufen, und das bedeutet ca eine Stunde an der frischen Luft. Kein Wunder, dass es zu Lichtmangel kommt.

Warum mich der Skiurlaub aber trotz der jeweiligen Kürze von einer guten Woche so effektiv entstresst, das hat noch einen anderen Grund: Ich muss mich beim Skifahren derartig auf so viele Dinge wie Ausrüstung, Bewegung an sich, Pistenführung, Routenplanung und meine Mitskiläufer konzentrieren, dass ich meinen Alltag komplett vergesse. Ich vergesse den Anrufbeantworter, ich vergesse zumindest tagsüber meine mails , und ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals auf der Piste an die Arbeit gedacht hätte. Und das bringt mir mehr als weit wegzufahren, die Klimazone zu wechseln oder am Strand zu liegen.

Aber wie eingangs gesagt, jede ist da anders, und vielleicht habt ihr Lust, eure erholsamsten Urlaubsaktivitäten  oder -passivitäten zu schildern?

14 Kommentare

  • Exilberlinerin

    Haha, nun, bei mir haben sich da die Prioritäten im Leben je nach Alter immer wieder verschoben. Als ich ganz jung war, war ich darauf aus, möglichst viel zu erleben, zu sehen, aber auch braun zu werden (Kinder, das war halt so in den 80ern), Party zu machen, und eigentlich gehörte für mich auch zum Kennenlernen eines Landes dazu, mit jemandem aus diesem Land geschlafen zu haben… hüstel, schuldigung. Später wollte ich dann möglichst viel lernen, entdecken, in die Kultur eintauchen, dann kamen Jahre wo die Priorität lag: was mögen kleine Kinder im Urlaub (planschen, buddeln, siesta machen), dann: was macht man mit grösseren Kindern.. und jetzt bin ich glaube ich in einer Phase, in der ich mich urlaubstechnisch neu definieren muss. Ich bin im Momnet so ein bisschen auf dem Entgiftungs-, Meditaitons-, Yogaurlaub trip. Und ich fahre Freunde besuchen. Aaaaaber so ein bisschen mehr Kultur oder auch Entdeckungsgeist möchte ich wieder aktivieren. Bin gespannt, was die Leute sonst noch so schreiben 🙂

  • Haha, also, da ging’s mir früher doch glatt wie Dir, liebe exilberlinerin 🙂
    Urlaubsland numero uno ist für mich nach wie vor Italien. Einfach der Kultur, des Essens und des schönen Wetters wegen. Und es ist abwechslungsreich, weil man bummeln kann, sich so richtig schick machen kann und trotzdem einfach NIEMALS overdressed ist. Das liebe ich, derzeit mit den Jungs am liebsten um Ostern oder Pfingsten. Da relativiere ich das ganze Leben hier mit aller Organisation: La dolce vita + dolce far niente – für die ganze Familie das Größte. Deshalb haben wir sogar vor einigen Jahren in Italien geheiratet. Im Winter und Herbst lieben wir die Ostsee – v.a. Usedom, und das obwohl mein Mann am Genfer See arbeitet und wir eigentlich schön Winterurlaub in der Schweiz machen könnten. Machen wir auch mal, aber lieber nur am Wochenende als Kurztrips. Mich nervt Skifahren in Österreich dagegen extrem wegen der Massen in der Feriensaison und des ganzen apres ski plus trallala-Musik am Lift. Im Sommer – wenn alle am Strand braten – planen wir auch gern Kulturtrips in Städte ein (super günstige tolle Hotels und so viele Sachen, die Kinder entdecken können): Hamburg, Köln, München, Weimar usw., um den Kindern zu zeigen, was es in D schönes gibt.

  • @exberlinerin: suuper!! 🙂 klasse kommentar! hätte ich sein können, lach!

  • @Exilberlinerin: 😀 😀 😀

    Jede Art von Urlaub mag ich, hauptsache überhaupt und möglichst weg. Bewegung kann begleitend dabei sein, muss aber nicht 🙂 Ich genieße aktiven Urlaub durchaus, es muss aber eine Aktivität sein, die mir Spaß macht, z.B. Skilaufen oder Schwimmen in offenen Gewässern. Wandern z.B. kann ich nicht so viel abgewinnen – außer in reizvoller Landschaft, dann überwiegt der Augenschmaus über die ungeliebte Bewegung. Sehr gern fahre ich auch auf „Kultur – und Sightseeing Trip“, da kann ich nicht genug bekommen von neuen Eindrücken und renne auch klaglos stundenlang durch Städte, besonders wenn noch die Ess- und Kaufkultur hinzukommt (Italien! Frankreich!).

    Aber mein liebster Urlaub besteht aus einer endlosen Folge von Strandtagen mit Sonne (ja, ich will braun werden), Ruhe, Lesen, viel Schwimmen (da ist die Bewegung wieder), abends lecker essen, Cocktails, gemütlich bummeln,… gepaart mit Kulturausflügen ab und zu. Hektik habe ich auf Arbeit wieder genug. Deshalb schalte ich auch ganz schnell ab, wenn ich die Bürotür hinter mir schließe, spätestens am 2. Urlaubstag denke ich nicht mehr an Arbeit etc. Dafür bin ich bei der Rückkehr wirklich erholt und kann mit neuer Kraft und neuem Humor dem alltäglichen Chaos gegenübertreten.

  • ich bin im allgemeinen eher faul im Urlaub – aber derzeit träume ich von einem einwöchigen Steptanz-Workshop, das wäre richtig toll. Und zumindest meine große Tochter käme bestimmt mit, die macht das genauso gern.

  • Steffani Freund

    Ich möchte im Urlaub immer am Meer sein, kleine Städte kennenlernen, viele Bücher lesen, fremde Gerichte kosten und jeden Morgen den Sonnenaufgang beobachten. Dann bin ich glücklich!

  • Honeypearl

    @April, ich will mit dir im Urlaub fahren.

  • @April @Honeypearl – ich komme auch mit 🙂

  • Geht klar, ihr beiden – machen wir zuerst Ski, dann Strand und nach der ganzen Erholung Kultur? 🙂

  • Ich mag die Kombi aus beidem – mal einen Tag faul rumhängen, dann aber auch wieder was unternehmen. Bin weniger der Sportferienmensch, aber sehen möchte ich soviel wie möglich, wenn ich an einem Ort bin, den ich nicht kenne. Ausserdem liebe ich es, soviel wie möglich zu lesen im Urlaub. Habe immer mindestens drei Bücher (oder besser noch meinen Kindle) dabei. Das entspannt mich am meisten.

  • Ich bin normalerweise ebenfalls ein aktiver Mensch. ich mache viel Sport, bin beruflich viel unterwegs und bin insgesamt neugierig auf alles, was mich umgibt. ABER: ich bin mindestens genauso bequem. Wenn ich mich also für ein Reiseziel entscheide, dann weiß ich ungefähr, was auf mich zukommt. Total abgespannt und fertig finde ich z.B. an der See meine innere Mitte wieder. Morgens joggen am Strand, tagsüber bräsig mit einem Stapel Bücher im Strandkorb, unterbrochen von kurzen Schwimmeinheiten, abends gut essen, früh zu Bett und vorn vorn das Ganze. Buche ich eine Städtereise bin ich mit Reiseführer bewaffnet on top unterwegs, um so viel wie möglich von der Region kennenzulernen, in der ich mich gerade befinde. Seit neuestem haben mein Mann und ich die Berge für uns entdeckt, was bedeutet, dass wir täglich auf Wandertour gehen und ebenfalls früh zu Bett, da wir von Bewegung und frischer Luft einfach viel zu müde sind, um noch ein Buch halten zu können.
    Ein neues Abenteuer wird unsere Hochzeitsreise, auf die wir in anderthalb Wochen gehen: ein kleines maledivisches Eiland. Nur wir, die Sonne, der Strand und türkisblaues Meer. Stapelweise Bücher, gutes Essen, schwimmen, schnorcheln, viel Schlafen und ausruhen. Kein schlechtes Gewissen, dass man irgendwas verpasst, denn man hat das Eiland in wenigen Minuten erkundet. Ich habe keine Ahnung, ob ich mich langweilen werde..vermutlich nicht. Ich bin ja drauf eingestellt. Optimal ist natürlich auch immer eine Mischung aus allem. Allerdings macht man sich dann ja gern den berüchtigten Urlaubsstress. Deshalb: jeder nach seiner Fasson, oder?
    Ach und @April@Honeypearl: Ich bin auch dabei-allerdings müsst Ihr mir das Skifahren beibringen 😉

  • Honeypearl

    @April, Susanne und Schminktante, das wird bestimmt die erste Blogger-Fahrt überhaupt… Wohin sollen wir als erstes fahren?

  • Hey Janne, ich weiß ganz genau was du meinst, echt super Artikel! 😀
    ZUmindest geht es mir genauso, denn wenn ich nur rumgammel im Urlaub, ann sind die Gedanken immernoch bei der Arbeit oder den Erledigungen die man alle so noch machen muss wenn man aus dem Urlaub zurückkommt usw. Das ist ja nicht der Sinn des Urlaubs. Wenn man sich aber aktiv betätig entsteht wahre seelisch Freiheit die einen von dem alltägichem Stress entfernen lässt. Sollte wirklich jeder mal drüber nachdenken.

    Liebe Grüße, Miri 🙂

  • Ich habe Skilaufen ja auch sehr geliebt und konnt da auch immer total abschalten. Problemlos. Leider kann ichh seit meinem Knie-Unfall nciht mehr Skilaufen, was ich sehr bedaure.

    Aber ich versteh auch deinen Kollegen sehr gut. Wenn die Umgebungstemperatur über 25°C steigt, mutiere ich zum Faultier und bewege mich nur noch von meinem im Schatten stehenden Liegestuhl bis zur nächsten Strandbar für Getränkenachschub.
    Ab und an ein paar Bahnen im Pool, das wars dann aber an Bewegung.

Deine Meinung?