Entschleunigung, ein Thema unserer Zeit, oder

wie geht das eigentlich? Das Leben verlangsamen? Woher das Bedürfnis kommt, ist klar: Das Leben ist zu schnell getaktet, es gibt nicht genug Verschnaufpausen, und Informationen und Anforderungen prasseln im gefühlten Sekundentakt auf uns ein.

Das liegt einmal an den neuen Kommunikationstechniken, was wir alle im Beruf und auch privat zu spüren bekommen, zum anderen daran, dass wir selbst auch immer mehr von uns erwarten. Da kann frau doch noch mal rasch dies und das erledigen – klar, kein Problem, aber wenn sich da neue Aufgaben und Interessen häufen, wird es ein Problem. Ich unterscheide sehr präzise zwischen dem Beschleunigungsgebot, das von außen an mich herangetragen wird, und dem Druck, den ich mir selber mache. Meiner Meinung nach liegt darin auch der Schlüssel für die Lösung einer passenden Entschleunigung: Den Anforderungen in meinem Beruf will und muss ich genügen. Aber ich entscheide, wie ich mich dabei fühle.

Ich lehne es ab, mich abzuhetzen und zu stressen. Ich arbeite nämlich weder besser noch schneller, wenn ich mich beeile. Im Gegenteil – ich bin entspannt effizienter, wie wohl jede von uns. Und ich entscheide darüber, wie ich mich fühle. Ich entspanne mich bewusst, atme tief durch und sage in Gedanken oder laut „In Ruhe geht alles besser!“. Versucht es mal, es klappt wirklich.  Und in meinem privaten Umfeld sorge ich für Entschleunigungsinseln, in erster Linie Sport, in zweiter Linie Meditation, als drittes plane ich Zeiten zum Nichtstun ein (da fällt mir immer am meisten Neues für den Blog oder sonstwie ein!). Es ist so befreiend, einfach mal nicht erreichbar zu sein, ohne iPhone in die Natur zu gehen, in die Bäume zu schauen und zu träumen. Und es kostet fast gar nichts. Die Belohnung ist ein freier Kopf, ein ruhiger Geist und wunderbare Träume.

Ich wünsche uns allen viel Spaß beim Entschleunigen….

5 Kommentare

  • Das bräuchte ich auch mal ganz dringend. Ich habe kaum freie Abende, denn immer ist irgendwas los, und mein letztes freie Wochenende, wo wirklich gar nichts geplant war, liegt schon ein paar Jahre zurück. Zusätzlich kommen noch Arbeitsstress und Stress mit der Diss dazu. ABER: Ich bin so stolz auf mich, dass ich mir im März drei Wochenenden geblockt habe, wo ich einfach mal gar nichts mache. Ist auch wirklich mal nötig. Jetzt muss ich mich nur noch dran halten und sie auch wirklich freihalten. Mit dem Tempo, das ist jetzt drauf habe, kann ich nicht mehr lange weitermachen.

  • Ich entschleunige mit Genuss, musste das aber erst lernen. Am besten gelingt mir Entschleunigung am Wasser und beim Lesen, kein Telefon, kein Handy, kein PC. Das ist einfach nur wunderbar.

  • Bevor der „overkill“ kommt. STOP. RESET und dann überflüssiges (Bekannte, die nur Energie ziehen, Dinge, die man nicht braucht, Höflichkeitsbesuche, Hobbys die keinen Spaß mehr machen, Fernsehen) löschen. Nochmals RESET.

    Es klappt, fordert nur etwas Mut. Ich bereite mich gerade auf eine längere Auszeit auf einem mühevoll selber restaurierten Segelboot vor. Einfaches Leben, 20 qm und ein riessiger Schwimmteich drumherum. NAch 30 JAhren Hamsterrad und nach einigen starken Irritationen freuen sich jetzt auch alle Familienmitglieder mit mir. Entfernung kann man durch Besuche überbrücken :-))

    Seit mutig!

    ——–
    Edit von Irit: ich habe den Link entfernt, die Seite ist ja über deinen Namen verknüpft

Deine Meinung?