Ich staune immer wieder

und zwar über die Inhalte der Kommentare auf Spiegel Online. Da tobt sich die „Volksseele“ munter aus, insbesondere bei Themen wie Homosexuelle und Frauenquote, gerne aber auch bei Modethemen wie der Fashion Week. Am allererstaunlichsten finde ich, dass es immer (noch) einige Leute gibt, die tatsächlich etwas sachliches zur Diskussion beitragen.

Aber ich erfreue euch gerne mal mit ein paar Zitaten (alles von Spiegel Online):

Der Artikel: zur AFD (Link)

Die Kommentare:

  • Jeder Bürger hat das Recht seine Meinung zu äußern. Schmähungen oder Beleidigungen sind zu unterlassen, wer aber gleichgeschlechtliche Paare nicht mag muss das auch sagen dürfen.
  • Es geht nicht darum Schwule und Lesben zu diskriminieren. Es geht um Wertevorstellungen in unserer Gesellschaft. Schwule bekommen bei ihrem Outing Beifall geklatscht und Familien mit 4 Kindern gelten als asozial gelten bekommen keine Wohnung mehr vermietet.
  • Man fühlt sich ja als Familie mit Kindern schon als daneben liegend. Da fragt einen der Nachwuchs ob die TV Sendemitarbeiter alle verkehrt rum sind oder wir bei der Reklame.
  • Ist es denn gleich homophob, wenn man das ewige Outing nicht mehr hören kann. Meine Wahrheiten und Realitäten sehe, höre und spreche ich in einer hohen Ausprägung, jeden Tag! 5 Kinder. Da outet sich keiner mit, oder? Ist ja auch langweilig, was besonderes aber und wichtiges, zukunftweisendes, allemal. Und wer spricht über die, unsere Kinder?
  • Ich muss es nicht gut finden, wenn ich an jeder Ecke knutschende Schwule oder Lesben sehe oder arabische Großfamilien oder rumänische Bettlergruppen. Das überlasse ich den Sozis und Grünen. Ich bleibe konservativ und das ist mein gutes Recht.

Aha. Da zweifelt man die Existenz des absoluten Nullpunktes an. Besonders schön fand ich den Zusammenhang zwischen knutschenden Schwulen  und rumänischen Bettlergruppen – ist irgendwie eingängig, oder?

Schön auch ein Kommentar zur Fashion Week Berlin (Link zum Artikel)

  • Alle Jahre wieder darf Frau Roth aus der Metropole über Mode berichten, die ausschließlich der Zielgruppe der 14- bis 30-Jährigen vorbehalten ist. Ob sie das mit ähnlicher Inbrunst auch von der Trachtenmodenwoche oder dem Stützstrumpfmeeting täte, wage ich doch stark zu bezweifeln. Wie wär’s denn mal mit einem Bericht über Mode für Übergewichtige, Behinderte oder alte Menschen? Ach, da verliert das Thema plötzlich seinen Reiz?
  • Der größte Sklavenmarkt in DE! Mal informieren, wer da alles keinen Cent erhält, man kann sich nur wundern!
  • neues aus der kategorie: nachrichten die keine nachrichten sind. über sowas kann von mir aus das rtl mittagsmagazin berichten, aber es ist ein schlechter scherz, dass der spiegel über diesen modezirkus berichtet, wo irgendwelche weltfremden juppies ihre „kollektionen“ vorstellen, die niemals ein normaler mensch anziehen wird…

Ich frage mich jedes Mal aufs Neue, warum diese Art der Diskussion dort unkommentiert verläuft. Sind es die schönen Zugriffszahlen und damit verbundene Werbeeinnahmen? Oder interessiert es einfach niemanden bei SPON? Rätsel über Rätsel…

4 Kommentare

  • Ich finde solche Kommentare auch unter aller S…, aber einen Satz von den obigen bejahe ich:(Zitat)“Schwule bekommen bei ihrem Outing Beifall geklatscht und Familien mit 4 Kindern gelten als asozial, bekommen keine Wohnung mehr vermietet.“(Zitatende)
    Das entspricht leider den Tatsachen.

    • Beides mag den Tatsachen entsprechen, aber ich kann den Zusammenhang nicht erkennen. Was hat die Wohnsituation von Familien mit dem Outing von Schwulen zu tun? Ich würde sagen: nichts. Und daher hat ein Kommentar zur Wohnsituation von Familien auch absolut nichts an dieser Stelle zu suchen.

      Und aus diesem Grund ist eine solche Aussage auch eher als polemisch zu beurteilen – denn kein anderer Zweck wird da verfolgt.

  • Jaja, der „Laubengärtner Emil Pelle“ von Heinrich Mann lässt schön grüßen. Eigene Unzulänglichkeiten (fehlender Mut, Klammern an langweilige Jobs, Kuschen vor’m Chef) werden kompensiert, indem man auf anderen, die nichts mit ihnen gemeinsam haben und vielleicht sogar glücklich sein könnten, rumhacken. Dabei geht’s den meisten super, sie haben alles, was man sich nur wünschen kann, aber es reicht halt nicht, die innere Leere zu bekämpfen 😉 Mal sind es pauschal die Ossis, dann die Schwulen, dann die Moslems usw., die herhalten müssen. Und kommentiert wird einfach überall, wo sich die Möglichkeit bietet. Anderes Thema, aber ähnliche Meinungsabsonderungen gern auch bei öffentlichen Geldern für Theater, wo einige ganz genau wissen, wofür man das Geld doch viel besser ausgeben könnte…

  • Und die Frauen, wir wollen doch die Frauen nicht vergessen, die ja ihrerseits schon lange ihre Aufgaben vergessen haben…

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