Die guten Dinge im Leben, Teil 3, die Natur, oder

kann frau es ohne regelmäßigen Zugang zu dem Leben draußen aushalten? Ich weiß es nicht, ich könnte es nicht (mehr). Ohne die Jahreszeiten, das Wetter, den Wind, die Luft, die Düfte der Pflanzen.

Es gab Jahre in meinem Leben, da habe ich in der Gastronomie gearbeitet, sehr viel und zu unmöglichen Zeiten, da bin ich eigentlich so gut wie nie herausgekommen. Es war damals auch nicht wichtig, dann kam Tschernobyl und wahrscheinlich habe ich Glück gehabt, dass ich da so ein Nachtleben geführt und nicht viel Strahlung abbekommen habe.

Aber seit ich Kinder habe, und das sind schon fast 23 Jahre, bin ich täglich draußen. Erst mehr oder weniger unfreiwillig (wie bringt man 24 Stunden mit einem Neugeborenen herum?), dann immer lieber und schließlich begeistert. Seit achtzehn Jahren habe ich wechselnde Gärten, die ich mehr oder weniger versorge und gestalte, und da hat sich im Laufe der Jahre auch mehr Verständnis für die Jahreszeiten entwickelt. Ich finde so ein Gartenjahr eine gute Lektion in Bezug auf Werden und Vergehen, also das Leben im Großen. Das stört mich gar nicht, nein, es begeistert mich, frau darf nur nicht zimperlich sein. Da muss abgeschnitten werden, was im Frühling mit Begeisterung begrüßt und im Sommer beglückt bewundert wurde, das ist nun mal so, im nächsten Frühjahr kommt es ja wieder.

Ebenso ist es auf meinen Laufrunden. Ich laufe mehr oder weniger die gleichen Strecken, so dass ich sie gut kenne, und auch dabei den Gang der Jahreszeiten im Allgemeinen und Besonderen (dieser zarte grüne Schimmer vor dem Ausschlagen der Bäume!) genieße. Was ich dabei gelernt habe, ist, jede Jahreszeit zu lieben. Der Frühling ist wunderbar, wie alles sprießt, der Sommer herrlich in seiner Pracht. Aber auch der Herbst mit seinem Farbenfeuerwerk und dieser Vehemenz, mit der die Pflanzen sich ihrer Blätter entledigen, ist großartig. Und der Winter, die schlafende Jahreszeit, überrascht mit Blicken, die sonst durch die Blätterpracht verunmöglicht werden, ebenso wie mit Temperaturen, die ein ganz anderes Lebensgefühl vermitteln.

Und so habe ich gelernt, jede Jahreszeit, jede Temperatur und jedes Wetter zu lieben. Ok, manche mehr. Aber die anderen nicht viel weniger.

4 Kommentare

  • Mir geht es ähnlich, ich kann und ich will auch gar nicht nur drinnen sein. Ich brauche das Leben in der Natur und kann auch jeder Jahreszeit ihre guten Seiten abgewinnen. Dadurch hat sich mein Blick für die Kleinigkeiten, die einem viel Freude bereiten können, verschärft. Wenn es kalt und grau draußen ist, kann ich mich zum Beispiel an einer Pflanze im Garten erfreuen, die durch die Kälte erstarrt und völlig bizarr aussieht.
    Leider habe ich in den kalten Monaten nicht allzu oft die Gelegenheit dazu, vorrangig nur am Wochenende, da ich morgens im Halbdunkel das Haus verlasse und abends im Dunkel das Haus wieder betrete. Aber so ist das Leben halt. 😉 Umso mehr freue ich mich, wenn die Tage wieder länger werden. Worauf ich mich besonders freue, sind die kommenden Spaziergänge mit meinem kleinen Enkel, er läuft jetzt und ich hoffe, dass ich ihm die Schönheit der Natur ein wenig vermitteln kann.

  • Mir geht es ganz anders, ich mag keine Spaziergänge (ich erinnere mich noch mit Schrecken an Wandertage und ähnliches mehr), ich hasse Gartenarbeit (da gab es diesen katastrophalen Versuch mit einem Schrebergarten) und ich hasse es zu joggen. Fahrradfahren an sich ist zwar sehr schön, aber leider habe ich da auch keine Gelegenheit: entweder ich fahre zum Einkaufen (=diverse Rieseneinkaufstaschen wegen Familieneinkauf) oder zur Arbeit (40 km oder mit dem Koffer zum Flughafen) oder kutschiere Kinder durch die Gegend. Ich gehe auch nicht so furchtbar gern in Seen schwimmen, da denke ich immer an Eddie die Muräne oder was da sonst noch rumschwimmt, grundsätzlich nur mit Schwimmbrille, damit ich etwas sehen kann.

    Aber ich verbringe – sobald es die Temperaturen zulassen – sehr viel Zeit auf dem Balkon, der ist zwar klein, aber fein, mit meinen versammelten Kräutern und seit neuestem einem Bambus und Blick auf den Großstadt-Hinterhof. Wald finde ich auch sehr schön – beim Vorbeifahren oder in Robin Hood-Filmen.

  • Oh ja…. ohne die Natur, dass draußen sein, die Natur erleben, könnte ich nicht sein.
    Glücklicherweise habe ich 2 Hunde, da habe ich täglich mehrmals den Grund in die Natur zu gehen. Einfach laufen, die Gedanken schweifen lassen, Kleinigkeiten erleben… Momente die mir viel geben, das finde ich meistens nur in der Natur.
    Auf den Job, die Familie und gute Freundinnen möchte ich auch nicht verzichten, die geben mir auch viel. Aber den „Moment“ erleben und genießen, das klappt bei mir am besten draußen.
    Gruß Sabine

  • Mir geht’s da wie Irit: bin nicht so der „draussen-Typ! Ausnahme: Sylt im Herbst/Winter, eingemummelt am leerem Strand spazierengehen und den Kopf frei pusten lassen!

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